Beziehung zwischen dem Landkreis Rotenburg und Güstrow schläft ein

Partnerschaft endet nach 25 Jahren

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Die Partnerschaft mit Güstrow wird beendet.

Rotenburg - Von Michael Krüger. 25 Jahre nach der Deutschen Einheit scheint sich Einiges erledigt zu haben. Die Partnerschaft jedenfalls zwischen dem alten Landkreis Güstrow und dem Landkreis Rotenburg wird beendet. Das ist aus Mecklenburg-Vorpommern zu vernehmen – und im Rotenburger Kreishaus wird kein Einspruch erhoben.

Symbolträchtig am Tag der Deutschen Einheit am3. Oktober 1990 setzten der damalige Rotenburger Landrat Hans-Cord von Bothmer und Oberkreisdirektor Gerhard Blume gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus dem Landkreis Güstrow ihre Unterschriften unter die Partnerschaftsurkunde. „Gemeinsam wollen die Kreise sich um eine Lösung der zahlreichen Probleme bemühen, die sich im Zusammenhang mit der Einführung einheitlichen Rechts und vergleichbarer Verwaltungsstrukturen ergeben“, hieß es im ersten Satz der Vereinbarung. Kontakte auf politischer und administrativer Ebene, aktueller Informationsaustausch und Hilfestellungen im personellen wie sächlichen Bereich sollen dazu beitragen, hieß es. Verbindungen zwischen Gemeinden, kommunalen Einrichtungen sowie Vereinen und Verbänden beider Kreise würden nachdrücklich unterstützt. Und das geschah viele Jahre. So berichtet unter anderem der Rotenburger Seniorenbeirat von insgesamt zehn Treffen. Doch spätestens mit der Kreisreform im Nachbarbundesland im Jahr 2011 brach der Kontakt ab.

Aus den Kreisen Güstrow und Bad Doberan wurde der Landkreis Rostock. Als sich die politische Landschaft dort nach den Kommunalwahlen 2014 neu formierte, sei „das Bedürfnis entstanden, die Partnerschaftsbeziehungen des neuen Landkreises Rostock auf den Prüfstand zu stellen und insbesondere die aktuellen Beziehungen zu untersuchen“, teilt Rostocks Landrat Sebastian Constien (SPD) mit. Die Aufarbeitung zum Thema Partnerschaften des Kreises sei dann durch die Verwaltung erfolgt. Mit dem Ergebnis, „dass die bisher bestehenden vertraglichen Partnerschaften nicht weiter verfolgt werden sollen, da diese in aller Regel vor einem anderen historischen Hintergrund geschlossen wurden und heute in dieser Form von ihren Zielvorstellungen her nicht mehr tragen“.

Eine Entscheidung der ehemaligen Partner, die im Rotenburger Kreishaus bis heute nicht offiziell eingetroffen ist. Doch Rotenburgs Landrat Hermann Luttmann (CDU) ist darüber nicht allzu traurig. Sprecher Gerd Hachmöller gibt zu, „dass die Partnerschaft in den vergangenen Jahren, bis auf die Barlach-Ausstellung in Bremervörde im Jahre 2011, nicht mehr mit Leben erfüllt war“. Der Austausch auf den Ebenen der Kreispolitik und Kreisverwaltung, wie er in den 90er Jahren noch geführt wurde, finde seit längerem nicht mehr statt. In jener Zeit sei aufgrund der in den neuen Bundesländern aufzubauenden Verwaltungsstrukturen und der dort geringen Erfahrungen in der Kommunalpolitik der Bedarf an Austausch naturgemäß noch hoch gewesen. Das sei Geschichte. Hachmöller: „Vor diesem Hintergrund wird eine Auflösung dieser Partnerschaft heute vom Landrat als unschädlich angesehen.“ Folgen für die Kreisverwaltung und -Politik habe eine solche Auflösung zunächst keine. Inwieweit andere Kontakte, zum Beispiel auf dem Gebiet des Ehrenamtes, von einem solchen Schritt berührt werden, bleibe abzuwarten.

Deutlicher wird der CDU-Ehrenvorsitzende Albert Rathjen aus Bremervörde, der die Beziehungen mit Güstrow lange Zeit mitgeprägt hat. Er kritisiert die einseitige Kündigung der Partnerschaft: „Diese Mitteilung ist schon deshalb gewöhnungsbedürftig, weil der Landkreis Rotenburg nach der Wende dem Landkreis Güstrow erhebliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt und auch Personal in die dortige Kreisverwaltung geschickt hat. Daran darf man sicherlich in aller Bescheidenheit erinnern.“ Nun wolle der Kreis Rostock Beziehungen im Nahen Osten oder im internationalen Ostseeraum knüpfen. Wie er diese mit Leben fülle wolle, „bleibt sein Geheimnis“, sagt Rathjen.

Derzeit strebt der Landkreis Rotenburg keine neuen Partnerschaften an. Die bestehenden Beziehungen mit Falmouth in England, Pays Foyen in Frankreich und Marlbork in Polen sowie die freundschaftlichen Beziehungen zu den polnischen Landkreisen Sztum und Wegorzewo werden weiter gepflegt und mit Leben gefüllt, heißt es im Kreishaus.

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