Kinder und Schüler der Elise-Averdieck-Schule zeigen Musical

Bartimäus kann wieder sehen

+
Das Publikum schaute gespannt zu, wie Jesus Bartimäus heilt.

Rotenburg - Von Henrik Pröhl. Das Neue Testament ist voller Wunder. Am Freitagabend wurde eines davon – die Geschichte des Bartimäus – im Rotenburger Buhrfeind-Saal als Kinder-Musical zur Aufführung gebracht. Die Handlung ist schnell erzählt: Bartimäus führt ein trostloses Dasein als blinder, alter Bettler. Dennoch gibt er die Hoffnung auf Heilung nicht auf. Eines Tages hört er, dass ein Nazarener seit Langem durch Wundertaten auf sich aufmerksam macht. Dieser Jesus soll ganz in der Nähe von Jericho sein. Und so kommt es zur Begegnung beider Männer. Eine wunderbare Heilung vollzieht sich, und der alte Bartimäus kann wieder sehen.

Der Evangelischen Fachschule für Sozialassistenz des Diakonissen-Mutterhauses – seit Kurzem heißt sie Elise-Averdieck-Schule – steht es nicht schlecht, im Rahmen des religionspädagogischen Unterrichts Themen aus der Bibel in Kombination mit Musik auf die Bühne zu bringen. Das von Oberin Sabine Sievers und Musiklehrer Stephan Orth gesetzte Markenzeichen dieser Schule bietet Auszubildenden die Möglichkeit, ein fünftägiges Theater-Projekt zu absolvieren, in dem Gesang, Erziehung und Schauspiel gefordert sind. Je nach Motivation hatten sich auch in diesem Jahr etwa 50 angehende Erzieherinnen und Erzieher zweier Klassen für diesen Schwerpunkt entschieden.

Herausforderung war, mit 75 Kindern aus der Kita Lindenburg die wunderbare und vor allem musikalische Heilung des blinden Bartimäus durch Jesus in Form eines Musicals mit Kostümen und Kulisse darzustellen. Christine Hauschild, Leiterin des Kindergartens, begrüßt seit Jahren die pädagogisch-künstlerische Kooperation mit der Fachschule. Was unmöglich scheint – vielleicht auch ein kleines Wunder – funktionierte.

Fröhliches Spektakel

Bereits nach vier Tagen hatten alle drei Gruppen ihren Part einstudiert und brachten ihn zusammen. Der Chor beherrschte alle Lieder des Stückes, Auszubildende, die die Betreuung der Kinder und deren Vorbereitung auf das Theater-Spiel übernahmen, waren bereit, und die Schauspiel-Truppe hatte die Handlung einstudiert. Es herrschte reges Treiben im Saal, als erstmals alle 120 Akteure zur Generalprobe zusammenkamen. Und siehe da, es funktionierte.

Am Tag der Aufführung strömte reichlich Besuch in den Saal. Angehörige der Kinder, Gäste, aber auch Mitschüler aus der Fachschule hatten sich eingefunden, um dem fröhlichen Spektakel beizuwohnen. Höhepunkt war sicherlich der Besuch Jesu, als er den Saal betrat und alle Kinder bei dem Song „Jesus kommt“ zu ihm rannten. Dass Bartimäus vor Aufregung laut nach ihm rief, obwohl man es ihm verbot, erstaunte das Publikum nicht. So kam es zu einer wundervollen und recht unkomplizierten Heilung vor dem gebannt staunenden Publikum. Stock weg, Brille ab und dann der Ausruf des Bettlers: „Licht! Es wird bunt! Ich kann sehen!“ Jubel, Lachen und Freudentänze kannten keine Grenzen. Wann darf man schon mal dabei sein, wenn so etwas Schönes aus prominenter Hand geschieht? Alle Akteure stimmten das fröhliche Lied „Aus Liebe hat er es getan“ an.

Nach einer halben Stunde war das Wunder vorüber, aber Freude und Erleichterung über das gelungene Projekt dürften noch nachgeklungen haben. Genauso mancher Ohrwurm, den Eltern samt Stolz auf das eigene Kind mit nach Hause genommen haben dürften.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Kindergartenfest Bücken

Kindergartenfest Bücken

Meistgelesene Artikel

Maisfeldfete ein großer Erolg

Maisfeldfete ein großer Erolg

Senior tötet Wespen mit Gasbrenner

Senior tötet Wespen mit Gasbrenner

Rotenburger Gymnasien sprechen sich gegen Oberstufenplan für die IGS aus

Rotenburger Gymnasien sprechen sich gegen Oberstufenplan für die IGS aus

Kommentare