Chefarzt Michael Feldmann lichtet mit Vorliebe Menschen und besondere Gebäude ab

Zwischen Fotografie und Grafik

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Michael Feldmann vor einem Foto des Empire State Buildings in New Yorks Wolkenkratzer-Wald.

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Wenn Michael Feldmann, Chefarzt der Abteilung für Gefäßchirurgie des Diakonieklinikums Rotenburg, nach getaner Arbeit den Arztkittel auszieht, bekommt sein großes Hobby Fotografieren besondere Rechte. Der im Sauerland geborene Arzt, der heute in Bremen zu Hause ist, entdeckte seine Passion für die digitale Fotografie schon als Student.

1988 war es eine Nikon und fünf Jahre später auf dem Weg zur Perfektion eine Spiegelreflex. Zu Feldmanns Arsenal an technischen Geräten gehören inzwischen der Computer und eine Reihe von Kameras und Objektiven. An der Spitze die Hochauflösungskamera Nikon D3X, elf Bilder pro Sekunde macht sie. Dazu die medizinische Fotografie. Diese „Paarung“ dürfte für einen Chefarzt einmalig sein.

Feldmann, dessen Arbeiten inzwischen in vielen Fachblättern veröffentlicht wurden und der immer wieder an Ausstellungen teilnimmt, hat bereits Preise bei verschiedenen Wettbewerben gewonnen. Im Diakonieklinikum sind 30 großformatige Fotos von ihm zu sehen. Zudem hat der 53-Jährige schon viele Teile der Erde besucht: „Ich sehe das jeweilige Land nur durch den Sucher der Kamera.“

Zu dem bevorzugten Motiven des fotografierenden Mediziners zählen Menschen in ihrem alltäglichen Leben, die Architektur und hier besonders New York. Dabei geht Feldmann behutsam und im Rahmen der Gesetze an seine künstlerische Arbeit. Das gilt besonders für den Persönlichkeitsschutz. Feldmann, für den ungestellte Fotos Vorrang haben, hielt sich aufgrund beruflicher Verbindungen im vergangenen Jahr in China auf.

Ohne Kamera ging es dabei jedoch nicht. Deshalb gehörten Abstecher nach Thailand, Kambodscha und Laos dazu. Das bunte Leben dieser Länder bot mehr als genug „Futter“ für das Objektiv. Zum Beispiel die jung vermählte Frau in Laos, von der gerade Hochzeitsbilder gemacht wurden. Feldmann erhielt die Erlaubnis, fotografischer Zaungast sein zu dürfen. Ein beeindruckendes Bild entstand, es hängt inzwischen im Klinikum.

Gleich gegenüber ein Foto, das quirlendes Leben im Großen Basar in Istanbul zeigt. Menschen, alle mit ihren eigenen Gedanken, sie scheinen in den Gesichtern ablesbar zu sein. Oder das Hochhausgebirge der Weltstadt New York. Das Bild vom Empire State Building hat vor zwei Jahren einem Langfinger so gut gefallen, dass er es herausgeschnitten und gestohlen hat.

„Ich habe“, so Feldmann, „in meinem bisherigen Leben etwa eine halbe Million Fotos aufgenommen. Nur ein Bruchteil dessen sind vom Motiv her oder auch technisch so befriedigend, dass sie in meinen Fundus übergehen.“ Der Arzt schießt im Urlaub und in der Freizeit am Tag etwa 1000 Fotos. „Davon bleiben 50 übrig.“ Nach dem Urlaub sitzt er zirka drei Wochen an seiner Fotoausbeute. Allerdings landen die meisten im Müll. Durch die digitale Fotografie ist die Bilderschwemme so riesig geworden, dass vieles an eine Motivinflation erinnert.

Der 53-Jährige bewegt sich bei seiner Arbeit auf dem schmalen Grat zwischen Fotografie und Grafik: „Ich versuche, mit Hilfe der digitalen Bearbeitung die Bildbearbeitung zu unterstützen. Als Stilmittel benutze ich entweder die Umwandlung in ein kontrastreiches Schwarzweißbild oder in eine kräftige Erhöhung der Farbintensität.“ Inzwischen greift das „Fotovirus“ im Hause Feldmann um sich: Ehefrau Michaela hat vor etwa einem Jahr das Fotografieren entdeckt und ebenfalls zur Kamera gegriffen. „Grobe Regeln“, so ihr Mann, habe er seiner Frau anfänglich vermittelt.

Die zweite Ausstellung in Bremen mit Fotos von Feldmann ist vom 26. November bis zum 3. Januar 2016 im „Haus am Walde“ zu sehen. Es geht dabei um das Thema „Öffentlicher Nahverkehr“ mit Fotos von Bahnhöfen, Zügen und Reisenden.

www.facebook.com/

michael.feldmann.378

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