Leiter des Jobcenters berichtet Ausschuss über die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt

Bilanz bislang enttäuschend

Die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt bleibt eine große Baustelle. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Sophie Filipiak. Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt war das beherrschende Thema der Ausschusssitzung für das Jobcenter im Rotenburger Kreishaus am Donnerstag. Harald Glüsing, Leiter des Jobcenters, berichtete, wie seine Einrichtung mit dieser Personengruppe umgeht. Denn die Zahl der Leistungsberechtigten, die vom Asylbewerberleistungsgesetz in das SGB II (Hartz IV) rutschen werden, soll sich in Zukunft erhöhen. „Derzeit sind die Zugänge aber sehr gering“, erklärte Glüsing. Zu Jahresbeginn waren es monatlich rund 40 Flüchtlinge gewesen, die beim Jobcenter vorstellig geworden sind, nun stagniert die Zahl. „Aber 1 200 Flüchtlinge stehen noch aus“, meinte Glüsing.

Für die meisten Asylbewerber, die vom Jobcenter betreut werden, greifen die üblichen berufstechnischen Maßnahmen nicht, so der Leiter. Es gebe viele Einschränkung, beispielsweise mangelnde Deutschkenntnisse oder nicht vorhandene Qualifikationen. Sprachkurse sind aber nur der Anfang der vielen Vorhaben, mit denen das Jobcenter versucht, die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Zum einem beteiligt sich die Einrichtung an einer Qualifikationsvprojekt der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Stade. Dort werden die Beteiligten für handwerkliche Berufe fit gemacht.

In Kürze beginnt auch das elektronische Feststellungsverfahren „In-Check“, bei dem die Flüchtlinge in ihrer Muttersprache einen Fragebogen ausfüllen, der den Jobcenter-Mitarbeitern – nachdem die Antworten übersetzt wurden – Informationen über Bildungsstand, etwaige Ausbildungen und Wunschberufe liefern soll. „Dafür wurden in den Jobcentern extra Hotspots eingerichtet.“

Um die Asylbewerber möglichst früh über den deutschen Arbeitsmarkt aufzuklären, hat das Jobcenter eine Veranstaltungsreihe konzipiert, die sogenannte muttersprachliche Berufsorientierung. Dort informieren Dolmetscher die Teilnehmer auf arabisch über die deutschen Eigenheiten. „Schließlich können die Flüchtlinge hier nicht einfach eine Bohrmaschine in die Hand nehmen und loslegen. Für vieles braucht man ja eine Genehmigung“, so Glüsing. Auch die Rolle der Frau soll thematisiert werden. „Wir haben ja viele weibliche Mitarbeiter“, sagte der Jobcenter-Leiter.

„Die Lage ist im Moment eher enttäuschend“, meinte Wilfried Behrens (SPD). „Bei der Integration in den Arbeitsmarkt haben wir noch keine hohe Erfolgsquote.“ Glüsing entgegnete, er sei auch nicht glücklich darüber, aber es sei eben eine schwierige und daher langwierige Aufgabe, die sich über Jahre hinziehen könnte. Jürgen Borngräber (SPD) stimmte ihm zu. „Bedenkt doch mal, wie lange wir für unsere Ausbildung gebraucht haben.“

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