Reaktionen auf die Wahl von Reinhard Grindel zum neuen DFB-Präsidenten

„Er hat Bodenhaftung“

Reinhard Grindel (r., hier im Gespräch mit Oliver Bierhoff) ist jetzt Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Bei der Wahl in Frankfurt erhielt er 250 Stimmen, es gab vier Nein-Stimmen. - Foto: maf

Rotenburg - Von Guido Menker. Reinhard Grindel grüßt ab sofort als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Erwartungsgemäß haben ihn die Delegierten des Außerordentlichen DFB-Bundestages zum Chef des weltweit größten nationalen Sportfachverbandes gewählt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete erhielt 250 Stimmen, vier Delegierte votierten gegen ihn. Er selbst hat sich enthalten.

„Ich gratuliere Reinhard Grindel zum neuen Amt, obwohl ich ihn gerne auch als Wahlkreisabgeordneten behalten hätte. Er hinterlässt große positive Spuren, wir werden uns bemühen, diese Lücke zeitnah zu füllen.“ So reagierte der CDU-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der Christdemokraten, Hans-Heinrich Ehlen, auf die Wahl Grindels. Es bleibt dabei, dass Ehlen (noch) nicht auf die sich aufdrängenden weiteren Fragen antwortet, die die Nachfolge Grindels als Bundestagsabgeordneten und die Kandidatur für die Wahl 2017 betreffen. Die CDU im Landkreis Rotenburg sowie im Heidekreis lädt für den 21. April zu einer Pressekonferenz ein, bei der sie sich zusammen mit Grindel äußern möchte. So viel ist klar: Sein Mandat als Bundestagsabgeordneter wird er niederlegen, allerdings nicht sofort, wie er laut der Agentur dpa überraschend verkündete.

Aus Sicht von Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) sei es gut für Rotenburg, dass in Reinhard Grindel nun ein weiterer Mann aus der Kreisstadt eine so herausragende Position auf Bundesebene bekleidet – neben Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Reinhard Grindel werde nun noch mehr im Blick der Öffentlichkeit stehen. „Ich weiß aber nicht, ob man ihn um seine neue Aufgabe beneiden muss, denn die ist schwer und kompliziert“, so Weber. Man könne Reinhard Grindel nur viel Glück wünschen. Gerd Engel, Vorsitzender der CDU im Heidekreis: „Ich habe Reinhard Grindel schon per SMS gratuliert und bin stolz darauf, den neuen DFB-Präsidenten nicht nur persönlich zu kennen, sondern mit ihm auch noch befreundet zu sein. Wir sind per Du.“ Er habe eine schwierige Aufgabe vor sich, „aber wie ich ihn einschätze, wird er das ohne Probleme meistern.“ So sehr er sich für Grindel freut, so traurig sei er darüber, ihn als Bundestagsabgeordneten zu verlieren. „Ja, wir müssen uns jetzt Gedanken machen“, so Engel. Aber zunächst sei er sich sicher, dass mit Kathrin Rösel eine Dame nachrücke, die „genauso engagiert“ ist. Die Kandidatensuche für das nächste Jahr dürfe zurzeit nicht zu sehr im Fokus stehen. Engel: „Unsere Konzentration gilt jetzt der Kommunalwahl am 11. Setptember.“ Die stehe auch beim heutigen Kreisparteitag im Mittelpunkt.

Große Freude auch bei Herbert Tietjen, dem Vorsitzenden des Kreissportbundes: „Für uns Sportler ist das ein denkwürdiger Tag.“ Er gratuliere und wünsche dem neuen Fußball-Chef im Namen von 83 000 Sportlern in den Vereinen des Kreissportbundes alles Gute. Grindel habe es neben seiner politischen Arbeit verstanden, vom Landkreis Rotenburg aus auch „auswärts“ zum Wohle des Sports zu arbeiten. „Reinhard Grindel hat sich einen Namen gemacht“, so Tietjen. Was er an ihm so sehr schätzt? „Er hat die nötige Bodenhaftung – das können wir gut nachvollziehen, denn er ist für uns da gewesen.“

„Das ist schön für Reinhard“

Peter Grewe, der Präsident des Rotenburger SV, findet es „schön für Reinhard“. Für ihn sei es eine wunderbare Sache, und sein Vorteil sei es, „dass er nicht aus dem eigenen Stall“ kommt. Von einem Vorteil für die Region wolle er nicht sprechen, „aber es ist ganz bestimmt kein Nachteil“. Allerdings sei es wichtig, Neutralität walten zu lassen, er sei schließlich Präsident aller Amateurvereine. Grindel habe für diese Aufgabe genau das richtige Gespür.

Elke Twesten, Landtagsabgeordnete der Grünen aus Scheeßel, scheint Reinhard Grindel als Bundestagsabgeordneten künftig nicht so sehr zu vermissen: „Ich gratuliere ihm!“ Aber er habe es als „Rotenburger“ für den Wahlkreis immer schwer gehabt. Es sei ihm in den vergangenen Jahren mehr oder weniger gut gelungen, seine Verbundenheit mit der Region zu demonstrieren. Twesten: „Wirklich zu Hause ist er hier nicht! Er mag gut in der CDU verhaftet sein, der Kontakt zu den Menschen vor Ort ist ihm schwer gefallen.“

„Es ist ja kein Geheimnis, dass der Fokus von Herrn Grindel in letzter Zeit verstärkt beim DFB lag. Von daher wird sich für mich in der ganz konkreten täglichen Arbeit für den Wahlkreis nicht allzu viel verändern“, so Grindels Bundestagskollege Lars Klingbeil (SPD). Lachend fügt Klingbeil hinzu: „Vielleicht sehen wir uns ja schon im Mai beim DFB-Pokalfinale in Berlin auf der Tribüne wieder. Ich hoffe nur, dass er kein Stadionverbot für mich ausspricht.“ Bei der CDU entstehe nach 14 Jahren ein Umbruch. Er werde sich weiter voll auf den Wahlkreis konzentrieren. Mit Grindels Nachfolgerin Kathrin Rösel werde er sich zügig zusammensetzen. Es sei wichtig, dass sie sich in Berlin gemeinsam und mit einer Stimme für die Region einsetzen.

„Für uns wäre es sicherlich ein großer Verlust, wenn Reinhard Grindel unsere Interessen nicht mehr im Bundestag wahrnehmen kann. Er hat bisher über viele Jahre sehr erfolgreich für den Wahlkreis gearbeitet. Immer wieder hat er auch Bürgern, die ihn direkt um Hilfe gebeten haben, bei ihren Anliegen unterstützt“, sagt Landrat Hermann Luttmann. Über Grindels Wahl habe er sich sehr gefreut. Luttmann: „Das ist eine gute Nachricht für Rotenburg.“

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