CDU-Politiker verteidigt Position eindeutig / Herausforderer Daub enttäuscht

Ein klares Bekenntnis zu Landrat Luttmann

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Freude über einen klaren Wahlsieg: Der alte und neue Landrat Hermann Luttmann mit den Töchtern Stephanie (links), Ann-Christin und Ehefrau Mechthild. n

Rotenburg - Von Michael Krüger. Um 19.51 Uhr brandet Applaus durch das Foyer des Kreishauses. 15 Wahlbezirke sind noch nicht ausgezählt, aber Hermann Luttmann rechnet vor: „Da kann jetzt auch theoretisch nichts mehr passieren.“

Der alte Landrat ist auch der neue. 62,14 Prozent sind es schließlich für den CDU-Politiker aus Unterstedt. „Das habe ich mir gewünscht, aber nicht erwartet.“ Im Kreise seiner Familie freut sich der 56-Jährige. Der Landkreis hat sich klar für Kontinuität entschieden.

Mediengruppe Kreiszeitung

Wenige hundert Meter entfernt, im ersten Stock des Rocas Steakhouse, ist die Stimmung im Keller. Der Kandidat der Kreistag-Mehrheitsgruppe, Noch-Superintendent Hans-Peter Daub, erlebt einen „tief enttäuschenden Abend“. Es ist 20.31 Uhr, als sich der 55-Jährige an die Unterstützer wendet: „Die Idee, als parteiloser Kandidat anzutreten, hat nicht gefruchtet.“ Man habe viele Themen angesprochen, die die Menschen bewegen – die aber nicht dazu geführt hätten, eine Wechselstimmung herbeizuführen. Vielleicht sei es jedoch wie mit den Wechsel-Eichen, die Daub im Wahlkampf verteilt hat: Eine andere Politik müsse erst langsam wachsen. Der Sprecher der Mehrheitsgruppe, Bernd Wölbern (SPD), lässt Kritik am Kandidaten nicht gelten: „Es war nicht der falsche Weg.“ Aber gegen 46 Prozent Nichtwähler könne man nicht argumentieren. Wenigstens müsse sich Luttmann nun Themen annehmen, die ihn vorher nicht interessiert hätten: Fracking und Massentierhaltung beispielsweise.

Derlei politische Diskussionen führt der Angesprochene am Abend nicht. Luttmann gibt in der Kreishaus-Kantine seinen Unterstützern Getränke aus, telefoniert übers Internet mit Sohn Thorsten in Australien und nimmt die Glückwünsche der Parteifreunde entgegen. „Es ist ein klarer Erfolg für ihn persönlich“, sagt CDU-Kreistagsfraktions-chef Heinz-Günther Bargfrede. „Er ist berechenbar und hat sich nicht verstellt.“ Die CDU sei solide und bürgernah. Luttmanns Vorgänger Hans-Harald Fitschen, 2001 der erste direkt gewählte Landrat, äußert sich „hoch erfreut“. Der Kreis könne sich glücklich schätzen mit diesem Fachmann an der Spitze. Zum Wahlerfolg, verrät Fitschen, „hat unsere Familie beigetragen“. Das dürfte im Hause Luttmann nicht anders gewesen sein: Die Töchter Stephanie und Ann-Christin herzen den Vater immer wieder. Und so gewinnt Luttmann bei den Gästen im Kreishaus am Abend ein zweites Mal – mit einer gelösten Offenheit am Tag des Triumphes.

Das Ergebnis der Landratswahl für den Landkreis Rotenburg in der Tabelle

Das Ergebnis der Landratswahl in der Stadt Rotenburg in der Tabelle

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