Austausch über Fluchterfahrungen

Projekt „MITeinander“: Einheimische und immigrierte Jugendliche gehen auf Reisen

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Die Jugendlichen vor dem Miniaturwunderland, in dem sie die Welt in „kleinen Maßstäben“ erkundeten.

Rotenburg - Seit Ferienbeginn sind die Teilnehmer des Projektes „MITeinander unterwegs“ auf Reisen und haben schon viel erlebt. Ob nach Cuxhaven, Bremerhaven oder nach Hamburg: Bei allen Ausflügen haben viele interessierte Jugendliche aus Rotenburg teilgenommen. Und nicht nur deutsche Teenager, sondern auch Geflüchtete. Denn das ist das Ziel des noch jungen Projektes des Vereins Lebensraum Diakonie: Integration und kulturelle Erlebnisse für junge Menschen.

Das erste Reiseziel war gleich zu Ferienbeginn die Stadt Cuxhaven. 14 Jugendliche waren beim Auftakt dabei. Neben dem Erleben von Ebbe und Flut schaute sich die Gruppe das Besucherzentrum Wattenmeer an. An der zweiten Reise nahmen gleich 19 junge Menschen teil. Zu Beginn des Aufenthaltes in Hamburg hatten die Teilnehmer, die unter anderem aus Syrien und dem Irak stammen, Zeit, die Innenstadt auf eigene Faust zu erkunden. Dann stand eine gemeinsame Hafenrundfahrt auf dem Programm. 

Mit dem Miniaturwunderland, das detailverliebte Landschaften, Städte und Eisenbahnen zeigt, folgte auch gleich der nächste Touristenmagnet. „Höhepunkt war für viele der Ausbruch des Vulkans Vesuv, der in der Miniaturlandschaft Italiens sehr beeindruckend dargestellt wurde“, berichtet der pädagogische Mitarbeiter des Projektes, Martin Müller-Trau.

Ein paar Tage später fuhr er mit rund 15 jungen Leuten nach Bremerhaven, um die Hafenstadt und das Deutsche Auswandererhaus zu besuchen. Eine Führung vermittelte den Jugendlichen die Gründe, die die Menschen früher dazu bewegte, Deutschland und Europa zu verlassen, um zum Beispiel in Amerika eine neue Heimat zu finden. 

Die Migration ist Thema der Schau

Trau: „Durch die ansprechende und lebensnahe Gestaltung der Ausstellung zeigte sich, wie beschwerlich die damaligen Reisebedingungen auf einem Schiff waren.“ Im zweiten Teil der Ausstellung wurde dann die Migration nach Deutschland dargestellt und der Ausstellungsführerin gelang es, die Flucht- und Lebenserfahrungen der Teilnehmenden mit einzubinden.

Aufgrund der guten Erfahrungen, die die jungen Leute aus den unterschiedlichen Kulturen auf den Ausflügen gesammelt haben, wird es nach den Sommerferien ein regelmäßiges Treffen zum Spielen miteinander, zum allgemeinen Austausch und zur Planung weiterer Aktivitäten geben, erläutert Müller-Trau die weiteren Pläne für das Projekt „MITeinander“. 

Auch weitere Exkursionen seien geplant. Vorher startet aber noch das Upcycling-Projekt in Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt und dem Kaufhaus Karo. Von heute bis Donnerstag haben Jugendliche dabei die Möglichkeit, alte Möbel herzurichten und neu zu gestalten.

Informationen über weitere Termine gibt es bald in der Integreat-App sowie auf der Internetseite von Lebensraum Diakonie unter „Aktuelles“. Infos und Anmeldungen bei Martin Müller-Trau unter der Telefonnummer 0151 / 19533723, E-Mail an Martin.Mueller-Trau@lebensraum-diakonie.de.  

js

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