„CanSat“-Wettbewerb auf dem Flugplatz / Schüler schießen Satelliten in die Luft

Funkverbindung erst zwei Minuten vor dem Start

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Anspannung kurz nach dem Start: Das „Sky Project“-Team aus Rotenburg wartet auf die Landung seines Satelliten.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Kurz vor dem Start wird es nochmal eng: Die Batterie des Rotenburger Satelliten geht seinem Ende entgegen, zudem bereitet die Funkverbindung Sorgen. Keine zehn Minuten vor dem Start finden der Sender im Satelliten und der Empfänger am Boden nicht mehr zueinander. Die Arbeit von sechs Monaten ist bedroht.

Am Mittwoch wurde es ernst für die Teilnehmer des „CanSat“-Wettbewerbs vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Insgesamt nehmen zehn Teams an dem Wettbewerb teil. 69 Jugendliche aus fünf Bundesländern haben sieben Monate lang Miniatursatelliten entwickelt. Mit dabei ist auch das Team „Sky Project“ der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Rotenburg.

Am Mittwoch dann der Höhepunkt auf dem Rotenburger Flugplatz: Eine Rakete warf die Sonden in 1000 Metern Höhe ab, ab dann führten die Teilnehmer damit verschiedene Messungen durch. „Ich bin definitiv aufgeregt“, sagte Leonard Elsbroek, der zusammen mit seinem Mitschüler Simon Schneider die Teamleitung des „Sky Project“ inne hat. Die letzten Tage waren turbulent. In Bremen gab es zunächst die Projektpräsentation. Erst am Dienstagmorgen hat die Entwicklungsabteilung des Teams das vorgeschriebene Gewicht von 350 Gramm erreichen können. In der Nacht auf Montag musste das Programm, das die Daten zum Empfänger senden soll, neu geschrieben werden. Nachdem es da schon zu Problemen kam, musste ein Notfallprogramm her.

„Die Präsentation lief ganz gut“, berichtete Julius Berndt, der an der technischen Entwicklung des Satelliten mitgearbeitet hat. Die Schule hat sie gut vorbereitet. „In den letzten drei Jahren haben wir an den BBS ja fast nur Präsentationen gehalten“, sagte er.

Wie alle anderen Teams hatten die Rotenburger zwei Aufgaben zu bewältigen. Zum einen musste der Satellit im Fall den Luftdruck und die Temperatur messen und daran seine eigene Geschwindigkeit berechnen können. Die musste mit Fallschirm bei 15 Metern pro Sekunde, 54 Kilometer pro Stunde, liegen. Als zweite Aufgabe hat das Team die Konzentration der krebserregenden Stoffe Methan, Isobutan und Ammoniak in der Luft gemessen.

Zwei Minuten vor dem Start konnte die Funkverbindung doch hergestellt werden. Die etwa mannshohe Rakete zischte in die Höhe. „Wir empfangen Daten“, meldete Schneider. Erleichterung machte sich breit. Nach zirka einer Minute brach die Verbindung wieder ab. Das reichte.

Es folgte das lange Suchen nach dem Satelliten. Schließlich fand ihn ein Mitarbeiter der Bremer Luftfahrtbehörde in einem Baum. Nun kam die Auswertung der Daten dran. Am Donnerstag werden sie in Bremen der Jury präsentiert. Freitag ist dann die Siegerehrung. Nicht nur technisches Können verlangt die Jury den Teilnehmern ab. Ebenso kommt es auf Erfindungsreichtum, Kreativität und gute Teamarbeit an. Das Siegerteam darf zum europäischen Wettbewerb der europäischen Raumfahrtagentur (ESA) fahren.

Eine Überraschung gab es am Mittwoch kurz nach der Landung: Der Satellit des „Sky Project“ ist weitestgehend unversehrt geblieben. „Nur ein Sensor hat sich verbogen“, stellte Schneider fest. Elsbroek: „So wie er ist, könnten wir ihn nochmal hochschießen. Nur mit einer neuen Batterie.“

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