Kritik an Schülerbeförderung

Für ein besseres Busnetz

Besonders bei der Schülerbeförderung gibt es so manche Schwachstelle im neuen Fahrplan. Foto: Gaertner/photothek

Es läuft nicht rund im neuen Busnetz. Insbesondere die Schülerbeförderung hat seit der Umstellung zum neuen Schuljahr Kritik hervorgerufen. Es wird nachgebessert und miteinander gesprochen. Doch noch ist viel zu tun.

Rotenburg – Hartmut Leefers ist so manches Mal nicht um einen deutlichen Kommentar verlegen. Und auch, als es im Schulausschuss des Kreistags unter Tagesordnungspunkt fünf um den aktuellen Sachstand zur Schülerbeförderung geht, hält sich der CDU-Politiker als Vorsitzender nicht zurück: „Die Umstellung hat ein großes Durcheinander ergeben.“

Widerspruch erntet er damit keinen. Denn Kreispolitik wie Verwaltung wissen längst, dass einiges schiefgelaufen ist seit August. Über Jahre hatte der Landkreis Rotenburg einen neuen Nahverkehrsplan erstellen lassen, der das Busnetz im Flächenlandkreis neu aufstellt. Im Grunde ging es laut Torsten Lühring, Erster Kreisrat und zuständiger Dezernent im Kreishaus, sogar darum, überhaupt erstmals einen verbindlichen Plan aufzustellen. Denn so, wie bislang gefahren sei, wäre es wenig durchschaubar gewesen. Es habe sogar Verbindungen gegeben, die nie offiziell in Auftrag gegeben worden seien. Ein Flickenteppich vor allem in der Schülerbeförderung, die 90 Prozent aller Fahrgäste ausmacht.

Zum neuen Schuljahr galt das Netz, und die ersten Klagen von Schulen und Eltern ließen nicht lange auf sich warten: Haltestellen gestrichen, Verbindungen geändert, längere Fahrtzeiten. Eine Masse an individuellen Problemen lief im Kreishaus auf, wo sich zwischenzeitlich neun Mitarbeiter darum kümmerten, die eingehenden Beschwerden systematisch zu erfassen und mit den beiden Konzessionären – im Nordkreis die Bustochter der EVB, im Südkreis Weser-Ems-Bus – zu besprechen. Schon mit den Herbstferien habe es Veränderungen am Netz gegeben, zudem seien teilweise größere Fahrzeuge und Verstärkerfahrten in Auftrag gegeben worden. In den vergangenen Wochen seien in mehreren Gesprächsrunden schließlich alle Beteiligten zu Gesprächen zusammengekommen. „Sehr konstruktive Veranstaltungen“, betont Lühring. So habe man das gegenseitige Verständnis erhöhen und weitere Notwendigkeiten erörtern können. „Langsam macht das Thema wieder Spaß.“

Lühring macht die grundsätzlichen Probleme an zwei Entwicklungen fest: Zum einen gebe es immer mehr Schulformen mit entsprechend mehr Wahlmöglichkeiten für Schüler. So entstünden schlichtweg auch mehr „Beförderungsnotwendigkeiten“. Diese Mobilität mache ein im Grunde starres Liniensystem „kompliziert und anfällig“. Zudem gebe es immer mehr Nachmittagsunterricht mit vielen unterschiedlichen Schulschluss-Zeiten. Könne man zumindest bei Grundschulen mit Hinfahrten zur ersten und zweiten sowie Rückfahrten nach der vierten, fünften, sechsten und achten Stunde garantieren, lasse sich der „übergroße Standard“ nicht mehr überall aufrecht erhalten. An weiterführenden Schulen könne man dennoch einen Zwei-Stunden-Takt bieten. Wichtig sei zudem die Synchronisation der Schulzeiten in einer Kommune. Das sei aber zum Beispiel in Rotenburg noch nicht geschehen.

Mehr als neun Millionen Euro kostet den Landkreis die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs jährlich. Einfließen wird in diesen Topf ab Dezember auch der Zuschuss für den Beitritt in den Hamburger Verkehrsverbund. Lühring verspricht, mit den Betreibern der Linien und den Nutzern – vor allem Schulen – stete Gespräche anzuregen. Schon zum allgemeinen Fahrplanwechsel im Dezember werde es weitere Verbesserungen geben.

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