Finissage der Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ mit Film und Folklore

Authentische Dokumentation von Leben, Leiden und Flucht

Antje Diller-Wolff stellte ihren Film über Flüchtlingsfrauen vor.

Rotenburg - Seit Anfang Juli informierte eine beeindruckende Ausstellung von Pro Asyl, „Asyl ist Menschenrecht“, im Foyer des Rathauses. In einer bewegenden Feierstunde wurde die Ausstellung verabschiedet. Zur Finissage begrüßten Bürgermeister Andreas Weber und Brigitte Borchers, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Antje Diller-Wolff, Journalistin und Regisseurin aus Walsrode, die ihren Film „Stimmen der Flucht – Die Frauen im Camp“ zeigte und vorab dokumentierte, wie der Film entstanden ist.

In ihren kooperierenden Aktivitäten haben die Unternehmerinnen-Netzwerke in Soltau-Fallingbostel und in Rotenburg die Idee kreiert, ein gemeinsames Fernsehprogramm ins Leben zu rufen, so entstand das „Web-TV für engagierte Frauen“. Die Filmemacherin Antje Diller-Wolff machte zwei Kameraleute unter den Flüchtlingen im Camp Fallingbostel aus. Das war der Beginn des Filmprojekts, Frauen unter den Flüchtlingen im Camp ihre Lebens- und Leidensgeschichte erzählen zu lassen. Der authentische Dokumentarfilm machte die Zuschauer der Finissage nachdenklich.

Vor dieser filmischen Flüchtlingsdokumentation ging es im Foyer des Rathauses eher beschwingt und fröhlich zu. Der ökumenische Arbeitskreis Asyl Rotenburg, der die genannte Ausstellung in die Kreisstadt geholt hat, lud zum feierlichen Ausklang der Ausstellung die Band „Ugarit“ ein. Die sieben Musiker aus dem Campus Unterstedt stammen aus Syrien, ein Sänger aus dem Irak. Unter der Leitung von Konstantin Filey-Cordes treffen sich die Künstler regelmäßig im Campus, um ihr Repertoire mit traditioneller syrischer und arabischer Folklore zu verfeinern und zu erweitern. Filey-Cordes, gebürtig in Weißrussland, ist Diplommusiker und lebt seit über 15 Jahren mit seiner deutschen Frau im Kreis Rotenburg und seit ein paar Jahren mit Sohn in Lauenbrück. Als Hausmeister im Campus hatte er schnell die Musiker unter den Flüchtlingen ausfindig gemacht und zu einer Band formiert. Annelies Wibbelt, Sprecherin des örtlichen ökumenischen Arbeitskreises, der bereits seit 26 Jahren besteht und engagiert für Migranten tätig ist, stellte die einzelnen Künstler namentlich vor. „Ugarit“ hat sich in den letzten Wochen und Monaten durch mehrere Auftritte in der Region einen Namen gemacht und schon einen großen Fan-Kreis ersungen und erspielt. Und regelmäßig legen Besucher und Zuhörer, wie jetzt auch im Rathaus, eine „heiße Sohle“ aufs Parkett, tanzen zu den vorgegebenen exotisch anmutenden Rhythmen.

„Ugarit“ wird übrigens bald wieder zu hören und zu erleben sein. Die Band vom Campus gestaltet das Vorprogramm zum gratis Open-Air-Konzert der „Banda Internationale“ aus Dresden am Samstag, 26. August, ab 19 Uhr auf dem Pferdemarkt vor dem Rathaus in Rotenburg.

Von Manfred Klein

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