Außergewöhnliche Exponate

Kunstverein feiert 30-jähriges Bestehen mit einem ganz besonderen Kunstprojekt

Was bleibt? Diese Frage hat sich Wenke Wollschläger gestellt. Es geht ihr dabei nicht nur um Spuren, die Menschen im Lehm hinterlassen. Sie hat sich Gedanken über Spuren gemacht, die im Internet hinterlassen werden. Zu sehen sind einige Abdrücke von Besuchern der Feier.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Der Kunstverein Rotenburg feiert sein 30-jähriges Bestehen. Mit der Ausstellung Kunst im öffentlichen Raum schließe sich ein großer Kreis, so der Vorsitzende Peter Mokrus während der Eröffnungsfeier am Samstagnachmittag im Ratssaal. Genau an diesem Ort habe die erste Ausstellung mit Werken des Zeichners und Grafikers aus Hamburg, Horst Janssen, stattgefunden. „Nun, 130 Ausstellungen später, erleben wir den künstlerischen Nachwuchs hautnah – Exponate von Studenten der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg“.

Die moderne Kunst der Bevölkerung nahebringen und die Förderung junger Künstler, habe sich der Kunstverein auf die Fahne geschrieben. „Besser als mit dieser Ausstellung kann man unseren Satzungsauftrag kaum erfüllen.“ Der künstlerische Nachwuchs präsentiere in Rotenburg seine außergewöhnlichen Werke unter anderem auf der Straße, am Bahnhof, Plätzen, Gassen und im Kunstturm.

Gemeinsam mit dem Hochschuldozenten Michael Dörner haben die Kunststudenten den urbanen Raum unter der fachkundigen Führung und Beratung durch Mitarbeiter der Stadt mit ihren eigenen Sinnen entdeckt und später in ihren Werken umgesetzt. „Leider werden einige Exponate wieder mitgenommen. Ich hoffe aber, dass uns einige Stücke für längere Zeit erhalten bleiben“, erklärte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) in seinem Grußwort. Fest steht, dass im Kunstturm die begleitende Ausstellung mit Modellen, Zeichnungen und dokumentarischem Material zum Projekt bis zum 14. Oktober zu sehen ist.

Die jungen Künstler der HKS Ottersberg hören ihrem Dozenten während der Feierstunde aufmerksam zu. - Fotos: Goldstein

Während eines Rundgangs mit den Teilnehmern der Eröffnungsfeier durch die Innenstadt erklärten Künstler und Dozent die einzelnen Kunstwerke. So zum Beispiel „Die Schnittstelle“ von Leon Bohlsen und Ineke Domke. Sie haben in einem Wohnwagen auf dem Pferdemarkt Rotenburger Bürger porträtiert und dann die Zeichnungen übereinandergelegt, um jene zu einem Werk verschmelzen zu lassen.

Der Masterstudierende aus China, Xihun Ren, präsentiert im Rathaus bewegte Bilder in Stoppmotion-Technik, wie man sie aus Trickfilmen kennt. Vanessa Huth zeigt an verschiedenen Orten der Stadt ihr „Memory“. Die Künstlerin ist mit ihrem Blick fürs Detail durch Rotenburg gegangen und hat unzählige Fotos gemacht. Diese hängen nun an den Häuserwänden vorwiegend an der Großen Straße.

Michael Dörner übergibt als Dankeschön für die Unterstützung des Projektes Kunstdrucke an Peter Mokrus (l.) und Andreas Weber (r.).

Anna Nau und Steffen Gehrdau haben ihr Projekt in einem Geschäft neben der Post aufgebaut. Sie zeigen ein neues Produkt mit dem schlichten Namen „Das Produkt“, das aber für die Kunden nicht zugänglich ist. Schein und Sein fließen ineinander über, so der Dozent. Es werden Versprechungen gemacht, die nicht einlösbar sind.

Vor der Eismanufaktur ist der Film „Farbrauschen“ von Wenke Wollschläger zu sehen. Er zeigt rhythmische Bewegungen von flanierenden Menschen. „Wohin“ heißt das Werk von Valeska Stach und ist passend zum Titel am Bahnhof am Durchgang zu den Gleisen angebracht.

Die Kunsttour durch die City endete am Kunstturm.

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