Zählung im Landkreis ergibt: Manche Arten kommen seltener vor

Vögeln fehlen die Insekten

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Spatz (l.) und Kohlmeise zählen zu den häufigsten Arten, die im Landkreis gezählt wurden. 

Bremervörde - Von Stephan Oertel. Wer auf der Suche nach Vögeln seinen Blick durch den heimischen Garten schweifen lässt, wird am ehesten einen Spatz entdecken. Bei der „Stunde der Gartenvögel“ wurde er erneut am häufigsten registriert. Es folgen Amsel, Blaumeise, Kohlmeise und Feldsperling. Der Star hat sich dagegen rar gemacht im Landkreis Rotenburg.

Es war das 14. Mal, dass der Naturschutzbund Bürger aufgerufen hatte, Gartenvögel zu zählen. Aus dem Landkreis Rotenburg nahmen an der bundesweiten Aktion 177 Vogelfreunde teil. In 117 Gärten zählten sie 4 449 Federtiere – das entspricht 38 pro Garten. Damit lag die Beteiligung etwas höher als im Vorjahr, freut sich die Nabu-Umweltpyramide in Bremervörde, die die Aktion unterstützt hat. Am häufigsten beobachtet wurde der Haussperling, weitläufig auch Spatz genannt. 4,5 solcher Tiere erblickte jeder Zähler im Durchschnitt. Schon bei den vorherigen Zählungen kam er am häufigsten vor.

Rar macht sich dagegen der „Vogel des Jahres“, der Star. „Er wurde mit im Schnitt 2,08 Vögeln pro Garten gemeldet“, so Dr. Maren Meyer-Grünefeldt, Leiterin der Umweltpyramide. Der Wert liege damit leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 2,35 Staren, der seit 2006 gemessen wurde. Aufhorchen lässt jedoch der Vergleich mit dem Vorjahr, als in hiesigen Gärten noch 14 Prozent mehr Stare gezählt wurden. Damit verstärkt sich der Eindruck der Naturschützer über die Entwicklung dieser Art, die in Niedersachsen seit 2015 auf der „roten Liste“ steht.

Weniger Brutplätze für Feldsperlinge

Gerade der Rückgang der Nahrungsquellen und Brutplätze durch die Intensivierung der Landwirtschaft üben Druck auf den gleichwohl immer noch häufigen Vogel aus und führen zu einem Rückgang der Populationen, erläutert Meyer-Grünefeldt. Ähnlich ergehe es dem in ländlichen Strukturen ebenfalls noch oft anzutreffenden Feldsperling. Obwohl der Vogel noch zu den fünf am häufigsten gezählten Arten gehört, wurden in diesem Jahr mit nur noch 2,39 Individuen pro Garten eine Abnahme um 21 Prozent verzeichnet. „Auch der Feldsperling leidet unter dem Verlust an Brutplätzen durch strukturelle Veränderungen, vor allem dem Verschwinden von Streuobstwiesen und Feldgehölzen“, so die Leiterin der Umweltpyramide. Ebenso trügen erhöhte Pestizideinsätze zum Rückgang des Bestands bei. Grundbesitzer könnten dem aber ein Stück weit entgegenwirken, indem sie strukturreiche Gärten mit Obstbäumen und Büschen anlegen.

Dass auch weniger Amseln gezählt wurden, hängt laut dem Nabu dagegen wohl eher mit Krankheiten zusammen. Die Amsel leidet unter dem Usutu-Virus. Bereits im vergangenen Jahr hätten Nabu-Experten gemeinsam mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin nachgewiesen, dass der Rückgang der Amsel vor allem im Verbreitungsgebiet des Virus stattfindet. Das betreffe auch den Landkreis Rotenburg.

Und noch eine vertraute Vogelart ist zwischen Bremervörde und Visselhövede bei der jüngsten Zählung seltener von Vogelfreunden gezählt worden: das Rotkehlchen. „Das passt zum generellen Trend der besonders starken Abnahme insektenfressender Vogelarten und muss weiter beobachtet werden“, so Dr. Meyer-Grünefeldt. Rotkehlchen ernähren sich während der Brutzeit überwiegend von Insekten und deren Larven. „Wer diesen Vögeln helfen will, sollte seinen Garten naturnah mit heimischen Büschen und Bäumen bepflanzen“, rät die Umweltwissenschaftlerin. J zz

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