Entwicklungen im Gesundheitswesen

Bundestagskandidaten und Ärzte diskutieren

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Bei der Podiumsdiskussion der Ärztevereinigung mussten die Kandidaten für die Bundestagswahl nicht nur selbst gute Argumente liefern, sondern bekamen durch die Vorträge, wie hier von Klaus-Dieter Kossow (rechts), auch jede Menge Input.

Rotenburg - Von Farina Witte. Ärztemangel, Digitalisierung im Gesundheitswesen und viel Bürokratie für die Ärzte: Im Gesundheitswesen gibt es einige Themen, die Ärzte und Patienten beschäftigen und deren Entwicklung sie mit Sorge betrachten.

Das wurde auch am Donnerstagnachmittag bei der Podiumsdiskussion der Rotenburger Ärztevereinigung im Heimathaus deutlich. Dort wollten die vortragenden Ärzte und die Zuhörer von den Kandidaten des Wahlkreises 35 für die Bundestagswahl am 24. September wissen, wie sie zu diesen Themen stehen. Mit dabei waren die Kandidaten Ellen Gause (Die Grünen), Agnes Hasenjäger (Die Linke), Hendrik Jürgens (FDP), Lars Klingbeil (SPD) und Kathrin Rösel (CDU) sowie der Gifhorner Kreistagsabgeordnete Stefan Marzischewski von der AfD.

Zur Einführung in das Thema schilderten die Ärzte Dr. Klaus-Dieter Kossow, Dr. Bernd Lücke und Dr. Christian Scholber die Themen Ärztemangel, Digitalisierung im Gesundheitswesen und die Probleme der allgemeinen Versorgung in Hausarztpraxen. Für die sechs Politiker gab es ebenfalls noch was zu lernen, wie auch Ellen Gause feststellte: „Ich sitze hier in erster Linie als Lernende, ich komme aus dem Umweltschutz.“

Thema ärztliche Versorgung auf dem Land

Im Anschluss an die Vorträge richtete der Moderator Hermann Koopmann das Wort an die Kandidaten. „Bei mir ist im wesentlichen hängen geblieben die Entwicklung der ärztlichen Versorgung auf dem Lande und die zunehmende Bürokratisierung in den Praxen“, fasste Koopmann kurz zusammen und fragte, inwieweit die Situation ein politisch verursachtes Problem sei und welche Rolle die Politik für mögliche Lösungen spielt.

Ellen Gause sagte, die Grünen möchten eine optimale Versorgung für alle Patienten, die unabhängig vom Geldbeutel ist. „Wir sind auch ganz klar für eine Bürgerversicherung. Wir müssen das solidarische System stärken“, so Gause. Agnes Hasenjäger von den Linken meinte, dass die Gesundheitsversorgung eine wichtige Grundaufgabe des Staates ist. „Auf dem Lande kommen wir nicht drum herum, Gesundheitszentren zu machen“, schätzte die Rentnerin die Lage ein. Zu den Dokumentationsverpflichtungen insbesondere der Kassen äußerte sich Jürgens (FDP) kritisch. In Bezug auf das Thema Ärztemangel sagte er, dass es wichtig ist, die Attraktivität des ländlichen Raums zu erhalten.

Ärztemangel beheben ist eine Hauptaufgabe

Politik habe zwar auch, aber nicht nur zu den Entwicklungen des Gesundheitswesens beigetragen, meinte Lars Klingbeil. Für den SPD-Politiker stand fest, dass die Hauptaufgabe der Politik ist, die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen. „Für mich muss der Patient im Mittelpunkt stehen“, war sich Kathrin Rösel sicher. 

Der Ärztemangel ist auch für die CDU-Bundestagsabgeordnete ein wichtiger Aspekt. Sie sehe in Versorgungszentren, getragen von den Ärzten, als eine Lösung. Stefan Marzischewski von der AfD ist selbst Arzt und meinte zur Bürokratie für Mediziner: „Das System ist völlig außer Rand und Band!“ Ihm seien dabei vor allem die vielen kassenärztlichen Vereinigungen ein Dorn im Auge. Für die AfD seien staatlich geförderte, medizinische Versorgungszentren eine Lösung, um Patienten optimal zu versorgen.

Wie sehr die in den Vorträgen angesprochenen Themen die Mediziner beschäftigt, wurde auch dadurch deutlich, dass die anschließenden Fragen auch zum Teil von Ärzten gestellt wurden. Zwar sahen die Lösungsvorschläge der Kandidaten unterschiedlich aus, aber alle waren sich einig, dass es wichtig ist, sich über die Probleme auszutauschen und sie gemeinsam anzugehen. „Wir alle machen Politik, und jeder der sich wegdreht, umdreht, oder nicht mehr wählt, überlässt genau denen das Feld, über die er schimpft“, sagte Gause.

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