Landkreis und Stadt einigen sich auf Plan für neue Grundstücke

Borcheler können bleiben

CDU-Ratsherr Mirco Klee (l.) und Borchels Ortsvorsteher Uwe Ehlbeck sehen durch die vier bis sechs Bauplätze, die am Mehrzweckhaus entstehen können, wieder eine Perspektive für das Moordorf.
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CDU-Ratsherr Mirco Klee (l.) und Borchels Ortsvorsteher Uwe Ehlbeck sehen durch die vier bis sechs Bauplätze, die am Mehrzweckhaus entstehen können, wieder eine Perspektive für das Moordorf.

Rotenburg – Mirco Klee ist „glücklich“, wie er am Tag danach am Telefon sagt. Geschenke gibt es erst in zwei Wochen, aber das, was Stadtplaner Clemens Bumann am Dienstagabend im Ausschuss für Planung und Hochbau des Stadtrats verkünden konnte, ist für den CDU-Ratsherr ebenso ein Präsent – auch wenn er dort krankheitsbedingt fehlt: Das jahrelange Ringen um Bauplätze in seinem Heimatdorf Borchel scheint beendet. Stadt- und Kreisverwaltung haben sich geeinigt, wie auch in diesem Außenbereich neue Häuser entstehen können. Klee hofft, damit dem langsamen Sterben der Dorfgemeinschaft und dem Wegzug der jungen Leute begegnen zu können.

Platz gibt es in der seit 1974 zu Rotenburg gehörenden Ortschaft eigentlich genug. Nur ist es an vielen Stellen einfach zu feucht, um bauen zu können, zudem ist in der Regionalplanung für Borchel auch kein großes Wachstum vorgesehen. Doch wenigstens für die, die bleiben, aber kein Haus auf dem Grundstück der Eltern beziehen wollen, möchte Klee mit Ortsvorsteher Uwe Ehlbeck etwas bieten. Dafür kämpft er seit Jahren. Der klassische Weg wäre, dass die Stadt einen Bebauungsplan für ein gewisses Gebiet aufstellt, Flächen aufkauft, diese erschließt und dann verkauft. Doch das lohnt sich schlichtweg nicht – im Moor sackt der Boden ab, die Stadt wäre in der Haftung. Um „sicheres“ Bauland öffentlich zu verkaufen, müsste man laut Bumann 150 Euro pro Quadratmeter verlangen. „Das geht nicht.“

Direkt am Mehrzweckhaus wurde eine Fläche ausgemacht, die Platz böte für bis zu acht Grundstücke – wenn der Landkreis das „Gummibandverfahren“, das die Stadt geplant hatte, nicht abgelehnt hätte. Die Außenbereichssatzung für dieses Gebiet kassierte das Bauamt im Kreishaus ein, befürchtete eine Zersiedelung. Den „Belangen einer geordneten städtebaulichen Entwicklung“ werde „nicht genüge getan“, heißt es in einem Schreiben der Kommunalaufsicht vom Juli. Dagegen wehrt sich die Stadt zwar mit einer Klage, suchte aber auch das Gespräch. Und das hat jetzt zum Erfolg geführt.

„Es wurde gefeilscht“, sagt Klee zu dem Termin der Behördenleiter mit Landrat Hermann Luttmann (CDU). Aber: „Der Landrat hat trotz gegenteiliger Ansichten glücklicherweise auf eine Lösung gedrängt.“ Man habe sich mehr oder weniger in der Mitte getroffen, und mit der Rückkehr zur eigentlich gängigen Praxis, die zuletzt als nicht mehr zulässig galt, sei man wieder handlungsfähig: Im geänderten Flächennutzungsplan am Mehrzweckhaus wird nun Bauraum für vier bis sechs Häuser geschaffen, so Klee. „Wenn die vergeben sind, können wir uns ja wieder unterhalten“, sagt der 44-Jährige. Knapp 80 Hofstellen gibt es in Borchel, rund 300 Menschen leben dort. Sechs Interessenten für Grundstücke gebe es bei der Dorfjugend. Klee: „Wir wollen gar nicht wachsen als Dorf, sondern nur am Leben bleiben.“

CDU-Parteifreund Hartmut Leefers hat Klee im Ausschuss für sein „Aufbegehren“ gegen den Landkreis gratuliert. Im Rotenburger Rathaus lautet es anders. Stadtplaner Bumann begrüßt den Kompromiss, der wegen der Einfachheit der Stadt entgegen komme. Wird der Flächennutzungsplan dann so auch genehmigt, lasse man die Klage gegen den Kreis fallen.

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