Ausschuss: Trennung von Grünschnitt und Speiseabfällen wird intensiviert

Biotonne kommt nicht vor 2019

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Biotonne – ja oder nein? Erst einmal kommt sie nicht. 2019 könnte es schon wieder anders aussehen.

Rotenburg - Von Elisabeth Stockinger. Kommt die Biotonne oder nicht? Diese Frage beschäftigte am Dienstag die Mitglieder des Landkreis-Ausschusses für Abfallwirtschaft. Die Beschlussvorlage ließ offen, ob die zusätzliche Abfalltonne tatsächlich eingeführt werden könnte oder nicht. Nur eins kristallisierte sich während der Sitzung heraus: Bis 2019 ist die braune Tonne definitiv kein Thema.

Seit Anfang 2015 sind Bioabfälle – Grünschnitt und Speiseabfälle – nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) getrennt zu sammeln. Diese Pflicht steht allerdings unter Vorbehalt: sofern es für eine Kommune technisch umsetzbar und wirtschaftlich zumutbar ist. Letzteres sieht die Verwaltung für den Landkreis Rotenburg nicht gegeben: Denn noch bis 2019 läuft der bestehende Entsorgungsvertrag mit der Stadtreinigung Hamburg (SRH). Eine zusätzliche Trennung würde Mehrkosten von knapp einer Million Euro im Jahr verursachen, von einem stark erhöhten Lkw-Aufkommen ganz zu schweigen. „Das ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll“, so der Erste Kreisrat Torsten Lühring. Sobald der Vertrag mit Hamburg ausläuft, entfällt jedoch das Argument der Unzumutbarkeit.

„Das Gesetz lässt allerdings offen, wie getrennt wird“, berichtete Lühring weiter. Ob Hol- oder Bringsystem: Beides sei theoretisch möglich. Der Landkreis Harburg etwa führe 2019 die Biotonne ein. Bis dahin seien dort „pro forma“ öffentlich Biomüllcontainer aufgestellt. Laut Lühring wäre das auch eine Übergangslösung für den Landkreis Rotenburg, sollten Bund und Land auf eine sofortige Bioabfalltrennung bestehen.

Sollte der Landkreis die braune Tonne ab 2019 einführen, gelte es zu prüfen, ob jeder Haushalt eine erhalte. Lühring plädierte dafür, Ausnahmen zuzulassen. „Wer selbst kompostiert, sollte nicht auch noch eine Tonne nutzen müssen.“ Auch das ergebe weder ökonomisch noch ökologisch einen Sinn. Ausschussvorsitzender Hartmut Leefers (CDU) wies allerdings darauf hin, dass nicht jeder die Möglichkeit habe, einen Komposthaufen anzulegen, Mieter in Wohnungen etwa. Wolfgang Harling (SPD) plädierte dafür, zunächst Beispiele, Zahlen und Fakten aus anderen Landkreisen einzuholen, wie dort die Biomülltrennung gehandhabt wird. Auch Bernd Petersen (WFB) warb dafür, die Diskussion erst einmal zu schieben, „solange wir nichts entscheiden müssen. Der Aufwand steht außer Verhältnis“.

Ob die Biotonne also kommt oder nicht: Das ist bislang noch Zukunftsmusik. „Entscheidend ist heute, dass bis 2019 definitiv keine Biotonne eingeführt wird“, betonte Lühring. Einstimmig einigte sich der Ausschuss darauf, die Getrennterfassung zu intensivieren. Über Einzelheiten werde zu einen späteren Zeitpunkt entschieden. Das Thema wird auch bei der nächsten Sitzung des Ausschusses wieder auf der Tagesordnung stehen.

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