Weihnachtslesung im Rotenburger Wachtelhof

Besinnliche Momente mit Mutter Beimer

Eine andere Rolle: Marie-Luise Marjan bei ihrer weihnachtlichen Lesung im Wachtelhof. Foto: Warnecke
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Eine andere Rolle: Marie-Luise Marjan bei ihrer weihnachtlichen Lesung im Wachtelhof.

Rotenburg - Ganz sicher werden viele Fans der „Lindenstraße“ bitter enttäuscht sein, dass sie diesen Termin verpasst haben: Am Freitagabend gastierte Marie-Luise Marjan im Rotenburger Wachtelhof mit ihrem Programm „Wenn ich an Weihnachten denke ...“. Und rund 60 Zuhörer wollten die Gelegenheit nutzen, die Schauspielerin mal aus nächster Nähe zu erleben und mit ihr ins Gespräch zu kommen. Dem kam die 79-Jährige vor und nach der Lesung gerne nach.

Als sie im eleganten Kostüm die Bühne betreten hatte, wurde dem Publikum schnell klar, dass dort eine ganz andere Person agiert als die rührige, treu sorgende Mutter Beimer, die sie seit 34 Jahren in der TV-Serie verkörpert. „Kinder sehe ich heute nicht im Saal“, stellte Marjan gleich zu Beginn fest. „Wir können bei den schönen Gedichten und Geschichten, die sich ums Weihnachtsfest drehen, aber wieder alle zum Kind werden.“ Gerade Gedichte, brachte die 79-Jährige ihr Bedauern zum Ausdruck, seien aus der heutigen digitalen Welt völlig verbannt. „Dabei sind sie doch die kürzeste Form vieler Gedanken und immer auf den Punkt gebracht.“

Geschenkt wurden ihr die Textbeiträge, die Marjan professionell und mit souveräner Präsenz vortrug, von Freunden und Kollegen als persönliche Weihnachtsfreude – vom Lyriker Robert Gernhardt und früheren WDR-Intendanten Fritz Pleitgen, ebenso wie vom Politiker Walter Riester. Und auch Werke des US-amerikanischen Schriftstellers O. Henry („Das Geschenk der Weisen“) und Kurt Tucholsky („Großstadtweihnachten“) brachte der „Lindenstraße“-Star zu Gehör.

Eineinhalb Stunden moderierte Marjan locker und unterhaltsam, ging spontan auf das Publikum ein („Wer hat denn an Weihnachten etwas verschenkt?“), reicherte die Lesung mit heiteren wie auch tiefsinnigen Bemerkungen an und animierte die Zuhörer mit Erfolg, Lieder wie „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „O Tannenbaum“ anzustimmen. Überzeugend waren ihre ausdrucksstarke Stimme sowie das schauspielerische Vermögen. Ihr langjähriges Wirken als Theaterschauspielerin an großen Bühnen in Deutschland und der Schweiz ist nach wie vor unverkennbar.

Viel zu schnell war diese Lesung zu Ende. Im Anschluss scharten sich einige noch einmal um den prominenten Gast und ließen sich mit ihm vor dem Weihnachtsbaum fotografieren. O du fröhliche.

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