Bislang geringe Nachfrage bei Impfzentren des Landkreises

50 000 ohne vollen Schutz

Der Abfallbehälter füllt sich schnell, doch bislang ist die Nachfrage nach Terminen geringer als erhofft.
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Der Abfallbehälter füllt sich schnell, doch bislang ist die Nachfrage nach Terminen geringer als erhofft.

Lange Schlangen gibt es derzeit nicht. Die Nachfrage nach Terminen läuft schleppend. Alexander Oestmann, Leiter der mobilen Impfteams des Landkreises Rotenburg, hofft, dass die Impfbereitschaft wieder steigt.

Rotenburg – Etwa 50 000 Menschen im Landkreis Rotenburg sind nicht oder nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft, schätzt Alexander Oestmann, Leiter der mobilen Impfteams. Der Landkreis hat am Freitag drei neue Impfzentren eröffnet – in einer Lagerhalle von Holz Behrens in Rotenburg sowie in Zeven und Bremervörde. Doch der erhoffte Ansturm bleibt bislang aus.

Mit 480 Impfungen pro Tag hat der Landkreis allein in Rotenburg kalkuliert, nach einem verheißungsvollen Start am Freitagnachmittag waren für Montag jedoch nur 220 Termine vergeben, in den Tagen darauf sogar noch weniger. „Im Laufe der Woche liegen wir im Schnitt bei 100 Terminen, die bereits gebucht sind. Das ist eher schwach. In Bremervörde und Zeven sieht es sogar noch schlechter aus – besonders in Bremervörde sind aber auch einige Praxen sehr aktiv“, erklärt Alexander Oestmann.

Es gebe verschiedene Gründe dafür, warum so viele Menschen derzeit noch zögern, sich boostern zu lassen: „Einige erklären es beispielsweise damit, dass sie nach zwei Impfungen ,impfmüde‘ seien. Weil der Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus nach drei Monaten jedoch nachlässt, raten wir weiterhin zur Booster-Impfung. Grundsätzlich ist für mich eine Impfpflicht jedoch das letzte Mittel.“

Sorgt dafür, dass immer ausreichend Impfstoff vorbereitet ist: Karin Badenhop zieht Spritzen auf.

Bevor die Menschen in einer der vier Kabinen in der Lagerhalle geimpft werden, nehmen sie Platz an den Tischen der beiden leitenden Ärzte Markus Vogel und Estelle Schmermer, die Fragen beantworten und über mögliche Risiken aufklären. „Bei Erstimpfungen nehmen wir uns besonders viel Zeit, um mögliche Ängste und Bedenken zu nehmen. Warum die Menschen sich erst so spät impfen lassen, spielt für uns keine Rolle. Das müssen sie nicht erklären“, betont Vogel, der auch die Wahl des Impfstoffs bespricht. Über 30-Jährige erhalten bei der Booster-Impfung in der Regel das Vakzin Moderna, Jüngere Biontech.

Aus Sorge vor einer möglichen Herzmuskelentzündung fragen viele Menschen nach, ab wann sie wieder Sport treiben dürfen, berichtet Markus Vogel. Auch das sei eine Altersfrage, erklärt der Mediziner: „Jüngere sollten eine Woche warten, Ältere können dagegen bereits nach drei Tagen loslegen.“

Zum Abschluss des Gesprächs geben die beiden Ärzte noch Tipps, mit welchen Medikamenten sich typische Folgen der Impfung wie Fieber und Kopfschmerzen in den Griff bekommen lassen. Auffällig sei dabei, dass viele Menschen „unbegründete Angst“ vor Nebenwirkungen hätten, die nicht oder nur sehr selten auftreten: „Noch immer sind leider viele Menschen falsch informiert“, bedauert Markus Vogel.

Hoffen auf mehr Impfwillige: Alexander Oestmann (l.), Estelle Schmermer und Markus Vogel.

Ein paar Meter weiter sorgt derweil Karin Badenhop dafür, dass immer ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Bei etwa minus acht Grad Celsius werden die Vakzine gelagert, bis sie zum Einsatz kommen. „Nach dem Aufziehen auf die Spritze müssen sie innerhalb von sechs Stunden verbraucht werden“, erklärt Badenhop.

Das mobile Impfteam Süd ist montags bis freitags von 8.30 bis 16.30 Uhr in der Halle von Holz Behrens in Rotenburg im Einsatz. Anmeldungen sind online über die Internetseite des Landkreises Rotenburg möglich. In dieser Woche können Impfwillige auch ohne Termin zu den drei Standorten kommen, sofern sie eine mögliche Wartezeit in Kauf nehmen. Die Gefahr, dass zu wenig Impfstoff zur Verfügung stehe, bestünde nicht: „Es gibt derzeit ein Überangebot, auch in vielen Arztpraxen“, betont Alexander Oestmann.

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