Bündnis setzt ein Zeichen

250 Teilnehmer bei Demo gegen Rassismus und für Toleranz

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200 Demonstranten sind in Rotenburg dabei.

Rotenburg – Zum internationalen Tag gegen Rassismus haben am Samstag mehrere tausend Teilnehmer von Demonstrationen und Kundgebungen in 27 Städten ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz gesetzt. Erstmals zeigten dabei auch rund 250 Teilnehmer einer vom kürzlich gegründeten Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus Rotenburg“ organisierten Demonstration Flagge.

Bunt sind die Fahnen und Banner, die über die Straßen im Zentrum in Richtung Neuer Markt getragen werden. Sie tragen Aufschriften wie „Fuck AfD“, „Sind wir nicht alle Migranten?“ oder „Love Music, hate Fascism“. Am Anfang des Zugs mit Regenschirmen wummern Beats von Neonschwarz oder Jan Delay vom Truck. Es tanzen vorwiegend jüngere Teilnehmer zu den Beats von DJ Chris Taffa. Zu den Jüngsten gehören die Rotenburger Nikola Riemke (12) und der ein Jahr jüngere Tjark Hops, der durch seine ältere Schwester von der Demo erfuhr und ein Schild mit „Wir sind bund“ hochhält.

Familien mit Kindern und Altrevoluzzer gehen weiter hinten. Auch dort sieht man selbst gemalte Schilder. Die Schrift von „Omas gegen Rassismus“, das sich Katharina Valett umgehängt hat, ist nach zwei Stunden Dauerregen fast zerlaufen. Die Hassendorferin führt das Vermächtnis der Mutter fort, die in der Friedensbewegung aktiv war: „Mein Herz schlägt links, ich versuche, grün zu handeln und selbst zu denken“, meint sie zu ihren Beweggründen.

Zwischendurch hält der Truck an. Die Bremerin Hatice Imce am Mikro fordert: „Eine Partei, die im Bundestag den Holocaust einen Vogelschiss nennt und versucht, unsere Erinnerungskultur zu zerstören: Das dürfen wir nicht zulassen!“ Der Zug zieht weiter, vorbei am Pferdemarkt und der Cohn-Scheune. Organisator Stefan Klingbeil ist mit der Beteiligung zufrieden: „Wir hatten gerade bei dem Wetter mit weniger gerechnet!“ Sein Lob spricht auch Bürgermeister Andreas Weber den Teilnehmern aus, der neben Imce und der Scheeßelerin und Antifaschistin Birgit Schlie das Wort ergreift. 

Demonstration gegen Rassismus mit 250 Teilnehmern

 © Ulla Heyne
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Er habe sich gefragt, ob in Rotenburg so eine Veranstaltung nötig sei. Die Antwort: „Ja, so lange ich vor der IGS einen Aufkleber der Rechten sehe: ‚Wenn wir ins Parlament kommen, kommen wir als Feinde‘.“ Er erzählt von persönlichen Anfeindungen, als er Flüchtlinge willkommen hieß, „dabei verdanken wir unseren Wohlstand der Zuwanderung aus anderen Ländern.“ Seine Forderung, dem „Rechtspopulismus die Rote Karte zu zeigen“, unterstützen hier wohl die meisten – jedenfalls fast. 

Einige wollen Vertreter der rechten Szene gesehen haben. Ihnen gelten Imces deutliche Worte: „Verpisst euch – Ihr seid der Grund, dass wir hier sind!“ Den einstimmig im Stadtrat, auch durch den Vertreter der AfD, beschlossenen Beitritt der Kommune zum Aktionsbündnis wertet Klingbeil als persönlichen Erfolg. Eine Neuauflage der ersten von ihm selbst organisierten Demo will er nicht ausschließen. Der jungen Scheeßeler Band „Baby‘s & Gentleman“ mögen im Anschluss nur noch wenige zuhören – es ist einfach zu nass.

Anmerkung: In einer Pressemeldung hat die Polizei die Teilnehmerzahl der Demo bekanntgegeben und spricht nun offiziell von „bis zu 250 Teilnehmern“. Zuvor hatten wir von 200 Teilnehmern berichtet.

hey

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