Fundtiere sollen wieder nach Mulmshorn / Bürgermeister besichtigt das Tierheim

Chance für den Neubeginn

Silke Wingen, Vorsitzende des Rotenburger Tierschutzvereins, hatte gestern Ordnungsamtsleiter Frank Rütter (l.) und Bürgermeister Andreas Weber im Tierheim zu Gast. Deren Urteil: „Alles sehr gepflegt, alles sehr sauber.“ - Foto: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. Der Bürgermeister besucht das Tierheim in Mulmshorn. Ein Termin für die Redaktion? Eigentlich nicht. Und doch nehmen wir daran teil. Schließlich hat sich im und für das Tierheim in den vergangenen Wochen einiges geändert. Die Stadt will dort die Fundtiere wieder unterbringen und dafür immerhin 18 000 Euro pro Jahr locker machen. Der Rat der Stadt soll am 20. Dezember darüber entscheiden. Deshalb macht sich Andreas Weber (SPD) zusammen mit dem Ordnungsamtsleiter Frank Rütter vor Ort ein Bild. Wir sind also dabei.

Der Käsekuchen kommt bei den Teilnehmern des Treffens bestens an. Doch noch viel mehr scheint sich der Bürgermeister über das Rezept zu freuen, mit dem die neue Vorsitzende des Rotenburger Tierschutzvereins, Silke Wingen, in den vergangenen Monaten das Tierheim in Mulmshorn neu aufgestellt hat. Weber lobt, was er zu sehen bekommt, bevor man sich in der Runde an den Kuchen heranmacht. Der Rundgang durch das Haus und über das Außengelände, in den Futtermittelcontainer und vorbei an dem Platz, wo schon bald ein Kleintiergehege entstehen soll, beeindruckt den Bürgermeister und seinen Kollegen aus dem Ordnungsamt. Die Standards für die Unterbringung von Fundtieren seien erfüllt, eine entsprechende Anerkennung gebe es auch vom Kreisveterinär, sagt Weber. Vierteljährlich soll das Tierheim pauschal 4 500 Euro für die Fundtierbetreuung erhalten. Das sind jährlich 6 000 Euro mehr als früher. Doch Weber ist sich der Zukunftsfähigkeit der Einrichtung sicher. Und ein vereinfachtes Abrechnungsverfahren helfe dem Tierschutzverein. Den Aufnahme-Stopp im Mai 2017 bezeichnet Weber rückblickend als Ende mit Schrecken und Chance für einen Neubeginn.

Vor anderthalb Jahren hatte das Tierheim noch unter der Regie von Regina Buchhop ein Aufnahme-Stopp für Fundtiere verhängt. Die finanzielle Situation machte das erforderlich. Das Geld aus den beteiligten Gemeinden reichte nicht mehr aus, um die Kosten zu decken. Seitdem bringen die Kommunen im Südkreis die Fundtiere in der Arche in Brinkum (Kreis Diepholz) unter. „Wir sind dem Bund gegen Missbrauch der Tiere sehr dankbar, der uns spontan geholfen hat“, sagt Weber. Zum 1. Januar sollen die Tiere wieder nach Mulmshorn, die Absprache mit der Arche darüber sei unproblematisch verlaufen.

Das zu erreichen, sei der Arbeit vieler Ehrenamtlicher zu verdanken, die in Mulmshorn mit zugepackt hätten, so Weber. Silke Wingen nickt zustimmend mit dem Kopf. Die Vorsitzende ist froh über die neuen Perspektiven, die sich aus der voraussichtlichen Entscheidung der Stadt ergeben. „Das allein wird die Existenz des Tierschutzvereins und des Tierheims nicht sichern können“, merkt sie an. Aber mit einer solchen Entscheidung der Stadt gehe sie hoffnungsvoll in die Gespräche mit den anderen Gemeinden, um auch sie zu einer Rückkehr zu bewegen. Mindestens zwei oder drei weitere Kommunen sollten sich so entscheiden, um die Zukunft des Tierheims zu gewährleisten. Weber werde seinen Kollegen von seinen positiven Eindrücken berichten, die er an diesem Morgen in Mulmshorn gesammelt habe. Der Vorteil auch aus seiner Sicht: Die Wege werden kürzer, vor allem auch für die Tiere selbst. Silke Wingen: „Vom 1. Januar an bieten wir eine Notfallnummer an.“

Zurzeit bietet das Tierheim in Mulmshorn Platz für bis zu fünf Hunde und 40 Katzen. Momentan kümmert sich das Team um zwei Hunde sowie 28 Katzen. Viel Platz ist da nicht mehr. Wingen: „Wir kümmern uns daher intensiv um die Vermittlung und suchen Pflegestellen.“ Darüber hinaus setze sie auf ein Netzwerk mit anderen Einrichtungen, um sich gegenseitig zu helfen. „Für mich ist dieses Netzwerk ganz elementar“, sagt Wingen.

Weber und Rütter fahren mit „positiven Eindrücken“ zurück ins Rathaus.

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