Streit in der CDU

Büttinghaus: Grindel ist „Teil des Problems“

Carsten Büttinghaus
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Carsten Büttinghaus will politisch weiter am Ball bleiben und in vier Jahren erneut für die CDU antreten.

Schlechter war die CDU auch im Rotenburger Wahlkreis nie - das sorgt für Diskussionen. Auch zwischen dem ehemaligen Mandatsinhaber und dem aktuellen Kandidaten.

Rotenburg/Bispingen – Trotz des historisch schlechten CDU-Ergebnisses im Wahlkreis und nur 26,4 Prozent Erststimmen sieht sich Bundestagskandidat Carsten Büttinghaus in seinem politischen Stil bestätigt. Reinhard Grindel, der SPD-Platzhirsch Lars Klingbeil 2009 und 2013 im Wahlkreis noch besiegt hatte, hat gegenüber der Kreiszeitung am Montag gesagt, Büttinghaus habe „sehr fleißig Wahlkampf geführt“, aber schon das Kommunalwahlergebnis vor zwei Wochen habe gezeigt, „dass es schwierig wird“. Büttinghaus war da auf Platz 17 der CDU-Liste in der Gemeinde Bispingen auf nur 218 Stimmen gekommen. Grindel: „Gegen Klingbeil muss man einen Kandidaten aufstellen, der es an politischer Kompetenz und Erfahrung mit ihm aufnehmen kann.“

Erneute Kandidatur in vier Jahren?

Für Büttinghaus ist aber vielmehr Grindel, der sich 2016 aus der Politik Richtung DFB-Spitze verabschiedet hatte, „Teil des Problems“ der Partei: „ Jene alte, arrogante und selbstverliebte CDU, die keiner mehr haben will. Vor allem die jüngeren CDU-Wähler nicht.“ Und weiter: „Wir stehen für eine andere Art. Grindel war der Wegbereiter für einen starken Lars Klingbeil, und selbst den ,Altersruhesitz’ beim DFB hat er vergeigt. Grindel sollte daher einfach mal ganz kleine Brötchen backen.“ Für die CDU grundsätzlich gelte es nun, sich zu erneuern, nah an der Basis und mit klarem Profil. Büttinghaus: „Dafür habe ich gestanden und viel Zuspruch bekommen. Auch jetzt noch, im Minutentakt. Das zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin! Gegen den Bundestrend und gegen politische Prominenz war es aber aussichtslos.“ Hier sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, so Büttinghaus. Bereits am Wahlabend hatte er gesagt: „In vier Jahren möchte ich erneut bei der Bundestagswahl antreten. Letztlich entscheidet die Partei darüber, ob ich dabei sein werde. Aber: Ich bin dazu bereit. “

Ob Grindel auch wieder kandidieren wolle,  beantwortet er auf Nachfrage nicht eindeutig. Politisch wolle er sich aber natürlich weiter beteiligen. „In welcher Form, ist noch offen.“ Er verweist stattdessen vielmehr auf die notwendige Wahlkreisreform für den Bundestag, damit die Zahl der Abgeordneten künftig nicht noch weiter steigt. Die warte er ab. „Dann kann man beurteilen, wie sich die Lage darstellt.“

Mit 26,3 Prozent der Erststimmen für Büttinghaus und 25,0 Prozent der Zweitstimmen für die Partei schnitt die CDU am Sonntag im Wahlkreis 35 „Rotenburg I - Heidekreis“ zwar leicht besser ab als auf Bundesebene, aber sie war trotzdem klar unterlegen gegen die SPD. Die CDU verlor 12,9 Prozentpunkte zur Wahl 2017, Büttinghaus’ Vorgängerin und Grindels Nachfolgerin Kathrin Rösel kam damals immerhin auf 36,1 Prozent. Klingbeil holte jetzt 47,6 Prozent Erststimmen, 6,4 Punkte mehr, die SPD steigerte sich um 7,5 Punkte auf 34,8 Prozent. 

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