Rund 50 Anwohner folgen der Einladung des Bürgermeisters in die neue Flüchtlingsunterkunft

Besuch sorgt für noch mehr Verständnis

Bürgermeister Andreas Weber (SPD, r.) erläutert den Besuchern das Konzept der neuen Flüchtlingsunterkunft. - Fotos: Menker

Rotenburg - Das Interesse ist groß. Rund 50 Anwohner und weitere Gäste folgten am Dienstag der Einladung von Bürgermeister Andreas Weber (SPD), sich mit ihm zusammen die neue Flüchtlingsunterkunft am Glummweg in Rotenburg anzusehen. Schon in der kommenden Woche sollen die ersten 30 der bis 134 Bewohner einziehen. Für sie sind die hergerichteten Zimmer im ehemaligen Verwaltungsgebäude vorgesehen. Im zweiten Teil werden bis zu 100 weitere Asylbewerber in der früheren Kalthalle des Rathsmann-Baumarktes ihre Zimmer beziehen können. 800 000 Euro hat der Umbau inklusive der Ausstattung insgesamt gekostet. Rund 9 000 Euro zahlt die Stadt monatlich an Miete. Der Vertrag läuft bis zum 31. Dezember 2018, so Weber.

Über die Platzierung der neuen Unterkunft waren nicht alle in der Glummsiedlung erfreut. Nach dem Informationsabend für die Nachbarschaft in der Aula der Theodor-Heuss-Schule ist die Kritik allerdings abgeebbt. Zugleich hat Weber versprochen, den Anwohnern einen Einblick in die umgebauten und hergerichteten Gebäude zu gewähren. Er hat sein Versprechen gehalten. Die Nachbarn nahmen das Angebot dankend an. Klaus-Hermann Fresen ist einer von ihnen: „Hervorragend ist das geworden. Wir müssen einfach begreifen, dass die Flüchtlinge nicht freiwillig zu uns kommen.“ Wie viele andere auch unter den Gästen an diesem Abend, wolle er gerne helfen. Der Besuch sorgt ganz offensichtlich für noch mehr Verständnis. Deshalb scheint Weber auch großen Wert darauf zu legen, es nicht einfach nur bei einer Besichtigung zu belassen. Er liefert ein paar Zahlen und erläutert, warum in der großen Halle keine zusätzliche Sanitäranlagen geschaffen worden sind. Dafür sei die Halle einfach nicht geeignet. Container seien beschafft und entsprechend ausgestattet worden. Für die Versorgung sei es aber ganz wichtig, dass die Flüchtlinge Kühlschränke in ihren Zimmern haben. Kochen können sie in zwei Gemeinschaftsküchen, und für das Essen stehe ein großer Gemeinschaftsraum zur Verfügung. Sobald die Anlage bewohnt ist, werde nachts ein Sicherheitsdienst dafür sorgen, dass keine ungebetenen Gäste die Einrichtung betreten. Tagsüber soll ein Sozialarbeiter vor Ort sein.

Von der Kalthalle aus geht es zurück zum Verwaltungsgebäude. Zwei Damen drücken an einem der Fenster ihre Nasen an die Scheibe, um schon mal einen Blick in eines der Zimmer zu werfen – fast so, als könnten sie es gar nicht mehr abwarten zu sehen, wie die Gäste untergebracht sind. Dann aber haben auch sie die Gelegenheit, in die Schlafzimmer zu gehen. Etagenbetten, Schränke – es ist alles da, was benötigt wird. Hans-Jürgen Brunkhorst hat 15 Jahre in diesem Gebäude gearbeitet. Jetzt will er gucken, was aus dem Haus geworden ist: „Verständnis für die Flüchtlinge habe ich ohnehin, aber ich finde es als Nachbar wirklich gut, es vorher einmal gesehen zu haben.“ Andreas Weber erläutert das Konzept und ergänzt, dass im Prinzip das gesamte Gelände zur Nutzung zur Verfügung steht. Auf die Frage, was vielleicht noch gebraucht werde, habe er dem Lions Club gesagt, ein Kicker und eine Tischtennisplatte wären nicht schlecht. Mit der Lieferung könne schon bald gerechnet werden. Es läuft ...

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