Voraussichtlich noch ein Jahr für die Kartoffelkönigin

Chiara möchte verlängern

Kartoffelkönigin Chiara Safari möchte ihre Amtszeit gerne um ein Jahr verlängern.
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Kartoffelkönigin Chiara Safari möchte ihre Amtszeit gerne um ein Jahr verlängern.
  • Guido Menker
    vonGuido Menker
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Rotenburg – Der Kartoffelmarkt fällt aus, und damit kommt es in diesem Jahr auch nicht zur Krönung einer neuen Kartoffelkönigin – zumindest dann nicht, wenn auf einen würdigen Rahmen Wert gelegt wird. Deshalb könnte die Amtszeit von Chiara I. um ein Jahr verlängert werden. „Ich würde das gerne machen“, sagt die 22-jährige Chiara Safari. Ganz ähnlich sieht es auch Benjamin Roolfs als Leiter der Rotenburger Tourist-Information im Info-Büro der Kreisstadt: „Auch ich würde ihre Amtszeit gerne um ein Jahr verlängern.“ Alles klar also? Nicht ganz, denn die Kartoffelkönigin beendet im September ihr duales Studium und weiß noch nicht genau, wie es beruflich für sie weitergeht. Bleibt sie in der Region, könnte sie weiterhin die Krone tragen. Eine Entscheidung fällt in den kommenden Wochen, sagt sie.

Seit Januar ist die junge Frau im Amt, und lange musste sie nicht auf ihren ersten großen Auftritt warten. Drei Tage lang vertrat sie die Stadt Rotenburg bei der Grünen Woche in Berlin im Rahmen mehrerer Auftritte. Ganz ähnlich sollte es in den darauf folgenden Wochen und Monaten weitergehen – doch dann grätschte das Corona-Virus dazwischen. Einmal war sie bei der Eröffnung eines neuen Geschäfts in der Rotenburger Innenstadt mit von der Partie, am vergangenen Wochenende kam sie in Goldenstedt mit befreundeten Produkt-Königinnen und -Königen zusammen, und auch an einer Stadtführung in Rotenburg hat sie vor kurzem teilgenommen. Die großen und vor allem öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen indes hat es nicht gegeben – und das wird sich aller Voraussicht nach auch bis zum Jahresende nicht mehr ändern.

„Das ist echt schade“, sagt Chiara Safari. Von Traurigkeit wolle sie zwar nicht sprechen, weil sie damit etwas anderes verbindet, „aber natürlich hatte ich mir meine Amtszeit etwas anders vorgestellt“. Untätig ist sie allerdings nicht, sie meldet sich regelmäßig mit ganz unterschiedlichen Beiträgen in den sozialen Netzwerken zu Wort. Vor allem den Instagram-Account hat sie im Visier. Die Zahl der Follower sei seit Januar deutlich angestiegen, weil sie sich eben auch inhaltlich etwas anders aufstellt. Nachdem es für sie im ersten Jahr zwar etwas „blöd gelaufen“ ist, sie aber dennoch einen ruhigen Einstieg in ihr Amt gefunden hat, möchte sie in den nächsten Monaten noch mehr auch gerade die landwirtschaftlichen Themen aufgreifen und bei der Kartoffelernte demnächst selbst mit dabei sein. Genau das passt Benjamin Roolfs gut ins Konzept. Dass Rotenburg bundesweit mit der Kartoffelkönigin für den Kartoffelmarkt wirbt, sei ebenso gute Tradition wie der Kartoffelmarkt selbst, der nach wie vor sehr publikumswirksam sei. Dennoch halte er es für wichtig, das gesamte Paket an einigen Stelen zu überarbeiten, zeitgemäßer und damit moderner zu machen – in Absprache vor allem mit dem Verein für Touristik und Stadtwerbung (VTS). Roolfs wünscht sich, dass die Kartoffelkönigin auch vor Ort und vor allem im Internet noch viel mehr in Erscheinung tritt. Dabei sei es ebenso wichtig, auch andere Themen als ausschließlich die Kartoffel in den Vordergrund zu stellen. Roolfs spricht von den Bereichen Natur und Kultur, Themen also, die Rotenburg ebenfalls auszeichnen und mit in das touristische Paket gehörten. Chiara I. kann sich mit diesem Ansatz sehr gut anfreunden.

Mit Blick auf den Kartoffelmarkt werde bereits jetzt viel diskutiert, unterstreicht Roolfs. „Wie kann es weitergehen, und was muss sich ändern?“ Das seien die zentralen Fragen. „Der Markt zieht die Menschen an, aber da muss etwas passieren, damit er auch zukunftsfähig bleibt“, sagt der Leiter der Tourist-Information im Rathaus.

Ähnliche Signale habe er bereits vom VTS empfangen. Es sei zudem noch unklar, ob der Verein weiterhin als Veranstalter des Kartoffelmarktes auftreten möchte. Das bezieht sich in erster Linie auf Joachim Witt, der – mit Unterstützung – im Prinzip in den vergangenen Jahren diese Veranstaltung alleine gestemmt hat. „In dieser Form und in diesem Umfang möchte ich das nicht mehr machen“, sagt er auf Anfrage.

Wer das Ruder auf dem Kartoffelmarkt übernehmen könnte, weiß auch der zweite Vorsitzende des VTS zurzeit nicht. Witt: „Wir müssen erst einmal einen Termin für die nächste Jahreshauptversammlung finden und einen neuen Vorstand wählen.“ Danach dann stelle sich die Frage, ob der VTS den Markt weiterhin veranstalten möchte und kann. Wenn nicht, so Witt, müsse „die Stadt selbst einen Großteil unseres Parts übernehmen.“ Witt selbst wird im nächsten Jahr 70 und sei auch aus gesundheitlichen Gründen darauf bedacht, sich zurückzuziehen. Aber: „Einen Nachfolger werde ich natürlich gerne beraten und unterstützen“, so Joachim Witt. Dass es jetzt zu Überlegungen kommt, den Markt „aufzupeppen“, findet er gut. Und daran wolle er sich auch mit seiner Erfahrung aus mehr als 30 Jahren beteiligen. Schließlich diene der Markt einer zusätzlichen Belebung der Innenstadt.

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