Bürgerkanzel 2015: Bürgermeister Weber macht am Sonntag den Anfang

Der Glaube als roter Faden

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In der Rotenburger Stadtkirche beginnt am Sonntag die Reihe der Bürgerkanzel 2015.

Rotenburg - Von Elisabeth Hintze. Laien sprechen zu Laien: Sie berichten ihnen von ihrer Einstellung zum christlichen Glauben, ihren persönlichen Erfahrungen damit, ihrem Verhältnis zu Gott – und das abseits jeglicher theologischer Ausbildung. Möglich macht dies die Reihe der Bürgerkanzel, die am kommenden Sonntag in der Stadtkirche Rotenburg startet.

Während der Gottesdienste – drei insgesamt – sprechen bekannte Persönlichkeiten aus der Stadt zu den Besuchern. In diesem Jahr werden Rotenburgers Bürgermeister Andreas Weber, Karsten Müller-Scheeßel, ehemaliger Leiter der Eichenschule Scheeßel, und Cornelia Mansfeld (Evangelische Hochschule Darmstadt und Buchhandlung Müller) die Kanzel der Stadtkirche betreten.

Die Bürgerkanzel gibt es in Rotenburg seit 2009. „Diese Gottesdienste sind besonders intensiv“, berichtet Susanne Briese, Superintendentin im Kirchenkreis Rotenburg. Denn in jedem Jahr würden Menschen ausgewählt, die die Stadt repräsentierten. Sie könnten kirchliche Themen manchmal besser mit Themen der Gesellschaft verbinden als es Geistliche täten. „Es ist interessant zu sehen, wie Menschen aus der Gesellschaft sich an das Thema Religion heranwagen.“ Keine „richtige“ Predigt sei es, schließlich gehe es nicht nur um die reine Wortverkündigung. „Es ist vielmehr eine Kanzelrede oder eine Ansprache“, erklärt Briese.

Die Themen der Bürgerkanzel sind von dem jeweiligen Predigenden frei gewählt. „Wir sprechen uns im Vorfeld natürlich ab“, erklärt die Superintendentin. Auch Bürgermeister Weber hat sich das Motto seiner Ansprache selbst gewählt. Sein persönlicher Glaube und seine Verbindung zur Stadtkirche seien Auslöser dafür gewesen, dass er als Redner für die Bürgerkanzel 2015 zugesagt hätte.

Weber hat das Thema „Der rote Faden im Leben“ gewählt. Als nach eigener Aussage „nicht entschieden glaubender Mensch“ habe er dennoch festgestellt, dass sich der Glaube und auch „der liebe Gott“ immer wieder in seinem Leben gezeigt hätten. Wie ein roter Faden eben. „Es gibt sicherlich Menschen, denen es ebenso geht“, sagt Weber. „Ich spreche darüber, was der Glaube mir persönlich gegeben hat, welche Lehren ich aus meinen Erfahrungen gezogen habe.“

Gott kritisch zu hinterfragen – auch das sei Bestandteil seiner Rede. „Es heißt schließlich ,glauben‘ und nicht ,wissen‘.“

Weber eröffnet am Sonntag, 7. Juni, die Reihe der Bürgerkanzel. Müller-Scheeßel hält seine Ansprache am 14. Juni und Mansfeld ist am 28. Juni an der Reihe. Die Gottesdienste in der Stadtkirche beginnen jeweils um 10 Uhr. Anschließend besteht für die Gottesdienstbesucher die Möglichkeit, beim Kirchencafé unter der Orgelempore mit den Beteiligten ins Gespräch zu kommen.

Zwar sind es in diesem Jahr wieder drei in der Stadt bekannte Persönlichkeiten, die an der Bürgerkanzel teilnehmen. Susanne Briese möchte dennoch für die Zukunft nicht ausschließen, dass auch der „Normalbürger“ – die Grundschullehrerin oder der Verkäufer – mitmachen kann. „Das wäre sicherlich eine Bereicherung.“

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