Beratungskampagne läuft bis Ende Februar / Wertvolle Tipps von den Experten

Der Landkreis Rotenburg setzt aufs Energiesparen

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Mareike Korte (v.l.), Enno Precht, Meike Düspohl und Landrat Hermann Luttmann erhoffen sich viel von der Kampagne.

Rotenburg - Von Guido Menker. Wer ärgert sich nicht über die hohen Energiekosten, die Monat für Monat anfallen? Strom, Gas, Öl – die Preise dafür sind in den vergangenen Jahren deutlich in die Höhe gegangen. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite betrifft die bundesweiten Ziele in Sachen Energiewende und Klimaschutz. Auch der Landkreis hat sich da einiges vorgenommen, will vor allem dafür sorgen, dass der Anteil der erneuerbaren Energien weiter steigt und der Energieverbrauch grundsätzlich deutlich sinkt. Vor diesem Hintergrund startet er jetzt die Kampagne „Gut beraten: Energiesparen“.

Rund ein Drittel der in Deutschland verbrauchten Energie werde in Privathaushalten genutzt – ein Großteil davon zur Erzeugung von Wärme. Energiesparen im eigenen Haus ist also sinnvoll, um die Kosten zu senken. Doch welche Maßnahmen sind richtig, und wie bekomme ich ein gutes Ergebnis? Antworten auf diese Fragen sollen alle interessierten Hausbesitzer im Rahmen der Kampagne erhalten. In Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, der Verbraucherzentrale Niedersachsen sowie dem Netzwerk Haushalt, Berufsverband der Haushaltsführenden (DHB) will der Landkreis Rotenburg möglichst viele Immobilienbesitzer sensibilisieren, Hemmschwellen abbauen und schlussendlich dabei helfen, unabhängiger von den Energiepreisen zu werden und nebenbei auch noch das Klima zu schonen. Landrat Hermann Luttmann: „Nur wer die Schwachstellen seines Hauses aufdeckt, kann gezielt handeln.“ Der erste Schritt in Richtung Verbesserung sei daher eine energetische Bestandsaufnahme, denn die sei die Voraussetzung für das Ergreifen von sinnvollen Energiesparmaßnahmen und eine effektive Modernisierung, so der Landrat weiter.

Der Landkreis habe sich zum Ziel gesetzt, die sogenannte Gebäude-Sanierungsquote in den kommenden Jahren auf ein Prozent zu erhöhen. Zurzeit gibt es im Landkreis rund 50000 Wohngebäude. Um also diese Quote zu erreichen, müssten Jahr für Jahr 500 davon energetisch auf einen höheren Stand gebracht werden. In diesem Zusammenhang erwähnt Meike Düspohl, seit Mitte vergangenen Jahres als Klimaschutzmanagerin im Kreishaus tätig, das Klimaschutzkonzept des Landkreises. Aus dem gehe unter anderem hervor, dass bis 2030 zehn Prozent des Energieverbrauchs (Grundlage ist das Jahr 2011) eingespart werden soll.

Vor diesem Hintergrund sieht die Kampagne, die bis Ende Februar läuft, eine Reihe von Veranstaltungen vor. So werden beispielsweise Energieberatungstage und Informationsveranstaltungen zum Thema Wärmedämmung, Heizung und Sanierung historischer Bausubstanz angeboten. Mit im Boot ist dabei Enno Precht, Architekt und Honorarberater des DHB, sowie Mareike Korte von der Klima- und Energieagentur Niedersachsen. Aber unabhängig davon gibt es die Beratungsangebote natürlich auch noch nach Ablauf der Kampagne“, sagt Meike Düspohl. So besetzt Enno Precht immer donnerstags den Energieberatungsstützpunkt in Rotenburg. Über die Telefonnummer 04262/3938 können mit ihm individuelle Beratungstermine vereinbart werden. Er gibt auch Tipps, wenn es um Förderprogramme für Neubauten und die Sanierung von Bestandsbauten geht.

Der Energieberater schaut sich das Haus an. „Ein solcher Check dauert rund zwei Stunden“, so Precht. Unabhängig von Herstellern gibt er danach Handlungsempfehlungen zu den Themen Stromverbrauch, Dämmung, Heizung und Einsatz erneuerbarer Energien. „Der Hausbesitzer bekommt so einen Überblick, was an seinem Haus energetisch verbessert werden sollte“, sagt Meike Düspohl. Ein solcher Gebäude-Check kostet 20 Euro und kann auch bei ihr unter der Telefonnummer 04261/ 9832860 vereinbart werden.

Im Zuge der Kampagne sind darüber hinaus fünf Info-Veranstaltungen geplant. Am 26. Januar geht es im Haus der Bildung in Visselhövede von 14 bis 18 Uhr mit einem Energieberatungstag los. Enno Precht steht dort für persönliche Fragen zur Verfügung. Am 28. Januar bietet er ab 18 Uhr einen Abend zum Thema Wärmedämmung im Kreishaus an. Für den 4. Februar ist im Landhotel Zeven ab 18 Uhr ein Info-Abend zur „Sanierung von historischer Bausubstanz mit Naturbaustoffen“ vorgesehen. Im Ostel-Jugendhotel in Bremervörde geht es am 11. Februar ab 18 Uhr mit dem Thema „Heizung“ weiter, und für den 16. Februar ist ein weiterer Energieberatungstag in Bremervörde geplant. Der beginnt um 18 Uhr in der Stadtbücherei.

• Das Klimaschutzmanagement des Landkreises steht unter der Rufnummer 04261/9832860 auch für weitere Fragen bereit.

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