Ausstellung des vierköpfigen Künstlerkollektivs „Connexion Amsterdam“ im Kunstturm

Keine Ruhe für die Augen

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Die vier Amsterdamer Künstler (v.l.): Xahya Gaber Youssuf, Henk van Gerner, Rity Jansen Heijtmajer und Wim Rooose.

Rotenburg - Von Heidi Stahl. In seiner dritten Ausstellung in diesem Jahr zeigt der Kunstverein Rotenburg „Connexion Amsterdam“ im Kunstturm an der Nödenstraße. Das vierköpfige Kollektiv aus der niederländischen Hauptstadt, bestehend aus Rity Jansen Heijtmajer, Wim Rooose, Yahya Gaber Youssef und Henk van Gerner, zeigt durch seine Werke, wie der Weg eines langen Künstlerlebens durch Erfahrung und Vertiefung zu Minimalismus und „purer“ Kunst führt.

„Es ist alles schon einmal da gewesen“ sagt Jansen Heijtmajer. „Und daraus durch Leidenschaft, Weiterentwicklung und Rückbesinnung auf das Wesentliche eine pure Kunst entstehen zu lassen, das führt Denken und Gefühl zu einer die Sehnsucht nach Vollkommenheit erfüllenden Einheit“ ergänzt Rooose. Schon in seiner Begrüßung stellte Dieter Bierbaum, der zweite Vorsitzende des Kunstvereins, fest, dass den vier Künstlern nicht nur der Wohnort Amsterdam gemeinsame Grundlage ihres Schaffens ist, sondern auch die Geometrie, die schon im Altertum zu den sieben freien Künsten gerechnet wurde.

Martin Vosswinkel von der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg holte die vier Künstler in den Kunstturm, und half sachverständig und sportlich durchtrainiert bei Hängung und Installation ihrer Werke in den vielen Stockwerken des Turms. Dessen Architektur biete jedem Künstler in einem Stockwerk je einen eigenen Raum, wie Simone Ewald, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Museen Böttcherstraße in Bremen, in ihrer Einführung bemerkte.

Beginnend mit van Gerner, der im Eingangsbereich geometrische Acrylbilder – mit der Suche nach der Quadratur des Kreises, in denen das Auge keinen Ruhepunkt findet, sondern sich über den Rand der Leinwand hinaus bewegt– zeigt, führte Ewald die Gäste zu den weiteren Werken. Jansen Heijtmajer spielt in ihren seriellen Bildern mit Licht und reduzierten zarten Pastellfarben und mit geometrischen Formen, die je nach Lichteinfall und Betrachterstandpunkt ihre Farben ändern.

Youssef, als geborener Ägypter, bringt kräftige Farben aus seiner Heimat in das streng ornamentale und geometrische Gefüge seiner Acrylbilder und leistet eine erfrischende Weiterentwicklung der formalen Konkreten Kunst. Wieder ein Stockwerk höher spielt Wim Rooose mit der Scheinfunktionalität von Industrieformen, wie Stäben, Gittern, Metallscheiben und Spiegeln. Den überraschenden Abschluss der Präsentation findet van Gerner auf der obersten Ebene des Turm mit einer Installation von gelben und roten ineinander gestapelten Plastikgießkannen aus der Ikea-Produktpalette. In Rautenform gestaltet, bietet sich dem Betrachter bei Standortveränderung eine jeweils andere Farbe und erweckt den Eindruck eines Schwarms, der sich zu bewegen und zu fliegen scheint – eine sinnliche Wahrnehmung zwischen Statik und Humor.

Diese sehenswerte Ausstellung konstruierter Ästhetik des Rotenburger Kunstvereins ist noch bis zum 13. Juni im Kunstturm an der Nödenstraße in der Kreisstadt zu sehen.

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