Lange Schlange am Eingang

Blutspende in Corona-Zeiten? Läuft!

Blutspende? Klar doch! Dieser Mann ist als DRK-Mitglied auch diesmal dabei. Fotos: Menker
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Blutspende? Klar doch! Dieser Mann ist als DRK-Mitglied auch diesmal dabei.

Rotenburg - Der Ortsverein Rotenburg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hält trotz der Coronakrise an seinen Blutspendeterminen fest. Und das gefällt vor allem Jürgen Engelhard, Regionalleiter Niedersachsen-Bremen beim Blutspendedienst.

„Die Blutspenden sind nach wie vor sehr wichtig“, sagt er am Montag, während sich vor dem Eingang der Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Gerberstraße in Rotenburg schon eine längere Schlange von Menschen bildet, die keine Bedenken haben, diesen Termin wahrzunehmen.

„Wir bieten zurzeit zwar weniger Termine an, aber die Menschen gehen sehr fleißig zur Blutspende“, sagt Engelhard, „und daher bleiben wir auch weiterhin versorgungsfähig.“ Im Normalfall ist man in Niedersachsen und Bremen täglich auf etwa 2300 Blutspenden angewiesen, zuletzt ist der Bedarf leicht gesunken. Denn inzwischen verschieben die Krankenhäuser planbare Operationen, wenn es möglich ist. Es sei jedoch nach wie vor wichtig, Termine anzubieten, aber weil jetzt die Teams dafür aufzustocken sind, müssen einige gestrichen werden. Eigentlich sind vier bis sieben Mitarbeiter des Bluspendedienstes mit von der Partie, jetzt sind mindestens sechs Mitarbeiter erforderlich, bei größeren Terminen sogar bis zu 13. Es geht um die Sicherheit aller Beteiligten.

Auch Heinz-Günter Bargfrede muss sich der Temperaturmessung unterziehen.

Nach und nach bitten die Mitarbeiter die draußen wartenden Menschen herein. Diese desinfizieren sich zunächst die Hände und unterziehen sich einer Temperatur- sowie der obligatorischen Blutdruckmessung. Die DRK-Mitarbeiter tragen nicht nur Handschuhe, sondern auch einen Mundschutz. Größten Wert legen sie zudem auf die zurzeit angesagten Sicherheitsabstände. Das gilt am Eingang, aber eben auch dort, wo die Spender ihre Formulare ausfüllen, beim kurzen Arztbesuch unter Spuckschutz, bei der Spende auf den Liegen und am Ende auch bei der Einnahme eines kleinen Imbiss’. Für den sorgt hier normalerweise immer ein großes Team von DRK-Frauen, die stets ein Büfett anrichten, an dem sich die Blutspender bedienen und stärken können.

„Diesmal haben wir einen Imbisswagen bestellt“, sagt der DRK-Ortsvereinsvorsitzende Heinz-Günter Bargfrede. Pommes, Brat- und Currywurst sowie Schaschlik sind im Angebot. Zum Essen selbst stehen Tische in der IGS-Mensa bereit. Die Sitzgelegenheiten liegen mehrere Meter voneinander entfernt.

Mahlzeit: Günther Köhnke hat sich eine Bratwurst bei Heiko Broede bestellt.

Einen Eindruck von den Blutspendeterminen verschafft sich in diesen Tagen auch der DRK-Kreisvorsitzende Günther Köhnke. Eigentlich sieht der Blutspendedienst vor, die Blutspender anschließend mit Lunch-Paketen zu versorgen und sie damit nach Hause zu schicken. „Wir wollten es mal mit der Bude versuchen“, sagt er und ist begeistert. Auch dort rücken die Gäste nur einzeln an den Tresen heran. Betreiber Heiko Broede reicht das Essen dann herüber. „Ich bin hier immer dabei“, sagt Sven Ullmann aus Ahausen. Bedenken, zur Blutspende zu gehen, habe er nicht. „So lange die Hygienemaßnahmen eingehalten werden, ist doch alles in Ordnung.“ Auch Marcel Ahrens ist an diesem Tag gekommen. Er hatte nur befürchtet, lange Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen. Doch dann ging alles reibungslos. „Ist doch gut gelaufen“, erklärt er, während er seine Pommes genießt. „Wir sind sehr glücklich, dass die Leute kommen, denn wir brauchen das Blut für die Versorgung vieler Patienten in den Krankenhäusern“, so Köhnke.

Hannelore Peters, Ute Peters sowie Ilse Hinz sind ebenfalls dabei. Sie gehören zum Catering-Team des Ortsvereins und können es diesmal nicht so ganz lassen. Sie haben eine große Schüssel mit Kartoffelsalat und eine weitere mit Karottensalat bereitgestellt – und wünschen mit Abstand guten Appetit.

Lesen Sie hier: Unsere Reportage aus dem Corona-Testzentrum in Zeven.

Blutspende in Rotenburg: Am Dienstag geht es weiter

Der Ortsverein Rotenburg im Deutschen Roten Kreuz (DRK) bietet vier Mal im Jahr Blutspendetermine in der IGS an der Gerberstraße an. „Immer zwei Tage hintereinander“, sagt der DRK-Ortsvereinsvorsitzende Heinz-Günter Bargfrede, während er den ersten Termin unter nun völlig neuen Voraussetzungen besucht. Das Coronavirus macht die Einhaltung besonderer Sicherheits- und Schutzmaßnahmen erforderlich. Das eigene Team ist deutlich reduziert – auch zum Schutz der ehrenamtlich Tätigen. Im Normalfall kommen pro Spende-Tag 100 bis 120 Spender in die Rotenburger IGS. Am Dienstag folgt der zweite Tag – von 15 bis 19.30 Uhr haben alle Interessierten eine weitere Gelegenheit, Blut zu spenden. „Es läuft ja schon recht gut an“, freut sich Bargfrede am Montag über den Zuspruch. Aber auch die Gelassenheit, mit der alle auf die neue Situation reagieren, gefällt ihm.

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