Axel Baumbach aus Rotenburg sammelt seit 22 Jahren alles von Coca-Cola

Besonders stolz auf die Dicke Berta

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Auch im Garten von Axel Baumbach steht eine Coca-Cola-Flasche.

Rotenburg - Von Elisabeth Hintze. Mit zwei Dosen fing es an, im Jahr 1993, als Coca-Cola eine neue Edition Motivdosen herausbrachte. Axel Baumbach packte mit einem Mal die Sammelleidenschaft, er wollte die Serie komplettieren – und hat es letztlich auch geschafft. „Das hat etwas in mir ausgelöst“, erzählt er. 22 Jahre ist das jetzt her, seitdem sammelt der Rotenburger alles mit Coca-Cola-Schriftzug. Flaschen, Dosen, Werbe-Artikel: Im Keller hat er sich ein Zimmer eingerichtet, sein Coca-Cola-Zimmer. 470 Dosen, 184 Flaschen, zahlreiche Trinkbehälter und Merchandising-Artikel von der Uhr bis hin zu Salz- und Pfefferstreuern finden sich dort.

Arbeitskollegen, Verwandte und Bekannte: Sie alle sind mittlerweile ein wenig eingebunden in Axel Baumbachs Hobby. „Sie bringen mir Dosen und Flaschen aus dem Urlaub mit.“ Denn gerade ausländische Motive sind bei ihm besonders begehrt. Wichtig: Die Dosen und Flaschen sollten nach Möglichkeit noch verschlossen sein. „Ungeöffnet sind sie wertvoller“, erklärt Baumbach. Natürlich haben viele der älteren Dosen und Flaschen längst das Haltbarkeitsdatum überschritten. Von Zeit zu Zeit tritt schonmal etwas Flüssigkeit aus einer Dose aus. „Das liegt am Temperaturunterschied“, sagt Baumbach. Die Emailleschicht im Inneren der Dosen breche irgendwann, und dann fresse sich die Kohlensäure durch das Metall. Baumbach sticht die Dosen in einem solchen Fall unten an und verschließt sie wieder mit Klebeband. So bleibt der Verschluss trotzdem ungeöffnet. Neben den Mitbringseln stöbert der Hobby-Sammler zudem selbst auf Flohmärkten, verfolgt Auktionen im Internet und stößt dabei immer wieder auf eine Rarität.

Warum gerade Coca-Cola? Warum sammelt Axel Baumbach nicht Briefmarken oder alte Münzen? „Die Marke hat mich schon immer fasziniert“, begründet der 42-Jährige die Wahl seines Hobbys. „Ich mag das Logo einfach gern.“ Nicht zu vergessen der Geschmack des braunen Getränks. „Einfach jeder trinkt Coca-Cola.“ Seinen Sohn Dennis hat er mit seiner Sammelleidenschaft bereits angesteckt.

Fasziniert hat ihn auch die Geschichte des Coca-Cola-Siegeszuges. Der US-Amerikaner John Stith Pemberton erfand 1886 das Getränk Coca-Cola. Der Name leitet sich aus den ursprünglichen – inzwischen nicht mehr verwendeten – Zutaten Kokablatt und Kolanuss ab. Anfangs wurde das Getränk als Medizin beworben und verkauft, sollte bei Müdigkeit, Kopfschmerzen, Depressionen und Impotenz helfen. Baumbach besitzt eine alte, noch volle Medizinflasche, wie sie früher in den Apotheken vertrieben wurde.

Besonders stolz ist der Rotenburger auch auf die Dicke Berta: eine 1,5 Liter-Flasche aus Glas, die 1979 nur für kurze Zeit im Handel erhältlich war. Ersteigert hat er sie im Internet. Und noch eine Rarität findet sich in der Sammlung: ein Fehldruck, den Baumbach selbst in einem Rotenburger Getränkemarkt entdeckt hat. Der sogenannte Humpelrock – die Riffel-Konturen auf der Flasche – ist darauf nicht zu finden. „Das ist schon sehr selten“, erklärt er. Ein Parkplatzschild aus den 1960er-Jahren zählt ebenfalls zu seinen Unikaten. Ein ehemaliger Kollege fand das Schild in seinem Schuppen und überließ es dem Sammler nur zu gern. „Es ist zwar etwas abgenutzt“, sagt Baumbach, „aber es hat Geschichte.“ Ebenso wie der riesige Getränkeautomat, der mitten im Raum steht. Noch aus D-Mark-Zeiten, war es ein wahrer Kraftakt, den Koloss in den Keller zu hieven, acht Männer waren vonnöten. „Der muss auch für immer hier bleiben, den bekommen wir nicht mehr raus“, scherzt Baumbach.

Beziffern lasse sich der Wert seiner Sammlung nicht, bekräftigt er. Er selbst habe nicht viel Geld dafür ausgegeben, viele Sachen seien ihm geschenkt oder mitgebracht worden. „Meine Sammlung hat auch mehr einen ideellen Wert.“ Verkaufen werde er sie sowieso nicht. Im Gegenteil, noch umfangreicher soll sie werden. Doch so langsam wird der Platz im Keller knapp. Baumbach spielt bereits mit dem Gedanken, einen zweiten Raum zu nutzen – Coca-Cola-Zimmer II.

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