Arbeitsmarkt-Entwicklung 2016 positiv

Bestnoten von der Agentur-Chefin

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Nina Mikoleit (l.) vom Jobcenter Rotenburg, Oliver Lemke und Dagmar Froelich von der Agentur für Arbeit haben am DIenstag die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt während des vergangenen Jahres beleuchtet. Froelich verteilt Bestnoten. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Es gibt nach wie vor bestimmte Personengruppen, die sich am Arbeitsmarkt schwer tun. Aber dennoch zieht Dagmar Froelich, die Chefin der Agentur für Arbeit im Bezirk Stade, eine überaus positive Bilanz für das vergangene Jahr. „Entsprechend der konjunkturellen Erwartungen und trotz einiger kritischer Entwicklungen kann ich für die Arbeitsmarktentwicklung in der Region wieder Bestnoten vergeben“, sagt sie in einem Gespräch mit der Presse. Die Arbeitskräftenachfrage der Wirtschaft sei auf hohem Niveau geblieben, der Zuwachs sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung habe sich, wie auch der Rückgang der Arbeitslosigkeit, fortgesetzt.

Der Arbeitsmarkt in der Region – damit sind in diesem Fall die Landkreise Rotenburg, Stadt und Cuxhaven gemeint – sei gut in Form. Dennoch: „Nicht alle Probleme sind geklärt, denn der Arbeitsmarkt ist gespalten, es gibt also noch große Herausforderungen“, fügt Froelich hinzu, um damit schon einen ersten Blick auf das laufende Jahr zu richten. Zwar erwarte sie auch weiterhin eine positive Entwicklung, aber es sei auch hier und da mit Gegenwind zu rechnen.

Im Jahresdurchschnitt hat die Arbeitslosenquote im Agentur-Bezirk Stade bei 5,4 Prozent gelegen. Damit sei der Vorjahreswert um 0,1 Prozentpunkte unterschritten worden. Froelich: „Das ist einer der niedrigsten Werte seit den frühen 90er-Jahren.“ 

Was hinter dieser Entwicklung steckt, lässt sich auch anders ausdrücken: Durchschnittlich waren 2016 pro Monat 16 040 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 179 weniger als im Vorjahr. Allerdings habe sich die Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen unterschiedlich entwickelt. So war laut Agentur für Arbeit ein Anstieg im Bereich der Grundsicherung (Hartz IV) von 1,9 Prozent zu registrieren, während es im Bereich der Arbeitslosenversicherung einen deutlichen Rückgang von 6,7 Prozent gegeben hat.

Ältere Menschen und Frauen: rückgängige Zahlen

Froelich ist es in diesem Gespräch wichtig, auf einen ganz wesentlichen Punkt hinzuweisen: „Arbeitslosigkeit ist keine feste Größe, da gibt es immer sehr viel Bewegung.“ 42 .500 Menschen haben sich an den acht Standorten der Agentur für Arbeit im vergangenen Jahr arbeitslos gemeldet, 43 .000 hingegen haben sich abgemeldet. Pro Arbeitstag sind demnach 167 Arbeitslosmeldungen eingegangen, während es 169 Abmeldungen gab. Erfreulich aus Sicht der Agentur für Arbeit: Es gab Rückgänge bei der Arbeitslosigkeit von älteren Menschen und auch bei den Frauen. Die Zahl der Langzeitsarbeitslosen ist derweil leicht um 1,6 Prozent gestiegen. Das ist eine der Gruppen, die sich am Arbeitsmarkt schwer tut.

In diesem Zusammenhang erwähnt Froelich eine weitere Gruppe, um die sie und ihre Kollegen sich Sorgen machen: Es sind die Arbeitslosen, die als gering qualifiziert eingestuft werden müssen, weil sie keinen Schulabschluss und / oder keine Berufsausbildung mitbringen. Als kritisch sei zudem die Situation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren zu bewerten. Unter ihnen habe die Arbeitslosigkeit um 2,4 Prozent zugenommen. Es gebe zwar Erklärungen dafür, aber dennoch „überrascht mich das“, sagt Froelich. Betroffen seien in diesem Segment rund 1. 800 junge Menschen. Und auch die Gruppe der Menschen zwischen 25 und 35 Jahren ragt aus der insgesamt positiven Entwicklung heraus – mit 3. 700 Männern und Frauen ohne festen Job machen sie 23 Prozent der Arbeitslosen aus.

Unter den drei Landkreisen im Agentur-Bezirk hat von den Zahlen her der Landkreis Rotenburg die Nase vorn. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote hat hier im vergangenen Jahr 4,4 Prozent betragen. „Hinzu kommt, dass sich die Zahl der Beschäftigten inzwischen um 2,8 Prozent erhöht hat“, sagt der Agentur-Geschäftsstellenleiter Oliver Lemke. „Wir können unsere Kunden gut am Markt platzieren, die Struktur des Arbeitsmarktes ist gut und breit gefächert“, fügt er hinzu.

Auch aus Sicht des Jobcenters Rotenburg war das vergangene Jahr gut. Aber: Im vierten Quartal ist die Zahl der Kunden deutlich gestiegen, weil für viele Flüchtlinge die Betreuung zu übernehmen war, schildert Nina Mikoleit. Vor diesem Hintergrund sei damit zu rechnen, dass die Zahl der Bedarfsgemeinschaften weiter steigt.

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