Bahn nimmt Lärmschutz in Angriff

Anlieger sollen ruhig schlafen

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Die Lärmbelästigung entlang der Bahnlinie durch Rotenburg soll für Anwohner geringer werden.

Rotenburg - Von Ulf Buschmann. Die Anlieger von Bahnstrecken sollen ruhiger schlafen können. Dieses ist eines der Ziele des Programms mit dem sperrigen Namen „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“. Mit der notwendigen Bestandsaufnahme zum sogenannten passiven Schallschutz im Landkreis Rotenburg beginnt die Deutsche Bahn AG jetzt nach eigenen Angaben.

Rund 100 Gebäude und Wohnungen kommen einer Mitteilung des Unternehmens zufolge für das Programm in der Stadt Rotenburg in Frage. Dort muss der zulässige Lärmgrenzwert überschritten sein. Außerdem müssten die Gebäude vor 1974 gebaut worden sein. Passt alles zusammen, können diese Immobilien beziehungsweise ihre jeweiligen Bewohner in den Genuss von passivem Lärmschutz kommen. Dazu gehört unter anderem der Einbau von Schallschutzfenstern. Hierfür rücken die Bauarbeiter bis einschließlich 2017 an.

In den nächsten Wochen jedoch, so die Deutsche Bahn, erhalten die betroffenen Eigentümer durch ein beauftragtes Ingenieurbüro die erforderlichen Unterlagen, um ihre Teilnahme am Programm anmelden zu können. Danach gebe es einen Vor-Ort-Termin, um festzustellen, wie laut es in Schlafzimmer, Wohnzimmer und Co. tatsächlich ist. Die Experten sprechen von „schalltechnischer Objektbeurteilung“. Auf dieser Basis entscheidet der Eigentümer dann über eine mögliche Realisierung.

Der Bund übernimmt 75 Prozent der förderfähigen Kosten – und das bereits seit 1999. So lange nämlich existiert das Lärmsanierungsprogramm. Damit sei erstmals die finanzielle Möglichkeit geschaffen, um Schallschutzmaßnahmen auch im bestehenden Schienennetz umzusetzen, schreibt die Bahn in ihrer Mitteilung. Aktuell stünden für das Programm jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Bundesweit seien in 1565 Ortslagen Lärmsanierungsmaßnahmen in Planung, im Bau oder bereits abgeschlossen, schreibt die Bahn ferner. Gefördert werden neben Lärmschutzwänden auch schalldichte Fenster und Lüfter an Gebäuden entlang von Bahnstrecken. In Einzelfällen werden auch Dämmungen der Außenfassaden und Dächer teilfinanziert, heißt es. Der Eigenanteil von einem Viertel der Kosten ist vom Eigentümer zu tragen, da die Maßnahmen immer mit einer Wertsteigerung des Objekts verbunden sind.

Einen rechtlichen Anspruch darauf habe aber indes niemand, denn bei der Lärmsanierung handele es sich um eine freiwillige Leistung des Bundes.

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