Bewaffneter Raubüberfall auf Juweliergeschäft / Täter entkommen unerkannt

Räuber fesseln Geschäftsfrau und räumen den Safe leer

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Das Juweliergeschäft Maasch an der Großen Straße ist gestern Vormittag gegen 11 Uhr von zwei Männern überfallen worden. Die Täter haben die Geschäftsinhaberin mit einer Waffe bedroht und sie anschließend gefesselt zurückgelassen.

Rotenburg - Von Guido Menker. Es ist Mittwoch, 11.05 Uhr: Renate Maasch, seit 1973 Inhaberin eines Juweliergeschäfts an der Großen Straße in Rotenburg, befindet sich alleine im Laden. Plötzlich betreten zwei Männer das Geschäft.

Sie sind maskiert, haben sich Wollmützen über den Kopf gezogen. Einer der Männer bedroht sie mit einer Schusswaffe und drängt sie in den hinteren Bereich. Die Männer fesseln die Frau mit Kabelbindern und räumen anschließend den Safe leer. Sie raffen ihre Beute zusammen und machen sich nach wenigen Minuten wieder aus dem Staub – sie entkommen unerkannt.

Das 64-jährige Opfer kann trotz der Fesseln in den vorderen Geschäftsbereich robben und um Hilfe rufen – nach einer halben Stunde, sagt die Polizei, wird jemand auf das Opfer aufmerksam und kann es befreien. Es sind drei Frauen, die die Hilferufe vernehmen. Später erreicht die Polizei ein Anruf – zu diesem Zeitpunkt sind die Täter vermutlich schon weit weg.

„Die Frau war allein im Laden, eigentlich sind sie immer zu zweit“, sagt Heiner van der Werp, Sprecher der Rotenburger Polizei. Sandra Santl, die Tochter von Renate Maasch, hat an diesem Tag keinen Dienst. Eigentlich wäre sie selbst ohne ihre Mutter in dem Laden gewesen – und hätte ihre beiden Kinder dabei gehabt, sagt sie. „Meine Mutter und ich sind erst einmal froh, dass es nur einen materiellen Schaden gibt“, erklärt Sandra Santl. Ihre Mutter habe es körperlich gut überstanden. Sie habe lediglich Blutergüsse an den Handgelenken davongetragen. Doch psychisch wird es dauern, einen solchen Überfall zu verkraften.

Zu der Beute kann der Polizeisprecher noch keine Angaben machen. Was er weiß: Die beiden Täter sollen unterschiedlich groß gewesen sein und in akzentfreiem Deutsch gesprochen haben. „Wir gehen davon aus, dass die Täter die Lage vor der Tat ausgecheckt und ein Fluchtfahrzeug ganz in der Nähe geparkt haben“, ergänzt van der Werp. Doch es ist nicht einmal klar, in welche Richtung die beiden Männer geflüchtet sind.

Die geschockte Geschäftsfrau ist noch im Laden, als Beamte der Polizei in weißen Anzügen die Spuren sichern und Fotos machen. „Die Kollegen von der Spurensicherung gehen sehr detailliert vor. Sie gucken, was die Täter vielleicht angefasst haben und ob sie DNA-Material von ihnen finden“, erklärt der Polizeisprecher die Vorgehensweise, die mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Dazu gehört auch die Auswertung der Videoaufnahmen. Was darauf zu sehen ist und ob es weitere Hinweise auf die Täter gibt, bleibt bis zum Abend offen. „Es ging alles so schnell“, sagt Sandra Santl, „meine Mutter hat nur instinktiv reagiert, um möglichst heil aus dieser Situation herauszukommen. Sie hatte gar nicht die Möglichkeit, den Alarmknopf zu drücken.“

Wer sind die Täter? Woher kommen sie? Bei diesen Fragen blicken die Ermittler auch auf den Überfall auf einen Juwelier im November vergangenen Jahres in Scheeßel. Auch dort waren es zwei Täter, die mit einer Waffe gedroht und anschließend Schmuck sowie Bargeld erbeutet hatten. „Wir gucken jetzt, ob es Parallelen gibt“, so van der Werp. Die Männer sind ebenfalls noch flüchtig.

Wer Hinweise zu den Tätern oder auch zu ihrem Fluchtfahrzeug geben kann, wird gebeten, sich unter 04261 / 9470 bei der Polizei zu melden.

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