Bürgermeister Andreas Weber zieht Bilanz und blickt hoffnungsvoll nach vorne

„Es war ein gutes Jahr für Rotenburg“

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Bürgermeister Andreas Weber vor dem Rathaus, in dem er den Weg vorgibt.

Rotenburg - Von Guido Menker. Drei Themen haben Rotenburg in diesem Jahr ganz besonders geprägt. Das sagt Bürgermeister Andreas Weber (SPD) in einem Bilanzgespräch mit der Kreiszeitung. Die Entwicklung der Schulen, der Haushalt sowie die Zuwanderung der Flüchtlinge seien ganz wesentliche Herausforderungen gewesen. Mit den Ergebnissen ist der Sozialdemokrat unter dem Strich zufrieden: „Es war ein gutes Jahr für Rotenburg.“

Bis vor wenigen Wochen ist es der Stadt Rotenburg gelungen, die ihr zugewiesenen Flüchtlinge dezentral unterzubringen. „Wir haben 47 Wohnungen für sie gefunden“, erinnert Weber an die erfolgreiche Arbeit, die vom Amt für Jugend und Soziales geleistet wurde. „Bisher haben wir das alles sehr unspektakulär organisiert“, fügt er hinzu.

Diese Herausforderung habe man durch die Kooperation mit vielen Beteiligten gemeistert. Nun aber ist die Kapazität an freien Wohnungen erschöpft. In Zusammenarbeit mit dem Diakonieklinikum und dem Diakonissen-Mutterhaus ist daher in der ehemaligen Lungenklinik – jetzt „Campus Unterstedt“ genannt – Platz für bis zu 150 weitere Flüchtlinge geschaffen worden. Außerdem sind Weichen gestellt worden, um noch mehr Flüchtlingen ein Zuhause zu geben. Die Stadt will den ehemaligen Rathsmann-Baumarkt am Glummweg entsprechend herrichten. Die Verhandlungen laufen.

Ein weiterer Kraftakt hat in diesem Jahr hinter dem Projekt Haushalt gesteckt. „Der war nur mit dem Erlös aus Grundstückverkäufen auszugleichen“, erinnert sich Weber. Damit war es möglich, weitere 1,6 Millionen Euro in die Kasse zu spülen.

Ähnlich intensiv hatte sich der Verwaltungschef mit seiner Mannschaft und der Politik um den Bereich Schulen zu kümmern. Dabei stand allen voran die Frage im Raum, wohin die Reise der neuen Integrierten Gesamtschule (IGS) geht. Soll es ein Schulstandort sein? Oder ist es besser, die IGS auf zwei Standorte zu verteilen? Eine Frage, die Weber mit einer Machbarkeitsstudie beantworten ließ. „Nun haben wir eine klare Perspektive“, so Weber. Die Jahrgänge fünf bis sieben werden im Neubau an der Gerberstraße und in dem angrenzenden THS-Gebäude untergebracht, die Jahrgänge acht bis zehn kommen in die heutige Realschule. Es geht um Investitionen in Höhe von rund sechs Millionen Euro. Hinzugekommen ist der Neubau der Sporthalle an der Gerberstraße.

Im Bereich Bildung sei aber noch mehr auf den Weg gebracht worden, ergänzt der Bürgermeister. 2016 soll es mit dem Neubau des Kindergartens Lönsweg losgehen, und in den kommenden drei Jahren werden die drei Grundschulen dem Ganztagsschulbetrieb entsprechend mit Mensen ausgestattet. „Damit haben wir und die Schulen eine Orientierung.“

„Ich schaue zufrieden zurück, weil uns so viele Dinge gut gelungen sind“, so Weber. Neben dem Bau für die IGS und der Bodo-Räke-Halle an der Gerberstraße seien viele Straßen in Unterstedt und in Rotenburg neu gebaut sowie zwei Baugebiete – an der Brockeler Straße sowie am Stockforthsweg – neu erschlossen worden, wo neben vielen Einfamilienhäusern auch 79 Sozialwohnungen schon fast fertiggestellt sind.

