Der Stadtplaner hat die Rotenburger Zukunft im Blick

Bumanns Traum

Clemens Bumann hat viele Pläne für die Entwicklung der Stadt.
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Clemens Bumann hat viele Pläne für die Entwicklung der Stadt.

Rotenburg – Klingt gut: Mitten auf dem Lohmarkt in Rotenburg steht ein Veranstaltungszentrum. Ein Treffpunkt, eine Art Kulturzentrum für die ganze Stadt. Gleich daneben ein Parkhaus, das tagsüber helfen könnte, den Parkdruck vom Diakonieklinikum zu nehmen, abends dann aber den Treffpunktgästen zur Verfügung steht. So in etwa sieht der Traum von Rotenburgs Stadtplaner Clemens Bumann aus. Ob der sich realisieren lässt, wird er vielleicht im Februar kommenden Jahres erfahren.

Thema dieses Treffens mit Clemens Bumann: Was beinhaltet eigentlich das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek), das die Stadt seit 2019 erarbeitet und auf dessen Grundlage sie jetzt die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm beantragt hat? Zwei von Bund und Ländern geschaffene Programme können Kommunen eine finanzielle Förderung ermöglichen. Bumann: „Voraussichtlich im Februar kommenden Jahres werden wir erfahren, in welche Programme wir es geschafft haben.“

Im Programm „Lebendige Zentren“ sollen Stadt- und Ortsteilzentren attraktiver und zugleich zu identitätsstiftenden Standorten für Wohnen, Arbeiten, Wirtschaft und Kultur weiterentwickelt werden. Darauf schielt die Stadt im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Innenstadt.

„Sozialer Zusammenhalt“ lautet der Titel des weiteren Programms, das die Ziele verfolgt, die Wohn- und Lebensqualität sowie die Nutzungsvielfalt in den Quartieren zu erhöhen, die Integration aller Bevölkerungsgruppen zu unterstützen und den Zusammenhalt in der Nachbarschaft zu stärken. Ein Programm, das aus Sicht von Clemens Bumann wie gemacht ist für das „Quartier Auf dem Loh“.

Gelangen alle von der Stadt ins Auge gefassten Maßnahmen in das Städtebauförderprogramm, geht es um Investitionen von etwa 45 Millionen Euro. Je ein Drittel haben Bund, Land und die Stadt selbst zu übernehmen – bei einer Programmlaufzeit von bis zu 15 Jahren müsste Kämmerin Kristina Hollmann pro Jahr bis zu eine Million Euro mit in den Etat einpflegen. Allerdings können auch Dritte mit einsteigen.

Wie geht es jetzt weiter? Für den Herbst rechnet der Planungsamtsleiter mit Besuch von Vertretern des Amtes für regionale Landesentwicklung. Sie werden sich in der Stadt intensiv umgucken und die eingereichten Anträge sehr genau prüfen. Bumann: „Das Programm ,Lebendige Zentren’ ist sehr begehrt.“ Soll heißen: Sicher ist es noch lange nicht, dass die Kreisstadt im beantragten Ausmaß in den Genuss einer Förderung kommen wird.

Nach dem jetzigen Stand der Dinge sind die angestrebten Sanierungs- und Renovierungsarbeiten am und im Erlebnisbad Ronolulu mit einem Volumen von etwa acht Millionen Euro Bumanns Angaben nach „der größte Posten“ im Bereich der Innenstadt und damit auch insgesamt. Die Gegenfinanzierung würde in diesem Fall über die Stadtwerke Rotenburg zu übernehmen sein.

Der Umbau der Harburger Straße mitsamt einem Kreisel am Neuen Markt, der Umbau des Straßenzuges Goethestraße / Bergstraße sowie das von den Rotenburger Werken selbst mit ins Spiel gebrachte, mehr als fünf Hektar große Quartier auf dem Altgelände zwischen Lindenstraße und Soltauer Straße, aber auch der Umbau des Stadtstreeks / Fußgängerzone fallen mit unter die Überschrift „Lebendige Zentren“. Bumann: „Da kann man einiges machen.“ Beim Stadtstreek etwa soll es darum gehen, eine viel größere Erlebbarkeit des innerstädtischen Wassers zu schaffen – Naherholung am Ort.

Nicht nur in diesem Antragsblock tauchen Verkehrsmaßnahmen auf – das gilt nämlich auch für das „Quartier Auf dem Loh“. Die Jägerhöhe etwa spricht Bumann an, die Harburger Straße ebenso. Grundlage dafür bietet bald der in Auftrag gehende Verkehrsentwicklungsplan. Kernpunkte sind ein besserer, innerstädtischer Verkehrsfluss sowie eine deutliche Aufwertung für den Fahrradverkehr. Im Fachjargon ist von einer „Optimierung von Verkehrsflächen und -strukturen“ die Rede.

Ganz praktisch kann das so aussehen: Die Jägerhöhe gilt als „nicht mehr zumutbar“ vor allem für Kinder. Wie aber lässt sich das Zuparken der Straße verhindern? Bumann: „Mit Quartiersgaragen.“ Dann sei eine Aufwertung für die Erschließung der nördlichen Stadtmitte sowie der Innenstadt in diesem Bereich zu realisieren.

Darüber hinaus verbindet die Stadt weitere Ziele mit dem Isek. In der Innenstadt etwa geht es um die Anpassung des zentralen Versorgungsbereiches Große Straße, um eine Stärkung und den Ausbau sozialer Strukturen. Letzteres hat Bumann bei seinem Traum im Blick. Er spricht von Identifikation, die dadurch verstärkt werden könne, wenn es einen solchen Treffpunkt für die ganze Stadt gebe. Die Innenstadt als Standort für Einkauf, Verwaltung, Dienstleistungen, Gastronomie, Kultur, Begegnung und Wohnen sowie die räumliche Vernetzung von Innenstadt und den Niederungen mit den umliegenden Quartieren – darum geht es.

Im Quartier „Auf dem Loh“ spielt das Wohnen mit Nachverdichtung und weiteren Entwicklungsflächen sowie klimagerechter Gebäudesanierung eine große Rolle, aber auch die sozialen Strukturen benötigen nach Ansicht der Stadt mehr Aufmerksamkeit. Ein Beispiel ist der Bolzplatz am Sandhasenweg. Bei entsprechender Umgestaltung erhofft sich Bumann einen wirklichen Treffpunkt für die Jugendlichen, einen Treffpunkt mit deutlich größerer Aufenthaltsqualität. Dazu passt auch das Vorhaben, ein Quartiersmanagement zur Begleitung und Stärkung des sozialen Miteinanders einzusetzen. Im Blick hat die Stadt dabei ferner eine Kultur der Beteiligung und Mitwirkung des ehrenamtlichen Engagements. Praktischer Natur ist hingegen das Vorhaben, den Spielplatz an der Angerburger Straße neu zu gestalten.

An vielen Stellen sei es wichtig, Alternativen zu schaffen, die der Aufenthaltsqualität gerade in diesem Quartier dienen. Die meist grünen Flächen vor den Wohnblöcken etwa gäben den nötigen Raum dafür her.

Ja, und dann ist da Bumanns Traum von der Gestaltung des Lohmarkts. „Ein ganz großer Wurf und ein sicherlich langfristiges Projekt“, sagt der Planungsamtsleiter. Was den Parkplatz betrifft, erhoffe er sich eine Lösung mit und für das Diako. Eine Frage, für die er noch keine Idee hat: „Was machen wir dann künftig mit dem Jahrmarkt?“

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