Jahresausstellung startet Mittwoch

Eine riesige Collage aus 50 Werken

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Ragna Müller hat noch einige Bilder zu rahmen.

Rotenburg - Von Guido Menker. Der Termin steht schon lange fest. Und doch wird es in den letzten Tagen vor der Eröffnung immer wieder hektisch. „Diesmal waren wir etwas schlauer“, sagt Ragna Müller schmunzelnd.

Die großformatigen Bleistiftzeichnungen von Wolfgang Steinbach beeindrucken immer wieder viele Besucher.

Drei Honorarkräfte packen in der Bildnerischen Werkstatt mit an und helfen beim Aufbau der Jahresausstellung. Bis Mittwochabend muss alles fertig sein. Um 19.30 Uhr geht es nämlich wieder los. 70 Künstler mit Behinderung gehen mehr oder weniger regelmäßig in der Bildnerischen Werkstatt der Rotenburger Werke ein und aus. Bis zum 16. März ist dort ein Best-of zu sehen – rund 50 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Film sowie kinetische Objekte füllen den allein schon durch seine kreative Atmosphäre bestechenden Raum dieser alten Turnhalle an der Lindenstraße in Rotenburg.

Das Vorbereiten der Ausstellung erfordert Teamwork.

„Es läuft ganz gut“, sagt Ragna Müller, „wir haben keine Langeweile.“ Bei dem, was von morgen Abend an ausgestellt ist, spricht sie von einer „riesigen Collage von Kunstwerken, die nebeneinander existieren können müssen“. Die Herausforderung liege also vor allem darin, für jedes Werk den richtigen Platz zu finden, so dass es sich mit dem „Nachbarn“ gut versteht. Müller: „Das muss einfach passen.“ Das Team der Werkstatt – Martin Voßwinkel, Jarmo Lethinen und Ragna Müller, dazu die Honorarkräfte Tabea Bruns, Julia Wirtz und „Z. Schmidt“ – ist sehr froh darüber, auch etwas Neues präsentieren zu können. Aus der Einzelförderung heraus sind ein Film, eine Fotostrecke sowie kinetische Objekte und Siebdruckarbeiten entstanden. Ragna Müller spricht von einer angestrebten Weiterentwicklung, die durch die gezielte Förderung einzelner Künstler möglich werde. Und doch sagt sie auch: „Es ist hier wirklich das kreative Chaos – wir wissen eigentlich nie, was uns am Ende erwartet.“ Das sei das Besondere an der Bildnerischen Werkstatt, in der Inklusion schon lange gelebt worden sei, bevor davon in der heutigen Form gesprochen worden ist. Die alte Turnhalle sei ein Ort der Begegnung von höchster Bedeutung für die Menschen mit Behinderung. „Manche kommen jeden Tag – ganz so, als gingen sie zur Arbeit“, so Müller. Fangen sie erst einmal an, gebe es vielfach kein Ende. Die Bedeutung, die diese Bildnerische Werkstatt für die Künstler hat, sei im Gespräch mit ihnen nicht zu erfahren, sondern nur beim Machen zu erkennen.

Dietmar Jäschke platziert eine seiner Fotografien an der Wand.

Die Jahresausstellung selbst habe ebenfalls eine große Bedeutung. Sie sei gut für das Selbstbewusstsein, verleihe den Künstlern Bestätigung. Müller: „Sie können sich darüber definieren – für sie ist das eine Form der Kommunikation. Zur Eröffnung am Mittwochabend sprechen Bürgermeister Andreas Weber sowie die Werke-Chefin Jutta Wendland-Park.

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