CDU-Neujahrsempfang: Landfrauen-Präsidentin fordert mehr Anerkennung

Regieren statt meckern

+
Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes, kritisierte den Umgang in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft mit dem weiblichen Potenzial.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Dass beim Neujahrsempfang der Rotenburger CDU aus Kreis und Stadt zum Abschluss zur Mittagszeit im Haus am Luhner Forst stets Hochzeitssuppe serviert wird, ist inhaltlich nicht relevant – zeugt aber auch an diesem Sonntag von der Geschlossenheit und Sympathie füreinander in der mit 1450 Mitgliedern mit Abstand größten Partei im Kreis. Viel Lob und Schulterklopfen, dazu Mutmachen für die anstehenden Aufgaben und Themen, die zumindest unter den Anwesenden Konsens sind, was der stets laute Beifall der 200 Gäste für die Redebeiträge zeigt: Flüchtlinge natürlich, Fracking, ein bisschen Schulpolitik.

Die Kommunalwahl steht am 11. September an, und die soll der CDU dazu dienen, rot-grüne Mehrheiten wieder zu beseitigen. In der Stadt Rotenburg und im Kreistag sei das vonnöten, betonen die Funktionsträger, und dazu brauche es Engagement. Der Kreisvorsitzende Hans-Heinrich Ehlen appelliert dann auch: „Wir brauchen Sie als Kandidaten!“ Denn die CDU sei anders als viele andere, die nur „rummosern und meckern“, dazu bereit, Verantwortung zu übernehmen. Nach dem 11. September soll es wieder soweit sein.

In Hannover, das verdeutlicht die Landtagsabgeordnete Mechthild Ross-Luttmann, müsse man mit der Umkehr der Verhältnisse noch etwas warten – wobei sie selbstverständlich noch kurz aufzählt, was in der Landesregierung alles schief läuft. Sie spricht über Flüchtlings- („Grundwerte sind nicht verhandelbar“) und Schulpolitik („Der Schlüssel zur Integration ist die Sprache“) und schließt damit: „Bei allem Respekt für die anderen Parteien: Wer das Beste für die Region will, muss CDU wählen.“

Nicht anders klingt es bei ihrem Ehemann, Landrat Hermann Luttmann, der noch einmal skizziert, wie schwer die Bewältigung der Flüchtlingskrise vor Ort ist – und was sie kostet. Immer wieder ist von „Staatsversagen“ die Rede, vor allem in der Frage der bislang versäumten Registrierung vieler und Nicht-Abschiebung von Menschen ohne Bleiberecht – selbst beim CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel aus der großen Koalition in der Bundeshauptstadt.

Der Ehrengast des Empfangs, Brigitte Scherb, Präsidentin des 500000 Mitglieder zählenden Deutschen Landfrauenverbandes, beginnt ihren 45-minütigen Vortrag zwar mit dem Grußwort „Liebe Parteifreunde“, nimmt dann aber Abstand von Parteigezänk, denn ihr geht es ums große Ganze: Gleichberechtigung, mehr Anerkennung für weibliches Engagement und Perspektiven für junge Frauen auf dem Land. Scherb zeigt sich kämpferisch, betont, auch mal trommeln zu müssen, um mehr Gehör für ihr Anliegen finden zu müssen: „Frauen wollen und können mehr.“

Ob die Quote auch in der CDU bald eine höhere sein wird, ist an diesem harmonischen Vormittag kein Thema. Personaldebatten werden, wenn überhaupt, dann nur hinter vorgehaltener Hand geführt. Immerhin skizzieren die Verantwortlichen die Zeitpläne vor der Kommunalwahl im September und der Bundestagswahl 2017: Bis Anfang April will der Rotenburger Gemeindeverband seine Kandidatenliste für den Stadtrat aufstellen, und womöglich kurz nach der Sommerpause könnte das Thema eines neuen CDU-Bundestagskandidaten auf den Tisch kommen. Denn wird Grindel wie allerortens erwartet ins Präsidentenamt des Deutschen Fußball-Bundes gewählt, braucht die CDU im Kreis Rotenburg und Heidekreis einen Nachfolger für Berlin. Dafür gebe es auch schon Anwärter, die sich selbst ins Spiel gebracht haben, heißt es. An diesem Sonntag bleibt es zum Thema aber bei kurzen Worten von Ehlen in Richtung Grindel nach dessen Grußwort: „Auch für deinen persönlichen Werdegang alles Gute.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Wie werde ich Verkehrsingenieur/in?

Wie werde ich Verkehrsingenieur/in?

Tageslicht und Ausblick – Welches Dachfenster sich eignet

Tageslicht und Ausblick – Welches Dachfenster sich eignet

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

US-Golfstar Jordan Spieth gewinnt 146. British Open

US-Golfstar Jordan Spieth gewinnt 146. British Open

Meistgelesene Artikel

Sattelzug hat 17 Tonnen Hühnerkot zu viel geladen

Sattelzug hat 17 Tonnen Hühnerkot zu viel geladen

Das Herz der Stadt ist seit 30 Jahren autofrei

Das Herz der Stadt ist seit 30 Jahren autofrei

Aus Freundschaft wurde er zum Straftäter

Aus Freundschaft wurde er zum Straftäter

Kommentare