Podiumsdiskussion im Rathaus

Bundestagskandidaten halten sich an die klaren Spielregeln

+
Das Publikum der Podiumsdiskussion durfte am Ende mithilfe von Tischtennisbällen verdeutlichen, wer ihnen am Abend am besten gefallen hat. Als klare Gewinner des Stimmungsbildes gingen Lars Klingbeil (SPD), gefolgt von Kathrin Rösel (CDU) hervor.

Rotenburg - Von Lea Hoops. Fracking, Migration, Energiewende – das sind Themen, die auch Menschen mit Behinderungen interessieren. Bei der Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl am Mittwochabend im Rotenburger Rathaus haben die Besucher den Politikern all die Fragen gestellt, die ihnen wichtig sind.

Die Diskussion, initiiert von den Offenen Hilfen der Lebenshilfe Rotenburg-Verden, dem Beratungszentrum der Rotenburger Werke sowie der Gesellschaft für soziale Hilfen (Geso) war eine besondere, denn in den gut gefüllten Zuschauerreihen befanden sich überwiegend Menschen mit geistigen sowie körperlichen Behinderungen. Zwei Gebärdendolmetscherinnen übersetzten für die Gehörlosen unter ihnen die Beiträge. 

Dazu gehörten auch die von Moderator Henrik Pröhl ausgegebenen „Spielregeln“: Die Direktkandidaten für den Wahlkreis Rotenburg I / Heidekreis durften sich nur einer einfachen Sprache bedienen. Agnes Hasenjäger (Die Linke), Ellen Gause (Die Grünen), Lars Klingbeil (SPD), Hendrik Jürgens (FDP), Günter Scheunemann (Freie Wähler) sowie Kathrin Rösel (CDU) hielten sich zumeist an diese Vorgabe, schweiften bei einzelnen Erklärungen aber gelegentlich auch mal ab.

Lokale und bundespolitische Aspekte

Neben lokalen Themen kamen auch bundespolitische Aspekte zur Sprache. Eine der ersten Fragen aus den Zuschauerreihen: „Wie finden Sie Fracking?“ Hasenjäger, Gause, Klingbeil und Scheunemann sprachen die Gefahr an, die darin liegt. Das fiel auf große Zustimmung im Publikum. Jürgens und Rösel äußerten sich verhaltener, hoben aber auch die Hand, als Pröhl abschließend fragte, wer gegen Fracking sei.

Henrik Pröhl moderierte die Veranstaltung.

Für einen interessanten Anstoß sorgte Knut Weinmeister, Gehörloser und Gebärdendolmetscher: Er fragte, warum die Inklusion in Bildungseinrichtungen überhaupt gebraucht werde. Er sei der Auffassung, zumindest einige Gehörlose wollten das gar nicht. 

Klingbeil meldete sich zuerst zu Wort: „Der Kontakt ist wichtig, damit der Umgang mit Leuten mit Behinderungen normal wird und keine Berührungsängste entstehen.“ Dem schlossen sich die anderen Parteien an, Rösel fügte allerdings noch hinzu, dass Förderschulen dennoch wichtig seien. Dass sich die Aussagen der Kandidaten oft nicht stark unterschieden, bedauerte Henrik Pröhl: „Da hätte ich besser eingreifen sollen,“ gab er am Ende zu, zeigte sich sonst aber zufrieden.

Er und Ole Asmussen, Mitglied des Organisations-Teams dieser Diskussion, waren sich sicher, dass die meisten der knapp 100 Besucher bei der Bundestagswahl am 24. September ihre Stimmen abgeben werden. Martin Schwarz-Lübben von den Offenen Hilfen fasste zusammen: „Die Leute hier waren interessiert, die werden auch zur Wahlurne gehen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Zweijährige in Hamburg getötet - Vater auf der Flucht

Zweijährige in Hamburg getötet - Vater auf der Flucht

Der Montag auf dem Bremer Freimarkt

Der Montag auf dem Bremer Freimarkt

Ägyptische Assassinen und Prinzessinnen retten mit Mario

Ägyptische Assassinen und Prinzessinnen retten mit Mario

Hommage an Farbe: Yves Saint Laurent-Museum in Marrakesch

Hommage an Farbe: Yves Saint Laurent-Museum in Marrakesch

Meistgelesene Artikel

Visselhöveder findet Riesenboviste

Visselhöveder findet Riesenboviste

Verkauf verzögert sich

Verkauf verzögert sich

Edeltraut Rath zeigt ihre Ausstellung „Elementarteilchen“

Edeltraut Rath zeigt ihre Ausstellung „Elementarteilchen“

Familie Kaiser landet auf Platz eins bei „Deutschlands schönstes Wohnprojekt“

Familie Kaiser landet auf Platz eins bei „Deutschlands schönstes Wohnprojekt“

Kommentare