Bundestagsabgeordneter spricht mit Asyl-Arbeitskreisen in Rotenburg

Klingbeil trifft Freiwillige

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Bernd Wölbern (v.l.), Lars Klingbeil und Eckhard Lang im Gespräch mit Ehrenamtlichen.

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil hat sich im Rahmen seiner „Tour der Ideen“ mit Vertretern der Arbeitskreise Asyl aus Rotenburg, Scheeßel und Sottrum getroffen, um sich über die aktuellen Herausforderungen im Bereich der Flüchtlingspolitik auszutauschen. Ein riesiges Feld: 57 Millionen Flüchtlinge seien nach Klingbeils Information auf der Welt ohne Heimat.

In der Flüchtlingspolitik brauche es in Europa die gleichen Standards, so der Abgeordnete im Gemeindehaus der Rotenburger Stadtkirche. Seine eigenen Möglichkeiten zu helfen seien begrenzt. Zwar sei es in Soltau auf seine Intervention hin gelungen, die Abschiebung eines behinderten Kindes zu verhindern. Auf der anderen Seite würden aber auch voll integrierte Familien abgeschoben werden. In manchen Ländern beispielsweise Italien werfe man Menschen sogar unbegründet raus.

Für den niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius (SPD) nahm Klingbeil in Anspruch, dass seine Politik dafür gesorgt habe, zu einem erheblichen Wandel zu führen. Gleichzeitig lobte er die Ehrenamtlichen: „Wenn es von Ihnen nicht so viel gäbe, dann wäre es in Deutschland ein Stück kälter.“

Organisiert wurde dieses Treffen von Eckhard Lang, Flüchtlingsberater beim Diakonischen Werk. Er machte im Gespräch auf ein grundsätzliches Problem aufmerksam. „Die Unterbringung von Flüchtlingen bereitet den zuständigen Kommunen immer wieder Schwierigkeiten“, sagte er. Die gibt es auch beim Thema Sprachkurse. Klingbeils Parteifreund Bernd Wölbern, auch Vorsitzender der Mehrheitsgruppe SPD, Grüne und WFB im Kreistag, hierzu: „Sprachkurse gibt es im Landkreis in verschiedenen Orten und Ausprägungen. Es handelt sich immer um ehrenamtliche Leistungen.“ Es werde ein klar strukturiertes Angebot gebraucht, so Wölbern. Aber: „Dazu braucht man Lehrkräfte.“

Paul Göttert, der in Scheeßel Mitglied des Arbeitskreises Asyl ist, möchte gerade junge Menschen für die Arbeit mit Flüchtlingen gewinnen. Daher freue ihn das Engagement der Schüler im Beeke-Ort. So gebe es an der Eichenschule ein Projekt, wo Jugendliche ihren eingewanderten Mitschülern helfen, Deutsch zu lernen. „Erwähnenswert ist auch, dass in der Beeke-Schule ein Spielenachmittag stattfand, bei dem Flüchtlingsfamilien Kontakt zu den Beekscheepers herstellen konnten“, so Göttert.

Im Zuge des Treffens zwischen Klingbeil und den Arbeitskreisen bat der Abgeordnete um Informationen, wenn Hilfe benötigt werde. Von Fall zu Fall wolle er klären, ob er helfen könne.

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