Erste „Lange Nacht der Mathematik“ am Ratsgymnasium

Bock auf Mathe

Hätten Sie´s gewusst? Das sind ein Tetraeder, ein Oktaeder und ein Ikosaeder. Sogenannte „Platonische Körper“. Sie haben eine wichtige Rolle in der „Langen Nacht der Mathematik“ gespielt. Fotos: Schwekendiek

Rotenburg - Von Michael Schwekendiek. Iris Rehder, Schulleiterin des Rotenburger Ratsgymnasiums, ist begeistert: Zusammen mit dem „Kooperationsverbund Rotenburger Schulen“, der sich unter anderem für die Förderung besonders begabter Schüler einsetzt, hat sie mit etlichen Kollegen zum ersten Mal die „Lange Nacht der Mathematik“ organisiert. Mancher ehemalige oder aktuelle Schüler dürfte ganz für sich die eine oder andere „Lange Nacht der Mathematik“ verbracht haben: entweder mit spätem Formellernen oder Albträumen vor der drohenden Klassenarbeit.

Aber hier sollte alles ganz anders sein: gut 100 Schüler diverser Grundschulen aus Rotenburg, Bothel und sogar aus Fintel sowie des Ratsgymnasiums hatten sich freiwillig gemeldet und stürzten sich am Donnerstag ins Mathe-Abenteuer. Angesprochen waren die Jahrgänge drei bis sechs, also das Alter von acht bis zwölf Jahren. Rehder, selbst Mathematik-Lehrerin, las zunächst aus dem Buch „Der Zahlenteufel“ von Hans Magnus Enzensberger vor: Robert, die Hauptperson, hasst nämlich alles an Mathematik. Da begegnet ihm in zwölf Nächten der Zahlenteufel, der so gar nicht „teuflisch“ daherkommt, und lässt Mathematik für Robert immer spannender werden. Genau das wollte man am Donnerstagabend erreichen. Nach wie vor, so Rehder, ist Mathematik „nicht das beliebteste Fach“ an der Schule, aber immerhin Pflichtfach bis zum Abitur. Am Donnerstag ging es darum, mit Spaß neue Seiten an der Mathematik zu entdecken. „Das ist nicht einfach Rechnen“, so die Schulleiterin.

Beeindruckend war dann für alle offensichtlich die prall gefüllte Cafeteria des Ratsgymnasiums. Dass es so viele Mathe-begeisterte Schüler gibt, damit hatten selbst die Organisatoren kaum gerechnet. Die Schüler hingegen sahen das eher gelassen. Befragt, ob gerade Mathematik ihr Lieblingsfach wäre, nickten drei angesprochene Fünftklässler energisch. Ob sie auch besonders gut wären? „Wir können eigentlich alles gut“, hieß es da selbstbewusst.

Und so ging es nach der Auftaktlesung in diverse Arbeitsgruppen mit den Mathe-Kollegen, die unterstützt wurden von Schülern der Mittelstufe. Da hieß es Türme aus Dosen und Münzen zu bauen und zu verändern, Geheimcodes zu knacken, Zahlenrätsel mit Streichhölzern zu lösen oder Platonische Körper zu entdecken: Wie viele Seiten, Kanten oder Ecken hat zum Beispiel ein Ikosaeder oder Tetraeder (Pyramide). Das besondere an dieser Arbeitsgruppe war, dass diese nicht von einem Lehrer, sondern von vier Schülern der siebten Klasse geleitet wurde: Jannes, Tjark, Mika und Niklas konnten mit diesen geometrischen Figuren nahezu perfekt umgehen. Daneben gab es Arbeitsgruppen zu Zauberquadraten, Würfelrätsel und verschiedenen „Logeleien“.

Dann ging ein Raunen durch die Reihen der Acht- bis Zwölfjährigen: Die Arbeitsgruppe von Mathe-Lehrer Marcus Prass-Jaussi, „Kopfrechnen am Tablet“, mit den schuleigenen Tablets, schien offensichtlich besonders reizvoll zu sein. Zwei Stationen durften sich die Teilnehmer dabei aussuchen und dann für jeweils eine halbe Stunde spielerisch neue Aspekte der Mathematik kennenlernen. Der Raum der „Tablet-Gruppe“ war sofort rappelvoll. Zum Abschluss gab es für alle Teilnehmer eine Urkunde, die ihnen eine „erfolgreiche Teilnahme“ bescheinigte.

Der „Zahlenteufel“ von Enzensberger, mit dem der Abend auch schloss, vermittelt offensichtlich nicht nur Robert Spaß an dem bis dahin für ihn verhassten Fach. Und so heißt es folgerichtig am Schluss des Buches: „Mit ein bisschen Mathematik geht eben alles schneller.“ Die nächste ähnliche Veranstaltung im Ratsgymnasium ist schon in Planung: Im kommenden Jahr will man zur „Langen Nacht der Naturwissenschaften“ einladen.

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