Anonyme Abgabemöglichkeit für Hunde und Kleintiere

Tiergnadenhof Sandbostel: „Besser als die Alternative“

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Auch abseits der Ferien ist auf dem Tiergnadenhof Sandbostel stets Trubel. Kürzlich sind etwa diese beiden zwölf Wochen alten Jungwaschbären bei Christine Behrens eingetroffen, die beide ein neues Zuhause suchen.

Sandbostel - Während der Urlaubszeit werden auch im Landkreis Rotenburg verstärkt Tiere ausgesetzt. Im vergangenen Sommer sei es noch einmal deutlich dramatischer als zuvor gewesen, sagt Christine Behrens vom Sandbosteler Tiergnadenhof „Rasselbande“. Für die gerade erst begonnenen Sommerferien hat sie deshalb eine Art „Tierklappe“ gebaut. Hunde und Kleintiere können darin anonym abgegeben werden.

Selbstverständlich würde sie es am liebsten sehen, wenn Tierbesitzer ihre Schützlinge überhaupt nicht rauswerfen. Die Erfahrung lasse jedoch gerade mit Blick auf die Urlaubszeit anderes vermuten. Christine Behrens verweist auf einen Trend, der sich in den vergangenen Jahren verstärkt habe. Danach steuern Halter auf einen Supermarktparkplatz, lassen dort ihr Kleintier aus dem Auto und fahren davon. Auch komme es immer wieder vor, dass Hunde vor einem Markt angeleint und zurückgelassen werden. Dort stehen sie dann zum Teil stundenlang und auch bei Hitze, beklagt Behrens. Nach wie vor werden darüber hinaus Tiere irgendwo in der Natur ausgesetzt oder sogar im Wald an einen Baum gebunden.

Neben Hunden, Katzen und Kleintieren wie Meerschweinchen sowie Kaninchen sind es inzwischen auch viele Reptilien, die verantwortungslose Besitzer irgendwo sich selbst überlassen, nachdem sie der Tiere überdrüssig sind. Aber auch ein Schwein befindet sich auf dem großen Areal des Tiergnadenhofs an der Greftstraße 4 in Sandbostel. Es wurde in Tarmstedt in einem Kuhstall ausgesetzt.

Die Hunde- und Kleintierklappe soll nun dazu beitragen, dass Tiere nicht einfach irgendwo ausgesetzt werden. Dazu wurde ein Autoanhänger so umgestaltet, dass ein Hund und bis zu drei Kleintiere darin in separaten Boxen Platz finden.

Regelmäßige Kontrollen

Der Anhänger ist so vor dem Tiergnadenhof platziert, dass die Vierbeiner anonym abgegeben werden können, versichert Behrens. „Es ist besser, wenn die Tiere hier im Anhänger abgegeben werden, als dass man sie einfach im Wald oder sonst wo entsorgt“, betont sie. Für Katzen ist die Vorrichtung jedoch baulich nicht geeignet.

Kontrolliert werde die Klappe täglich gegen Mitternacht sowie morgens um 8 Uhr. Die Tiere müssen also nicht allzu lange darin ausharren. Ideal wäre es, wenn die Tierbesitzer einen Zettel mit Informationen wie Alter, Namen und eventuellen Krankheiten des abgegebenen Tieres beilegen. Dafür soll noch eine Box angebracht werden. Ein Schild mit Informationen soll ebenfalls montiert werden.

Um das Projekt dauerhaft finanzieren zu können, hofft Behrens auf die Unterstützung durch Sponsoren. Denn: Kann bei einem Tier die Herkunftsgemeinde nicht bestimmt werden, was bei der Klappe die Regel sein dürfte, trage der Tiergnadenhof die Kosten. Der ist für den gesamten Nordkreis zuständig.

Wer die „Rasselbande“ unterstützen möchte, können eine Spende auf das Spendenkonto einzahlen. Das ist bei der Commerzbank eingerichtet. IBAN: DE 41 2008 0000 0264 2633 00 / BIC: DRES DEFF 200.

Von Theo Bick und Stephan Oertel

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