Serie: Zehn Fragen an die sieben Bundestagskandidaten

„Mehr Geld für die Schulen“

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Obwohl Ländersache, beschäftigen sich die hiesigen Direktkandidaten für die Bundestagswahl auch mit dem Thema Schule.

Rotenburg - Von Jens Wieters. In unserer Serie „Wir fragen, die Bundestagskandidaten antworten“ geht es heute um die Jüngsten in unserer Gesellschaft, um die Kinder, die die unterschiedlichen Schulen besuchen. Die sieben Kandidaten für die Bundestagswahl am Sonntag sollen Stellung nehmen zur Frage:

Bildungsnotstand in Deutschland – Welche Konzepte haben Sie in der Schublade?

Lars Klingbeil (SPD): Es ist doch paradox. Die Länder haben die Zuständigkeit, aber zu wenig Geld, um Modernisierung voranzutreiben. Der Bund hat Geld, aber darf wegen des Kooperationsverbots nichts geben. Das muss aufhören. Wir brauchen ein großes Modernisierungsprogramm für unsere Schulen. Kleinere Klassengrößen, mehr Digitalisierung im Unterricht und einen Rechtsanspruch auf Ganztagsschule in der Grundschule.

Kathrin Rösel (CDU): Bildungspolitik ist in erster Linie Ländersache, das ist ein Fakt. Leider ist Niedersachsen hier momentan ziemlich weit hinten im Vergleich der Bundesländer. Die Bundespolitik gibt bereits erhebliche Summen Geld, um die Bildungsinfrastruktur zu unterstützen und wird das weiterhin tun. Für unsere Schüler muss das in Hannover umgesetzt werden. Wem die Bürger das zutrauen, entscheidet die Landtagswahl am 15. Oktober.

Ellen Gause (Grüne): Keine Experimente mehr, stattdessen mehr gut ausgebildete Lehrer und eine höhere Förderung für die Schüler. Die Lehrpläne müssen laufend an die Realität des Lebens angepasst werden.

Hendrik Jürgens (FDP): Die Bildung in Deutschland wird nach politischen Anforderungen schlechter geredet, als sie ist. Ein Bildungsfriede und die Konzentration auf eine gute Ausstattung in den Schulen, genügend Lehrerinnen und Lehrer sind wichtiger als der Wettstreit zwischen Oberschule, IGS und Gymnasium. Der Bund muss darauf achten, dass die Schulstandorte durch die Länder nach deren Konzepten finanziell gut ausgestattet sind. Ein Aufweichen des Kooperationsverbots zwischen dem Bund und den Ländern lehne ich mit Blick auf die deutsche Geschichte ab.

Agnes Hasenjäger (Linke): Mehr Geld für die Bildung! Wir möchten eine gemeinsame Schule für alle Kinder mit bestmöglicher individueller Förderung. Schule darf nicht nur auf das Funktionieren in der Arbeitswelt vorbereiten, sondern muss zugleich zu kritischem Denken und Wahrnehmung seiner Rechte befähigen.

Günter Scheunemann (Freie Wähler): Die Bedeutung von Wissen für den Erfolg in allen Branchen ist wesentlich. Wir wollen beste Rahmenbedingungen schaffen, um die klugen Köpfe von morgen hervorzubringen, die wir in unserer zukünftigen Wissensökonomie benötigen. Die Zersplitterung des Schulsystems muss überwunden werden. Wir wollen Ganztagsschulen ausbauen. So soll unser Bildungssystem mit pädagogisch-hochwertigen Angeboten ausgestattet werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss sichergestellt werden. Wir wollen eine bundesweite Bildungspolitik, bei der alle Kinder unabhängig vom Geldbeutel der Eltern ihre Fähig- und Fertigkeiten ausbilden können.

Michael Stewart (AfD): Die Mint-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sollen gefördert werden. Persönlich befürworte ich einheitliche Ausstattung und Schuluniformen. In Schulen mit Uniform gibt es nachweislich weniger Mobbing und Gewalt. Auch nach dem Unterricht sollen Lernräume zur Verfügung stehen, da nicht alle Schüler zu Hause gute Lernbedingungen vorfinden.

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