Aktiver Einsatz für gesunde Ökosysteme

Bienenstöcke für Grundschulen

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Anja Schulenberg erklärt den Zweitklässlern, wie wichtig eine gesunde Umwelt ist.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Junge Menschen für die große Bedeutung von Wild- und Honigbienen zu sensibilisieren, ist angesichts der schrumpfenden Artenvielfalt wichtig, meint Anja Schulenberg von der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümme (BSW) Rotenburg.

In Kooperation mit Niels Kruse vom Imkerverein Rotenburg hat die Biologin Schulenberg deshalb ein ehrgeiziges Projekt gestartet. Zweitklässler und deren Lehrer von der Montessori-Schule, der Schule am Grafel, der Kantor-Helmke-Schule und der Grundschule Scheeßel nehmen an einem Umwelt-Projekt unter dem Arbeitstitel „Summ, Summ, Summ – Den wilden und zahmen Bienen auf der Spur“ mit jeweils zwei Klassen teil. Ziel sei es, dass am Ende alle vier Schulen Bienenvölker erhalten, für Wildbienen Nisthilfen einrichten und Wildblumenwiesen für die Insekten anlegen. Bisher hätten drei Schulen die Bereitschaft erklärt, dieses Projekt in diesem Sinne in Eigenregie weiterzuführen, so Schulenberg.

Und weil ein derartiges Projekt nicht ohne das nötige Kleingeld durchzuführen ist, hat sie einige Sponsoren gefunden, die sich an der Finanzierung Projektes zum Schutz der Bienen finanziell beteiligen. Die Bingo-Umweltstiftung hat allein 10.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Langfristige Wirkung angestrebt

Der Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr setzt auf langfristige Wirkung: „Die Lehrkräfte werden imkertechnisch und pädagogisch fortgebildet, dass sie künftig das Projekt betreuen können und Schüler-Arbeitsgemeinschaften entstehen“. Weitere Geldgeber sind von der Manfred-Hermsen-Stiftung, vom Verein NKG Hanseatische Natur- und Umweltinitiative, Sparkasse Rotenburg-Osterholz, Sparkasse Scheeßel und Leas (Damen vom Lionsclub). Auf diese Weise sind insgesamt nahezu 20.000 Euro zusammengekommen.

„Bei der Biene denken die meisten Menschen zuerst an die Honigbiene und wissen gar nicht, dass diese nur vom Menschen gezüchtet und gehalten werden“, erklärt Schulenberg den Schülern. Alle anderen Bienen werden als Wildbienen bezeichnet.

„Diese Insekten spielen eine wichtige Rolle für die Bestäubung der Pflanzen, von denen viele ohne diesen Vorgang nicht existieren können“, so die Expertin. Sie zeigt Fotografien herum, um ihre Ausführungen für die junge Klientel anschaulicher zu machen.

Niels Kruse zeigt den Umgang mit Honigbienen am Bienenstock.

In acht Veranstaltungen lernen die angehenden „Jungimker“ neben Kenntnissen zum Leben, ihren Bedürfnissen, Gefährdung und Schutzmöglichkeiten der Bienen auch vieles über die Artenvielfalt. Sie erfahren zudem etwas über die Tätigkeit eines Imkers.

Da kommt Kruse ins Spiel, der den Schülern ein standesgemäßes Imkeroutfit verpasst hat und mit ihnen zum Bienenstock marschiert. An Ort und Stelle erklärt er, was sich rund um die Königin so abspielt, bis der Honig in den Wabengittern landet. Auf einer weiteren Exkursion nach den Ferien will er ihnen dann zeigen, wie der Honig von der Wabe ins Honigglas kommt. Dabei stellen die Kinder gleich praktisch fest, warum sie am Bienenkorb vorsichtshalber eine Schutzkleidung tragen sollen. Denn so ein Stich auf nackter Haut ist ziemlich schmerzhaft, betont Kruse. Die Bienen sind allerdings wenig aggressiv, als er den Deckel öffnet und einen Rahmen samt Bienen aus dem grünen Kasten holt, um die Abläufe praktisch zu demonstrieren.

Insgesamt sind 602 Stunden für das gesamte Projekt geplant. Die Initiatoren hoffen, dass die Mädchen und Jungen des ersten Durchgangs 2020 als Drittklässler ihr Wissen an die jüngeren Schüler weitergeben. Im dritten Jahr (2021) kann aus allen interessierten ehemaligen Zweitkklässlern eine Arbeitgemeinschaft entstehen, die als „Experten“ ihr Wissen auch an jüngere Schüler weitergeben.

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