Regional und gesund

BUND-Kreisgruppe Rotenburg erneuert den Einkaufsführer

Manfred Radtke mit dem veralteten Einkaufsführer aus dem Jahr 2011.
+
Es ist Zeit, den Einkaufsführer zu überarbeiten, sagt Manfred Radtke. Denn in den vergangenen zehn Jahren hat sich doch einiges verändert.

Der erste Einkaufsführer aus dem Jahr 2011 ist mittlerweile veraltet, daher plant die Kreisgruppe Rotenburg des BUND eine Neuauflage. Dafür sammelt Vorsitzender Manfred Radtke die Daten zusammen - und entdeckt auch Überraschendes.

Rotenburg – Manfred Radtke ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Das ist einer der Gründe, warum sich der Rotenburger BUND-Vorsitzende heute so sehr für die Natur und Landwirtschaft interessiert – Kühe mit der Hand melken, Kartoffeln noch selber aufsammeln, Hausschlachtung und vieles mehr sind ihm wohlvertraut. „Ich habe die Verbindung“, erklärt er. Und aus diesem Grund ist vor zehn Jahren dann auch der erste Einkaufsführer für regional und ökologisch erzeugte Lebensmittel des BUND entstanden. Da sich aber vieles verändert hat, soll es nun eine Neuauflage geben.

„Gerade jetzt, wo Landwirtschaft und Naturschutz wieder mehr aufeinander zugehen müssen“ sei es ein guter Anlass, den Einkaufsführer zu aktualisieren, sagt Radtke und verweist auf den Niedersächsischen Weg. „Und so kann auch die Landwirtschaft gestärkt und unterstützt werden.“ Ziel des Projekts ist es, alle Einrichtungen zentral zu sammeln, die selbst produzierte Erzeugnisse vertreiben.

Die Palette reicht von Eiern von freilaufenden Hühnern über Honig und Honigprodukte, Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren oder alten und robusten Rassen, Milch und Milchprodukte, Sonderkulturen wie Spargel, Erdbeeren, Heidelbeeren, Gemüse bis hin zu Hofläden, Hof- und Mühlencafés. Auch Verkaufsstände einschließlich derer auf Wochenmärkten sollen in die Liste aufgenommen werden. Ebenso umweltfreundliche Einkaufsläden wie der Unverpackt-Laden in Rotenburg.

Das ist richtige Detektivarbeit und ich stoße ständig auf neue Anbieter, von denen ich noch nie gehört habe.

Manfred Radtke

Schon vor der Pandemie war ein deutlicher Trend zu mehr Nachhaltigkeit erkennbar. Damit einhergehend ein größeres Bewusstsein für den Einkauf regionaler und gesunder Produkte. Das sei in den vergangenen Monaten noch einmal verstärkt worden, ist Radtkes Eindruck. Auch die Erzeuger haben reagiert, setzen mehr auf Direktvermarktung. „Vieles ging in den vergangenen Jahren auf Kosten der Umwelt und der Tiere.“ Da setze ein Umdenken ein. „So wie es mal war, kann es nicht weitergehen“, so Radtke. Und: Es gibt einen guten Grundstock im Landkreis, viele Nahrungsmittel kann man unkompliziert je nach Saison vor Ort kaufen. Bis auf wenige Spezialitäten könnte man sich gut regional versorgen.

Der Einkaufsführer soll dabei einen Überblick verschaffen. Doch das bedeutet viel Arbeit: Seit mehreren Wochen telefoniert Radtke und schickt E-Mails raus, um möglichst alle zu erreichen. Landkreisweit hat der BUND derzeit etwa 120 Betriebe erfasst – darunter seltenere Produkte für die Region wie die Zevener Gewürzmanufaktur oder die Godenstedter Ölmühle. Gut 200 könnten es am Ende sein, schätzt Radtke. „Das ist richtige Detektivarbeit und ich stoße ständig auf neue Anbieter, von denen ich noch nie gehört habe.“ Um schneller an die notwendigen Daten zu kommen, bittet er alle, die für den Einkaufsführer in Frage kommen, sich bei der Kreisgruppe zu melden.

Zunächst werden die Informationen auf der Internetseite des BUND unter dem Reiter „Regional einkaufen“ gesammelt. Ziel ist es aber, erneut eine gedruckte Ausgabe zu erstellen und zu verteilen. „Beim letzten Mal hat sich der Einkaufsführer gerade so selbst durch die Anzeigen getragen“, erinnert sich Radtke. 38 000 Exemplare wurden damals an alle Haushalte im Altkreis verteilt. Alleine sei das aber nicht mehr zu machen, daher sind Kooperationen geplant. Es werde aber noch Monate dauern, bis die Liste möglichst vollständig ist.

Einkaufsführer

Wer in den Einkaufsführer aufgenommen werden möchte, kann unter der Nummer 04261/ 6967 oder per E-Mail an bund.rotenburg@bund.net mit Manfred Radtke Kontakt aufnehmen.

Dennoch sei es heute einfacher, an die Informationen zu gelangen, als das vor mehr als zehn Jahren der Fall war. Ohnehin habe sich vieles verändert. Manche, die 2011 im Einkaufsführer gelandet waren, gibt es heute gar nicht mehr. Und es gibt weitere Veränderungen, die Radtke auffallen, aber nicht zum Positiven: Imker stellen ihre Bienenstöcke mittlerweile lieber in der Stadt auf – weil es außerhalb weniger Nahrung für die Insekten gibt. „Die Landschaft verarmt“, merkt er an. Dennoch sei es „interessant zu sehen, was sich im Bereich Landwirtschaft alles getan hat“, meint Radtke und denkt an die Haltung alter oder robuster Tiere, neue Hofläden, Verkaufsautomaten und mehr. „Diese Form der bäuerlichen Landwirtschaft wollen wir als BUND unterstützen.“

Denn es gibt eine breite Palette an Angeboten. Eines habe ihn bei seinen Recherchen besonders überrascht: „Es gibt noch viele Landwirte, die alte Tierrassen halten.“ Zum Beispiel Angus- oder Limousin-Rinder, Bentheimer Schweine, Auerochsen und auch Bisons. „Da hätte ich nicht gedacht, sowas hier zu finden.“ Gerade Auerochsen seien selten geworden. Aber auch Aroniabeeren werden zum Beispiel in Kalbe angepflanzt – eine „Trendbeere“, die als sehr gesund gilt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Weg frei für Kalandshof-Quartier

Weg frei für Kalandshof-Quartier

Weg frei für Kalandshof-Quartier
Visselhöveder Familie bangt um das Leben ihres Hundes

Visselhöveder Familie bangt um das Leben ihres Hundes

Visselhöveder Familie bangt um das Leben ihres Hundes
Baumfällarbeiten am Kattensteertsee

Baumfällarbeiten am Kattensteertsee

Baumfällarbeiten am Kattensteertsee
Für Ralf Goebel ist es eine Ehre

Für Ralf Goebel ist es eine Ehre

Für Ralf Goebel ist es eine Ehre

Kommentare