Borchels Ortsvorsteher will nicht mehr / Ortsbürgermeister kandidieren

Das Urgestein dankt ab

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Borchels Ortsvorsteher Hans Worthmann will nach 42 Jahren nicht mehr antreten.

Rotenburg - Von Michael Krüger. 42 Jahre sind genug. Hans Worthmann will nicht mehr. Seit der Gebietsreform 1974 war der heute 74-Jährige Ortsvorsteher in Borchel. Doch nach der Kommunalwahl im September ist Schluss: „Die Spannkraft lässt nach“, sagt Worthmann mit seinem typisch trockenen Humor. Ein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern. Nicht so in den anderen Ortschaften Rotenburgs – dort wollen die bislang amtierenden Bürgermeister weitermachen, sollten die neuen politischen Mehrheiten das denn so beschließen.

Die Bürger der Kreisstadt werden erst im Jahr 2021 darüber entscheiden dürfen, wer im Chefsessel des Rathauses auf Andreas Weber (SPD) folgt – oder ob er noch eine zweite Amtsperiode dranhängen darf. Das Hauptamt wird dann, bleibt auch die nächste Landesregierung bei diesen Bestimmungen, nur noch auf fünf Jahre gewählt. Fünf Jahre bleiben auch die ehrenamtlichen Ortsbürgermeister im Amt, sie werden von der jeweiligen Mehrheit in den Gemeinderäten bestimmt.

Einen Sonderweg geht Borchel. Der 1974 eingemeindete Ortsteil mit seinen 287 Einwohnern wird auch in diesem Jahr nach der Kommunalwahl eine Bürgerversammlung einberufen, die dem Ortsrat eine Empfehlung gibt, wer denn Ortsvorsteher wird. Bislang war die Entscheidung einfach, denn seit der Gebietsreform stand der parteilose Hans Worthmann an der politischen Spitze Borchels. Lange habe er mit sich gerungen, sagt er nun, aber die Entscheidung stehe: Er wird nicht wieder antreten. „Es gibt biologische Grenzen.“ Hinter den Kulissen wurden die Gespräche bereits geführt, sollten die Bürger und die Ratsmitglieder dem zustimmen, folgt auf Worthmann der 45-jährige Uwe Ehlbeck. Der CDU-Politiker betreibt in Borchel einen Kleinkläranlagen-Wartungsservice und ist seit 2014 hinzugewähltes Mitglied im Ausschuss für Straßen- und Tiefbau.

Während sich für Borchel eine in der Dorfgeschichte nahezu historische Veränderung andeutet, könnte in Mulmshorn, Waffensen und Unterstedt alles beim Alten bleiben. Denn Mattina Berg (SPD), Hartmut Leefers (CDU) und Uwe Lüttjohann (SPD) erklären unisono, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Lüttjohann: „Ich werde als Bürgermeister für Unterstedt weiter zur Verfügung stehen, da mir die Ortschaft sehr wichtig ist. Ich möchte auch weiterhin im Stadtrat der Stadt Rotenburg mitwirken. Auch im Kreistag werde ich weiter zur Wahl stehen.“ Er habe noch viele „Wünsche und Visionen“, die auch die Bürger des Ortes an ihn herangetragen hätten – und die womöglich umgesetzt werden können. Beim Waffensener Kollegen Leefers klingt es so: „Wenn das Ergebnis so ausfällt, dass ich Ortsbürgermeister bleiben sollte, stehe ich dafür weiterhin zur Verfügung.“ Leefers sitzt ebenso wie Lüttjohann im Stadtrat und Kreistag – dort werde er ebenfalls weiter kandidieren.

Zumindest im Stadtrat könnten beide auch nach der Wahl auf ihre Bürgermeister-Kollegin Mattina Berg treffen. Sie will in Mulmshorn und für Rotenburg wieder antreten – und hat mit ihrer Partei in diesen Tagen darüber hinaus einen weiteren Schritt getan. Denn nach dem Bruch der Rotenburger Fraktion hat sich die SPD in der Kreisstadt wieder zusammengerauft.

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