Halbzeit bei der Aktion Stadtradeln

Fast 700 Aktive liegen bei 75.000 Kilometern

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Das Schild hat entlang der Baustellen in der Innenstadt derzeit zwar seine Berechtigung, aber eigentlich möchte Rotenburg derzeit genau das Gegenteil erreichen: Mehr Menschen sollen das Auto stehen lassen und aufs Rad steigen.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Rotenburg radelt wieder recht eifrig. Aber auch wenn Bürgermeister Andreas Weber (SPD) davon spricht, dass beim „Stadtradeln“ selbst im vierten Anlauf „keine Ermüdungserscheinungen“ zu spüren seien – ein paar Kilometer mehr dürfen es schon noch sein bis zum Ende der dreiwöchigen Aktion am Sonnabend kommender Woche. Weber jedenfalls hat sich von einem Ziel für 2018 schon verabschiedet.

Ist es momentan vielleicht zu heiß für manch einen, um aufs Rad zu steigen? Gut 75.000 Kilometer standen am Donnerstag zur Halbzeit der Aktion des Klimabündnisses in der Kreisstadt auf dem kommunalen Tachometer, 200.000 Kilometer sollten bis zum 16. Juni erreicht werden. Das könnte machbar sein, zumal Organisatorin Andrea Rieß aus dem Umweltschutzbüro noch einen ganzen Stapel Erfassungsbögen auf Papier nachtragen muss – nicht jeder nutzt die technisch zuletzt anfällige Stadtradeln-App oder die Homepage der Aktion, um seine Kilometerleistung einzutragen. 

Rathauschef Weber ist allerdings skeptisch, seine als Ziel ausgegebene Teilnehmerzahl von 1 000 Aktiven zu erreichen: „Das wird wohl nichts.“ Derzeit sind knapp 700 Aktive im System verzeichnet, dazu hat Rieß noch die Bögen 40 weiterer Radler auf dem Tisch liegen.

Letztendlich gehe es aber auch gar nicht darum, neue Bestmarken aufzustellen oder mit Kilometern zu prahlen. Weber deutet vielmehr auf das Bewusstsein innerhalb der Stadt hin, das wie schon bei den ersten drei Aktionen dieser Art wieder fürs Radeln geschärft werde. Gerade für Autofahrten im Nahbereich unter fünf Kilometern sollte umgestiegen werden, betont Weber, der selbst auch zu seinen meisten offiziellen Terminen mit dem Dienstrad unterwegs ist. 

Mehr Platz für Radler geplant

Damit immer mehr Menschen umsteigen, tue die Stadt ja auch einiges – mit mehreren neuen Radwegen, dem geplanten Umbau der Harburger Straße mit mehr Platz für Radler und ganz aktuell zahlreichen Pflaster- und Ausbesserungsarbeiten in der Innenstadt, um Barrieren und Stolperfallen für Fußgänger und Radfahrer zu beseitigen.

Wo es sonst noch hakt auf den Radwegen der Stadt und in der Umgebung, lässt sich während des Stadtradelns und auch nach der Aktion über die „Radar“-Funktion online melden. Derzeit habe man dort aber noch keine Rückmeldungen erhalten, so Rieß. Was aber nicht bedeute, dass es keine Schwachstellen gibt, räumt Weber ein. Er selbst habe erst kürzlich einen unterspülten Bereich auf einem asphaltierten Weg am Bullensee entdeckt. Bevor er das den zuständigen Kollegen mitteilen konnte, seien die aber schon vor Ort gewesen. Weber: „Stadtradeln bringt was, wenn man die Augen öffnet.“

Hoffnung auf neue Teilnehmer

Die Organisatoren im Rathaus hoffen nun in den verbleibenden Tagen bis zu den Abschluss-Sternfahrten rund um die Kreisstadt mit Touren von zehn bis 40 Kilometer am 16. Juni noch auf einige neue Teilnehmer und viele Kilometer bei den schon registrierten Nutzern. 

Denn mit dem Anspruch, Radfahren aktiv zu fördern, errege Rotenburg schon überregional Aufsehen, wie Weber betont. Er selbst sei jetzt zum Beispiel als Gastredner zum Thema „Was das Radfahren in Rotenburg attraktiv macht“ zum Deutschen Kommunalkongress in Göttingen eingeladen worden.

Informationen zu geplanten Touren und Anmeldungen zur Abschlusstour am 16. Juni mit Empfang und Verpflegung bei Andrea Rieß unter 04261 / 71104 oder E-Mail andrea.riess@rotenburg-wuemme.de.

www.stadtradeln.de/rotenburg

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