Bronzeskulptur von Amir Omerovic erhält Platz in der Rotenburger Innenstadt

Durch den Info-Dschungel

Das Kunstwerk wird vor dem neuen Pressehaus aufgestellt.

Rotenburg - Von Elisabeth Stockinger. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Diese Ansicht bewog die Mediengruppe Kreiszeitung im Frühjahr dieses Jahres dazu, ein Kunst-Projekt auszuschreiben. Der Gewinner steht nun fest: Der 44-jährige Amir Omerovic aus Bremen hat den Zuschlag erhalten. Seine Bronzeskulptur zum Thema Meinungsfreiheit wird ab Frühjahr 2016 die Rotenburger Fußgängerzone, in Höhe des neuen Kreiszeitung-Pressehauses, zieren.

Modell und Baustelle: Das richtige Kunstwerk wird dann im kommenden Frühling vor dem neuen Pressehaus aufgestellt.

Der Läufer – immer wieder ist er Thema in Omerovics Werken. Mal befindet er sich auf dem „Honigweg“, mal rennt er um „Das goldene Kalb“. „Das hat mit meiner Biografie zu tun“, erklärt der Künstler, der zwar in Bremen geboren ist, einen großen Teil seines Lebens aber in Bosnien und Herzegowina verbrachte. „Meine halbe Kindheit war ich auf der Autobahn unterwegs, pendelte zwischen beiden Ländern. Der Läufer spiegelt auch ein bisschen die Geschwindigkeit unserer Zeit wider.“ Omerovic ist durch den Kunstverein Rotenburg auf die Ausschreibung aufmerksam geworden. Der Verein sowie der Verlag Mediengruppe Kreiszeitung, die Stadt Rotenburg und das bauleitende Architekturbüro Planungsgesellschaft Nord hatten im Vorfeld jeweils einen oder zwei Künstler nominiert, die für die Gestaltung infrage kamen. Je ein Vertreter der Beteiligten sowie Arie Hartog, Direktor des Gerhard-Marcks-Hauses in Bremen, bildeten die Jury.

Die Entscheidung fiel dann vergangene Woche: Omerovics Entwurf „beeindruckt gleichermaßen auf ästhetischer wie intellektueller Ebene“, so das Urteil von Johannes Bruggaier, Leiter der Kreiszeitung-Kulturredaktion. „Meinungsfreiheit erscheint hier nicht allein als Recht, sondern auch als Verpflichtung: Meinung fällt uns nicht in den Schoß, sondern bedarf der Überwindung innerer wie äußerer Widerstände.“

Amir Omerovic lebt und arbeitet in Bremen. Seine Werke sind überwiegend aus Bronze gegossen.

Omerovic selbst möchte seine Skulptur, die rund 25000 Euro kosten wird, nicht erklären, sondern die Interpretation jedem Betrachter selbst überlassen. Nur so viel: Er habe den Läufer, die Geschwindigkeit gewählt, weil ihn die Dynamik in der Rotenburger Innenstadt beeindruckt habe. Der Künstler kennt die Wümmestadt, war schon oft vor Ort, und er schätzt die lebendige Fußgängerzone. Die Metallstäbe, durch die der Läufer rennt, sind angelehnt an die Bäume in der Innenstadt, zumindest formal. Inhaltlich, erzählt der Künstler, stehen sie für die Fülle an Informationen, durch die sich der Mensch heutzutage durchkämpfen muss. „Zeitung ist da noch das schönste Übel“, sagt der 44-Jährige und lacht. „Es gibt so viel Unwichtiges in der Welt. Jeder muss für sich sortieren und seine eigene Meinung finden.“ Ob das Megafon, nach dem der Läufer mit einem überdimensional langen Arm greift, herunter fällt, ob er danach greift oder es womöglich wirft – auch diese Auslegung steht jedem frei.

Bauarbeiten am Verlagshaus in Rotenburg

Einen Namen hat das Kunstwerk (noch) nicht. Viele Arbeitsschritte sind laut Omerovic noch notwendig, denn bisher steht nur der Entwurf. Eine Bronzeskulptur in Lebensgröße zu erstellen – der Läufer misst 1,93 Meter, die Stäbe etwa 2,30 Meter – sei schon etwas ganz Besonderes. Diese dann dauerhaft aufgestellt zu wissen – für einen Künstler eine besondere Ehre. Neue Kunst im öffentlichen Raum – das gebe es heute nur noch selten.

Dass sich die Plastik harmonisch in das Rotenburger Stadtbild einfügen wird, daran hat Kreiszeitung-Geschäftsführer Frank Schmid keinen Zweifel: „Ich begrüße die Entscheidung der Jury sehr. Die Skulptur passt gut zum Gebäude. Und sie bringt zum Ausdruck, wie schwierig es sein kann, seine Meinungsfreiheit zu verteidigen.“ Das Kunstwerk werde gleichzeitig zur Eröffnung des Pressehauses im Mai 2016 enthüllt.

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