Bärbel Reuter hat eine Sammelstelle für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ eingerichtet

„Einfach etwas zum Liebhaben“

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Karin (von hinten nach vorne), Bärbel und Kerstin Reuter sammeln seit zwölf Jahren die Pakete aus dem Landkreis.

Rotenburg - Von Jessica Tisemann. Schon jetzt gleicht das Büro von Bärbel Reuter einer kleinen Weihnachtsstube. Neben dem Schreibtisch stapeln sich Pakete in kleinen Türmchen. Auf jedem der Kartons ist ein winziger Aufkleber. Er verrät, für welche Altersgruppe das Geschenk verpackt ist. Bärbel Reuter, ihre Mutter Karin und ihre Schwester Kerstin sammeln die Päckchen für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ und verraten, was beim Packen zu beachten ist.

Bei der Aktion geht es darum, Kindern in ärmeren Ländern zu Weihnachten eine Freude zu machen. Träger ist das christliche Werk „Geschenke der Hoffnung“. Bärbel Reuter hat als 16-Jährige in ihrer Gemeinde von dem Programm erfahren und sich sofort entschlossen mitzumachen. Auch Mutter und Schwester der heute 36-Jährigen waren begeistert.

„Am Anfang mussten wir die Schuhkartons noch immer nach Zeven oder Sittensen bringen“, erinnert sich Bärbel Reuter. Als die Rotenburgerin sich dann erkundigte, ob es nicht eine Station in ihrer Nähe gibt, kam kurzerhand der Vorschlag, doch einfach selbst eine Annahmestelle zu eröffnen. Mittlerweile kontrollieren, bekleben und verschließen die drei Frauen seit zwölf Jahren zahlreiche Schuhkartons aus Rotenburg. Jedes Paket gilt es noch einmal auseinander zu nehmen, denn nur bestimmte Sachen dürfen aufgrund der Zollbestimmungen verschickt werden. Nicht für die Kartons zugelassen sind bestimmte Lebensmittel wie Nüsse oder Nussschokolade.

Außerdem dürfen die Sachen nicht gebraucht sein. Bärbel Reuter hat einen Tipp für Wiederholungstäter, wie sie die Personen nennt, die jedes Jahr einen Schuhkarton vorbeibringen. „Ich sammele bereits das ganze Jahr über kleine Dinge, wie Mützen, Stifte oder Schals, damit nicht alles auf einmal kommt. So können auch Menschen mit einem kleinen Geldbeutel ein Geschenk spenden.“

Die Kartons werden dann nach Alter und Geschlecht der Kinder sortiert. Vor allem die Altersspanne zwischen zehn und 14 Jahren bekommt wenige Päckchen, weiß Reuter aus Erfahrung. Die Menschen wüssten nicht, was sie den Jungen und Mädchen in diesem Alter schenken sollen. „Das ist nicht zu vergleichen mit den deutschen Kindern. Die Mädchen und Jungen in den ärmeren Ländern freuen sich auch in dem Alter noch über Kuscheltiere oder einfache Murmeln“, sagt die 36-Jährige.

Und ihre Mutter ergänzt: „Sie möchten einfach etwas zum Liebhaben.“

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