Der Blick Webers reicht aber weiter: „Neue Geschäfte in der Innenstadt und großes Engagement unserer Geschäftsleute haben zu mehr Attraktivität des Angebotes und der Aufenthaltsqualität beigetragen.“ Sehr gerne denkt der Sozialdemokrat auch an die bunten Wochenenden mit dem Straßenzirkus „La Strada“ und dem Rotenburger Städtesportlertreffen zurück. Hinzu gekommen sei das Stadtradeln, „was bei allen Teilnehmern neben viel Freude mehr Gesundheit und Zusammenhalt erzeugt hat“. Am Stadtradeln werde sich die Stadt auch im neuen Jahr beteiligen – voraussichtlich im Mai oder Juni.

Die Freude Webers gilt übrigens auch für seinen persönlichen Neuanfang. „Ein Jahr in einem erfüllenden neuen Beruf als Bürgermeister hat mir mit Ihnen gemeinsam sehr viel Arbeit, aber auch Freude bedeutet“, sagt er in Richtung der Rotenburger Bürger. Er freue sich, hier so viele hilfsbereite Menschen und Organisationen zu haben, die beispielsweise mithelfen, die große Aufgabe der Flüchtlingsunterbringung und -betreuung zu bewältigen.

„Dafür möchte ich auch im Namen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter danken.“ Rotenburg sei eine liebens- und lebenswerte Stadt. Und das soll auch so bleiben. Weber: „Die Zukunft für Rotenburg haben wir auf eine finanziell sichere Basis stellen können, sodass weitere Investitionen in Bildung, Kinderbetreuung, Arbeitsplätze, Wohnen und Sport sowie Kultur sichergestellt sind.“

Der Bürgermeister lobt das große Netzwerk in der Kreisstadt, das für Vertrauen sorge. Organisationen, Vereine, dazu die Kirche und die Diakonie – sie alle tragen dazu dabei, wichtige Aufgaben zu meistern. Weber: „Das sorgt für Zuversicht.“

Die hat Weber auch mit Blick auf den „SuedLink“ („Den haben wir abgebogen“) sowie auf die Sicherung der Rotenburger Rinne vor dem Hintergrund der Fracking-Diskussion. Aber ihn umtreibt auch ein anderes Thema: Bekanntermaßen ist die Zahl der Leukämie- und Lymphomerkrankungen bei Senioren in Rotenburg und Bothel signifikant erhöht. Ein Zusammenhang mit der Erdgasförderung wird von vielen Seiten vermutet, allerdings ist dieser bislang nicht nachgewiesen. „Wir stehen in engem Informationsaustausch mit dem Gesundheitsamt, und wir schauen mit Sorge darauf, was gegebenenfalls als Ursache gefunden wird.“ Weber hoffe, man findet den Auslöser, um ihn gezielt bekämpfen zu können.

Es gibt auch aus Sicht des Bürgermeisters auch einige Dinge, die vielleicht nicht ganz so gelaufen sind, wie er es sich gewünscht hätte. „Auf einigen Feldern hätte ich mir eine größere Übereinstimmung gewünscht.“ Damit meint er die politischen Auseinandersetzungen in Sachen Schulen und Finanzen. „Da stand manchmal die Parteipolitik zu sehr im Vordergrund.“ Möglich habe das mit den im kommenden Jahr anstehenden Kommunalwahlen zu tun. Letztendlich müsse es doch immer um die Frage gehen, was gut für Rotenburg ist. In diesem Zusammenhang macht er klar: „Ich bin der Wahlleiter und nehme daher eine sehr neutrale Rolle ein.“ Das sei im kommenden Jahr neben vielen weiteren Punkten eine der größten Herausforderungen, aber er versichert: „Am Wahlstand der SPD wird man mich nicht antreffen.“

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