Schwieriger Grundstücksmarkt auch im Landkreis 

Begehrter Wohnraum lässt Preise anziehen

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Die beiden Neubaugebiete am Stockforthsweg in Rotenburg sind ein gutes Beispiel für die Notwendigkeit, auch in schwieriger zu erschließenden Bereichen Flächen für Häuser zu schaffen. 

Rotenburg - Von Michael Krüger. Der Landkreis Rotenburg wird attraktiver. Knapp 164 000 Menschen leben mittlerweile in den 13 Verwaltungseinheiten. Die Zahl steigt, gerade weil Wohnen hier im Vergleich zu den näher an den Metropolen Bremen, Hamburg und Hannover liegenden Gemeinden vergleichsweise günstig ist. Und das bei einer sehr guten Verkehrsanbindung. Doch wer hier bauen will, gerade an den Hauptverkehrsachsen, der muss mittlerweile deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das geht aus dem neuen Bericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Otterndorf hervor.

Im Jahr 2017 wurden demzufolge im Landkreis 2 307 bebaute und unbebaute Grundstücke im Gegenwert von insgesamt 307 Millionen Euro verkauft, 125 Grundstücke weniger als 2016, allerdings bei einem um zehn Millionen Euro gestiegenen Geldumsatz. Insbesondere der Handel mit Bauflächen für Wohnhäuser sei rückläufig gewesen. Nur 345 Bauplätze wurden 2017 im Landkreis verkauft, 62 weniger als 2016. Der Rückgang ist dem Gutachterausschuss nach jedoch kein Indiz für sinkendes Käuferinteresse, sondern wird durch ein knappes Angebot begründet sein. Wie die Großstädte Hamburg und Bremen selbst, so haben mittlerweile auch die angrenzenden Gemeinden Schwierigkeiten, der seit einigen Jahren in den Großstädten deutlich gestiegenen Nachfrage nach Bauplätzen gerecht zu werden. In den unmittelbar angrenzenden niedersächsischen Gemeinden habe diese Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage in den vergangenen Jahren bereits zu starken Preissteigerungen geführt, zum Beispiel in Lilienthal (Kreis Osterholz) um rund 30 Prozent auf aktuell teilweise mehr als 200 Euro pro Quadratmeter. In der Kreisstadt Rotenburg sind die Preise teilweise auch schon auf bis zu 140 Euro gestiegen.

Die vielen Bauwilligen, die eine Investition von mehr als 100 000 Euro allein für den Baugrund nicht aufbringen können, orientieren sich dadurch notgedrungen in das weitere Umland. Die an den Hauptverkehrsachsen zwischen den Großstädten gelegenen Orte Sottrum, Scheeßel, Lauenbrück und Sittensen, aber auch die Städte Rotenburg und Zeven mit jeweils eigenständiger reichhaltiger Infrastruktur und moderateren Baulandpreisen waren und sind angesichts dieser Entwicklung verstärkt in den Fokus gerückt und haben 2017 trotz oder gerade wegen eines knappen Bauplatzangebotes Preissteigerungen teilweise um bis zu zehn Prozent erfahren. Auch in Rotenburg oder Scheeßel stünden kaum noch gut geeignete Flächen für größere neue Baugebiete zur Verfügung, so der Bericht. Teilweise müsste ein erhöhter Kostenaufwand für eine aufwendige Erschließung oder auch für teure naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen und damit sprunghaft steigende Baulandpreise in Kauf genommen werden.

Entspannung für Landwirtschaft

Auch gebrauchte Reihenhäuser und Doppelhaushälften sind mehr und mehr begehrt. Die Bausparkasse LBS hat kürzlich für den Landkreis Rotenburg einen Durchschnittspreis von 155 000 Euro in der Region ermittelt, was dem 3,4-fachen eines durchschnittlichen Jahreseinkommens in der Region entspricht. In den vergangenen drei Jahren sei der Preis um rund sieben Prozent gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gab es Ende 2016 kreisweit 53 855 Wohngebäude. Der Anteil an Einfamilienhäusern mit 80 Prozent ist hier sehr hoch.

Im Handel mit Gewerbebauflächen ist laut dem Grundstücksmarktbericht bemerkenswert, wie schnell das Gewerbegebiet Elsdorf an der Autobahn 1 zum attraktivsten und mit 50 Euro pro Quadratmeter teuersten Gewerbegebiet im Kreis geworden ist. Auf dem landwirtschaftlichen Grundstücksmarkt setzten sich 2017 im Landkreis die deutlichen Preissteigerungen der Jahre 2005 bis 2015 nicht mehr fort. Seit zwei Jahren liegen die Steigerungsraten für Ackerland (2017: 2,5 Prozent) im Bereich der allgemeinen Teuerungsraten, und der Preisindex für Grünland stagniert.

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