Soziales Praktikum bei den Rotenburger Werken

„Behinderte sind Menschen wie wir“

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Wie fühlt sich Rollstuhlfahren an? Auch dieser Fragen gingen die Ratsgymnasiasten der neunten Jahrgangsstufe zum Abschluss ihres einwöchigen Praktikums bei den Rotenburger Werken am Freitag auf dem Hartmannshof nach. 

Rotenburg - Von Manfred Klein. Eine Woche lang haben 96 Schüler der neunten Klassen des Ratsgymnasiums Rotenburg ihr Sozialpraktikum bei den Rotenburger Werken absolviert. Sie waren jeweils in Zweiergruppen in ganz unterschiedlichen Einsatzorten – in den Werkstätten und in den Tagesförderstätten – tätig und lernten die Arbeit mit Menschen mit Behinderung direkt und unmittelbar und unter fachlicher Begleitung kennen.

Zum Ende der Praktikumswoche trafen sich am Freitag alle Schüler auf dem Hartmannshof zum gemeinsamen großen Abschluss-Aktionstag. In vier Gruppen aufgeteilt, erlebten die 14- bis 15-jährigen Gymnasiasten im stündlichen Wechsel vier Erfahrungsbereiche, die der Hartmannshof bietet. Zum einen ging es um die Selbsterfahrung, sich mit Rollstuhl, mit Rollator oder Blindenbrillen zu bewegen. Der Naturschutzbund (Nabu) lud die Gruppen nacheinander zu einer Führung durch den angegliederten Mitmach- und Erlebnisgarten ein. Eine weitere Erlebnisstation befasste sich mit einem Fotoshooting, bei dem die Schüler aufgefordert waren, sich in kreativer Weise schauspielerisch mit Engelsflügeln in Pose zu setzen. In Station Nummer vier war Küchenarbeit angesagt: Die Jugendlichen schnippelten Kartoffeln, bereiteten eine leckere Quarkspeise zu, backten Brot im Holzofen und kreierten zusammen ein Büfett mit Produkten vom Hartmannshof, einem anerkannten Biodemeter-Landhof. Zum Abschluss des letzten Tages wurde der Speisetisch für alle Lern- und Wissbegierigen reich gedeckt mit dem selbst Zubereiteten.

Die Praktikumswoche für die Gymnasiasten der neunten Klassen wurde nach 2016 nun zum zweiten Mal von den Rotenburger Werken durchgeführt, berichtete Stephan Slomma, Sozialpädagoge der Werke und Initiator der Berufsbildungsaktion. Slomma hatte als kreativer Kopf die Idee dazu und erarbeitete nach eigenem Bekunden in vielen Fachgesprächen ein tragfähiges Konzept für die Durchführung. Bei Verantwortlichen des Ratsgymnasiums, an der Spitze Schulleiterin Iris Rehder („Wir wollen das!“) und Praktikumskoordinator Norbert Bitzer, stießen Slomma und sein Team mit ihrer Praktikumswoche auf vorbehaltlose Unterstützung. Vor der Realisierung der Idee führten Slomma und Kollegen etliche Gespräche mit den Schülern, den Lehrern und den Eltern, um das Praktikumsprojekt vorzustellen und keine Fragen offenzulassen. Auch die psychologische Betreuung vor Ort war für den Fall der Fälle organisiert.

Die Jugendlichen selbst reagierten auf ihre Erlebnisse im Laufe der Praktikumswoche durchweg positiv: „Behinderte sind Menschen wie wir“ und „vielleicht sogar glücklicher als wir“, so erste eingefangene Stimmen vom Abschlusstag.

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