Bunt, akrobatisch, fesselnd: Straßenzirkus La Strada ist zu Gast in der Kreisstadt

Mit einer Ente nach Paris

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Zum Abschluss wurde es am Freitagabend mit „Lenn Fei“ sinnlich und heiß.

Rotenburg - Von Elisabeth Stockinger. Manchmal ist der Pferdemarkt ganz schön klein – besonders dann, wenn zwei französische Touristen auf der Durchreise nach Paris sind und Deutsch radebrechend den schnellsten Weg zur Autobahn suchen.

Ihre klapprige Ente hat die besten Jahre lange hinter sich, es pufft und knallt aus dem Auspuff, Rauch steigt aus dem Motorraum und dann fliegen auch noch die Koffer vom Dach. Es ist Freitagabend in Rotenburg – La Strada hat begonnen. Zum nunmehr siebten Mal gastiert das Straßenfestival in der Kreisstadt. 13 Künstlergruppen aus neun Nationen ziehen an diesem Wochenende die Besucher in ihren Bann, wollen verzaubern, wollen zum Lachen bringen.

Am Freitagabend enterten zunächst die Wümmepiraten die Innenstadt. Maskierte Piraten machten die Große Straße unsicher, unterhielten die zahlreichen Besucher, die in der Fußgängerzone auf dem Weg zum Pferdemarkt waren. Dorthin, wo um Punkt 20 Uhr das „Bängditos Theater“ mit ihrer Ente ein hektisches Spektakel veranstaltete – Feuerwerksraketen inklusive. „Lenn Fei“ beschloss den Eröffnungsabend nach Einbruch der Dunkelheit mit einer Feuershow.

Ganz Rotenburg auf der Straße: Für Uwe Goldschmidt ein Anblick, der für die Mühen im Vorfeld entschädigte. „Das ist ein großes Ding für uns“, erzählte der Vorsitzende der Kulturinitiative Rotenburg (KIR) während der internen Eröffnung am Abend. Ihn mache es stolz zu sehen, wie das Festival seit dem vergangenen Jahr gewachsen sei – und wie viel positive Resonanz er und alle Helfer erfahren hätten. „Wir leben von der Unterstützung vieler Menschen, nur so ist ein solches Festival möglich.“ Kurzer Blick auf seine Wetter-App: 24 Grad und heiter am Samstag, Sonntag noch wärmer, erst abends Gewitter. Genauso habe er das geplant, so Goldschmidt augenzwinkernd.

La Strada am Freitagabend

Die Menschen nach Rotenburg locken, das hat sich auch Bürgermeister Andreas Weber gewünscht. Er dankte ausdrücklich den mehr als 100 ehrenamtlichen Helfern, die sich seit Monaten für das Festival ins Zeug gelegt hätten. „Das war eine Mordsarbeit für alle.“ Ein Wochenende „voller Witz, Poesie, Fantasie und Akrobatik“ solle es werden. Ein Wochenende, an dem die Menschen herzhaft miteinander lachen könnten und „immer wieder neu überrascht werden“.

Einer, der eben das tun will, der überraschen will, ist Ken Fanning von der Künstlergruppe „Tumble Circus“ aus Belfast. Eine Satire des modernen Lebens – das sei der Inhalt seiner Performance. „Ich will die Leute zum Lachen, aber auch zum Nachdenken anregen.“ Ein wenig politisch werde es natürlich auch, schließlich sei er Nord-Ire, so der Künstler. „Tumble Circus“ ist unter anderem heute um 13.30 und um 16.15 Uhr am Heimathaus zu sehen.

Am Sonnabend und Sonntag geht es an den vier Standorten am Heimathaus, Pferdemarkt, Geranienbrücke und Kirchhof jeweils um 13 Uhr los mit dem künstlerischen Freiluft-Programm. Bis in die Abendstunden hinein wechseln sich die Gruppen ab. So entern die „Wümmepiraten“ heute erneut ab 13.45 Uhr die Fußgängerzone. Auch am Sonntag ab 15.15 Uhr sind sie im Bereich der Geranienbrücke zu sehen. Dass Schwerkraft kein Hindernis ist, werden zudem die starken Frauen und Männer vom Street-Workout-Team beweisen. Wie Krafttraining zu Akrobatik wird, ist am Samstag ab 14.15 Uhr und am Sonntag ab 15.30 Uhr auf dem Pferdemarkt zu sehen. Zwischen den Auftritten verkehrt am gesamten Wochenende ein Badewannen-Mobil der Berufsbildenden Schulen.

Am Samstagabend gibt es ab 20 Uhr außerdem einen Varietéabend in der Aula der Realschule. Karten dafür sind noch an der Abendkasse für 19 Euro (ermäßigt 15 Euro) erhältlich.

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