Betroffene Arbeitnehmer informieren Bürger über ihr Begehren und verteilen Flyer vor der Rotenburger Filiale

Postzusteller fordern sichere Arbeitsplätze

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25 Postzusteller aus Rotenburg und Scheeßel machen vor der Zustellstation an der Großen Straßen ihrem Ärger Luft und informieren mit einer „Bürgerpost“, warum sie streiken.

Rotenburg - Insgesamt 25 Postzusteller aus Rotenburg und Scheeßel haben sich Dienstagmorgen direkt vor dem Eingang der Zustellstation in der Kreisstadt an der Großen Straße versammelt. Seit nahezu zwei Wochen beteiligen sich auch Rotenburger Zusteller an dem bundesweiten und von der Gewerkschaft Verdi ausgerufenen Streik. Dieser beschränkte sich zunächst allein auf viele Post-Verteilerzentren. So auch in Bremen.

„Inzwischen sind nach und nach 16 Zustellstationen der Bremer Verteilerstelle hinzugekommen“, erklärte Verdi- und Betriebsratsmitglied Michel van Rooijen. Er vertritt die Interessen von Mitarbeitern der Zustellstationen im Raum Bremervörde – Osterholz-Scharmbeck – Sittensen – Visselhövede – Rotenburg und Scheeßel. Die Streikenden verteilten Handzettel an die Bürger, in denen sie erklären, warum sie die Arbeit aussetzen. Gleichzeitig wollen die Mitarbeiter ein Zeichen für die kommenden Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Arbeitgeber Deutsche Post am Freitag setzen.

„Um die Lohnkosten zu senken, wird die Paketzustellung des Konzerns in die Billigtochter DHL Delivery verlagert. Der Tarifvertrag zum Ausschluss von Fremdvergabe wurde gebrochen. Das nehmen wir nicht so einfach hin“, sagte van Rooijen gestern.

Dieses Vorgehen würde für die Betroffenen von Jahr zu Jahr wachsende Lohnverluste bis zu 10000 Euro im Jahr bedeuten, steht auf dem Handzettel. „Entgegen aller Beteuerungen der Konzernspitze liegen uns Indizien dafür vor, dass auch die Briefzustellung vor einer Verlagerung in die Billigtochter nicht sicher ist“, heißt es in der „Bürgerpost“. Die Arbeitnehmer werfen der Deutschen Post vor, dass sie für noch mehr Gewinn und Rendite die Zeche zahlen müssen. „Dagegen wehren wir uns“, erklärten die Postzusteller und baten um Unterstützung. Verdi fordert die Bürger auf, an die Deutsche Post zu schreiben, um ihren Unwillen und Solidarität mit den Streikenden zum Ausdruck zu bringen.

„Helfen sie uns, die Post zur Vernunft zu bringen“, heißt es weiter. Die Forderung – gleicher Lohn für gleiche Arbeit – müsse weiterhin für den Paket- und Briefzusteller gelten. Laut Erhebungen der Gewerkschaft würden bereits rund 6000 Betroffene bis zu 30 Prozent weniger verdienen, weil ihre Arbeitsplätze in die Konzerntochter ausgelagert worden seien. Die Post würde damit eine faire Bezahlung der Zusteller unterlaufen, obwohl dieses vertraglich zwischen Verdi und der Post ausgeschlossen worden war.

Einen wirtschaftlichen Grund für diesen Umgang mit den Beschäftigten sieht die Gewerkschaft jedoch nicht.

go

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