Moorfrosch, Erdkröte & Co. machen einen Spaziergang zum Naturschauspiel

Das blaue Wunder am Bullensee

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Das Männchen macht blau. In diesen Tagen sind die Frösche auf Paarungssuche und verfärben sich. Nicht nur am Bullensee ist dieses Naturschauspiel zu bewundern.

Rotenburg - Von Ulla Heyne. Wer in diesen Tagen am Bullensee unterwegs ist und die Augen aufhält, könnte sein blaues Wunder erleben: Neben den zahlreichen Kröten, die teils am Ufer schwimmend, teils noch als Single oder im Doppelpack auf den Wegen um den See zu sehen sind, bekennt auch der Moorfrosch Farbe. Bei dieser Art der Braunfrösche macht das Männchen in der Paarungszeit gern mal blau – sehr zur Freude von Naturbeobachtern und -fotografen.

So waren in den vergangenen Tagen an einigen Stellen bis zu 30 paarungswillige Männchen im Wasser zu beobachten. Das seltene, nur einige Tage währende Naturschauspiel hängt von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab, erklärt Nabu-Vorsitzender Roland Meyer: „Ab nächtlichen Temperaturen von sechs Grad aufwärts kommen die Frösche aus ihren Verstecken, in denen sie überwintert haben und machen sich auf zu den Laichgewässern.“

Einige hundert Meter legen sie so zurück; wer als Männchen Glück habe, werde – wie bei anderen Froschgattungen auch – huckepack genommen. „Normalerweise finden sich die Pärchen jedoch erst im Wasser“, so Meyer. Das Schauspiel der blauen Färbung, wenn an einer Stelle mehrere Männchen auf sich aufmerksam machen, sei typischerweise in der ersten Aprilhälfte nicht nur im Großen und Weißen Moor zu beobachten, sondern beispielsweise auch im Lauenbrücker Moor, im Huvenhoopsmoor, im Höhns- und im Pietzmoor.

Fußgängern rät Meyer: „Man sollte auf den Wegen bleiben und nicht ins Wasser greifen.“ Besonders leise müsse man hingegen nicht unbedingt sein: „Wenn man schleicht, erinnert das möglicherweise an einen Reiher und die Frösche tauchen sofort weg.“ Doch nicht nur wegen der Moorfrösche lohnt ein Gang ins Naturschutzgebiet: Auch Erdkröte und Grünfrosch nutzen die warmen Temperaturen zur Fortpflanzung, und mit etwas Glück sind auch Ringelnattern am „reich gedeckten Tisch“ auszumachen. Während Froschlaich in Klumpen abgelegt wird, sind es bei Kröten Laichschnüre.

Der Moorfrosch gehört zu den in Niedersachsen und bundesweit bedrohten Tierarten; beim Nabu hat man unlängst begonnen, seine Verbreitungsgebiete zu kartieren.

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